Ein Fahrer steht fest: Kamui Kobayashi steigt für Caterham beim Finale in Abu Dhabi erneut ins Cockpit. Das gab das Team in der Nacht auf Montag offiziell bekannt. Wer an der Seite des Japaners für die insolvente Truppe an den Start geht, steht noch nicht fest. "Die vergangenen Wochen waren nicht einfach", sagte Kobayashi. "Deshalb ist es schön, wieder ins Auto zu steigen und mit den Mitarbeitern von Caterham zusammenzuarbeiten."

Zuvor hatte Kobayashis früherer Teamkollege Marcus Ericsson seinen Vertrag offiziell aufgelöst. Der Schwede wechselt zur kommenden Saison zum Schweizer Rennstall Sauber. Caterham hatte den Start beim Saisonfinale der Formel 1 mittels eines Crowdfunding-Projekts sichergestellt. Allerdings wird das Team nicht mit voller Besetzung nach Abu Dhabi reisen. Bei der Fanspenden-Aktion kamen rund 2,5 Millionen Euro zusammen.

Kobayshi springt wieder ins Cockpit - Foto: Sutton
Kobayshi springt wieder ins CockpitFoto: Sutton

Kobayashi dankt den Fans

"Ich möchte den Fans für die Unterstützung danken", sagte Kobayashi, der selbst einmal ein Crowdfunding-Projekt angeleiert hatte, um in der Formel 1 bleiben zu können. "Das Team hat hart gearbeitet und gibt niemals auf. Wir haben es verdient, in Abu Dhabi zu fahren und ich bin sehr froh, dass wir wegen des Crowdfunding-Projekts wieder Rennen fahren können."

Vor dem letzten Grand Prix des Jahres belegt Caterham den letzten Platz in der Teamwertung - wieder einmal gelang der Mannschaft auf Leafield kein Punktgewinn. Da Pleite-Team Marussia seinen Start allerdings absagen musste, nimmt Caterham mindestens den zehnten Platz in der Konstrukteurswertung ein. Sauber ist dieses Jahr ebenfalls noch punktelos. Kobayashi weiter: "Jetzt wir dran zu zeigen, was wir können. Wir werden am Wochenende unser Bestes geben. Hoffentlich können wir die Saison hinsichtlich der Zukunft des Teams mit einem positiven Ergebnis beenden."

Roberto Merhi fuhr zuletzt in Russland für Caterham - Foto: Sutton
Roberto Merhi fuhr zuletzt in Russland für CaterhamFoto: Sutton

Merhi vor F1-Debüt

Nach aktuellem Stand soll Roberto Mehri an Kobayashis Seite fahren. Es wäre das Formel-1-Debüt des Spaniers, der an diesem Wochenende noch beim Macau Grand Prix an den Start ging. Merhi hat bislang zwei Trainings für Caterham absolviert und befindet sich im Besitz der benötigten Superlizenz. Merhis Vater, Roberto Merhi Senior, erklärte gegenüber Autosport, dass sein Sohn einen Vertrag habe, der ihm das Cockpit zusichert, falls Ericsson oder Kobayashi nicht fahren würden.

Unterdessen hat Andre Lotterer ein Angebot von Caterham abgelehnt, in Abu Dhabi zu fahren. "Ich fühle mich geschmeichelt, denn man bekommt nicht alle Tage ein Angebot, in der Formel 1 zu fahren", so Lotterer. Trotzdem entschied er sich dazu, das Angebot abzulehnen, und er machte kein Geheimnis daraus, dass die fehlende Konkurrenzfähigkeit der Hauptgrund dafür gewesen sei: "Der einmalige Einsatz in Spa war eine tolle Sache für mich, aber für weitere Einsätze müsste das Team in einer besseren Situation sein."