Pierre Gasly und Yuki Tsunoda werden auch im kommenden Jahr als Teamkollegen bei AlphaTauri in der Formel 1 an den Start gehen. Das gab das Team vergangene Woche bekannt. Für viele Experten kam diese Nachricht wenig überraschend, doch Tsunoda selbst hatte damit offenbar nicht gerechnet.

"Ich war etwas überrascht, dass ich nächstes Jahr bei AlphaTauri bleiben darf", sagte der Japaner am Donnerstag. Auf die Frage, warum das so sei, antwortete er: "Weil ich ständig crashe und das Team viel Geld koste."

Tatsächlich liegt hinter Tsunoda eine schwierige Debüt-Saison in der Formel 1. Der letztjährige Gesamt-Dritte der Formel 2 startete zunächst stark, beeindruckte beim Saisonauftakt in Bahrain mit Platz neun. "Das erste Rennen war gut", weiß auch der 21-Jährige. Danach geriet er allerdings in eine Abwärtsspirale, konnte nicht mehr an die Leistungen aus seinem Debüt-Rennen anknüpfen.

Nur 16 Punkte sammelte Tsunoda seither, während sein Teamkollege im selben Zeitraum gleich 66 Zähler einfuhr. Auch im Qualifying enttäuscht der Japaner, scheiterte häufig schon in Q1, während es Gasly mehrfach in die Top-Sechs schaffte.

Tsunoda: Imola-Crash als Ursache für Leistungsabfall

Als Ursache für den Leistungsabfall sieht Tsunoda die Ereignisse des zweiten Rennwochenendes der Saison in Imola: "Nach der Qualifikation habe ich vielleicht etwas das Vertrauen verloren", erklärt er. Dort hatte der 21-Jährige in Q1 die Kontrolle über sein Auto verloren und schlug daraufhin in die Streckenbegrenzung ein - sein erster Unfall mit einem Formel-1-Auto.

Yuki Tsunoda crashte in Imola im Qualifying heftig. - Foto: LAT Images
Yuki Tsunoda crashte in Imola im Qualifying heftig.Foto: LAT Images

Tsunoda verlor die Leichtigkeit, er geriet in eine Abwärtsspirale. Nur einen Tag später folgte im Rennen gleich der nächste Fehler: Nach dem Safety-Car-Restart verlor Tsunoda erneut die Kontrolle, drehte sich ins Kiesbett und fiel aus den Punkterängen ans Ende des Feldes zurück. Der Japaner war in der harten Formel-1-Realität angekommen.

"Ich habe dann versucht, das Vertrauen neu aufzubauen", so Tsunoda. Allerdings habe er ständig neue Fehler gemacht, etwa in Frankreich oder Ungarn, wo er jeweils im Training abflog. So brachte er sich um wertvolle Zeit auf der Strecke: "Das hat mich zurückgeworfen und ich musste immer wieder neu anfangen."

Erst nach der Sommerpause konnte sich Tsunoda stabilisieren, weitere Abflüge blieben bislang aus. Zwar reichte es weder in Spa, noch in Zandvoort oder Monza für Punkte, aber der Japaner scheint sich wieder auf dem richtigen Weg zu befinden. Diesen positiven Trend möchte er in den nächsten Wochen weiter fortsetzen: "Ich denke noch nicht an 2022. Mein Fokus liegt auf dieser Saison, ich will noch mehr Punkte einfahren." Die nächste Gelegenheit erhält er dazu beim Großen Preis von Russland in Sotschi.