Wenn ein Formel-1-Team ein vielversprechendes Talent an sich binden möchte, kann es manchmal ganz schnell und unerwartet gehen. Das hat uns die F1-Saison 2016 gelehrt, als Red Bull von heute auf morgen Max Verstappen von Toro Rosso ins A-Team beförderte, Daniil Kvyat zurück in die zweite Reihe schickte. Damit hat Red Bull Tatsachen geschaffen, ist allen Abwerbeversuchen - oder zumindest -gerüchten - zuvorgekommen.

Eine ähnliche Situation zeichnet sich zunehmend bei McLaren ab. Dort sitzt der amtierende und hoch gelobte GP2-Champion Stoffel Vandoorne als Ersatzfahrer in der zweiten Reihe hinter dem Weltmeistergespann Alonso/Button. Und auch Vandoorne wird heftig von anderen Rennställen umworben. "Es gibt da definitiv Interesse", bestätigte der Belgier selbst noch am Rande des Russland GP vor vier Wochen.

Ein Handshake-Agreement scheint es zwischen Dennis und Vandoorne schon zu geben ... - Foto: Sutton
Ein Handshake-Agreement scheint es zwischen Dennis und Vandoorne schon zu geben ...Foto: Sutton

Ron Dennis: Abwerbeversuche aussichtslos

Anbaggerversuche, die sein oberster Boss, McLaren-CEO Ron Dennis, gar nicht gerne hört. Um Vandoorne bei Laune zu halten, streut er seinem Schützling daher regelmäßig Rosen. "Stoffel ist ein extrem talentierter, intelligenter und hart arbeitender junger Fahrer, mit einem enormen Potential, der weiß, wie man gewinnt", sagt Dennis in Monaco.

Doch das scheint inzwischen nicht mehr zu reichen. Aufstiegschancen müssen her - am besten nicht nur in Aussicht gestellt, sondern explizit formuliert. "Er ist ein wesentlicher Bestandteil der Zukunft McLaren-Hondas", verspricht Dennis Richtung Vandoorne. Für mögliche Interessenten hat Dennis daher nur eine Ansage: "Jedes andere Team, das sich vorstellt, sie könnten hin von uns loseisen, liegt völlig falsch!"

Heißt im Klartext: McLaren will Vandoorne in Kürze ein Angebot als Stammfahrer vorlegen. Fernando Alonso hat jedoch noch selbst Vertrag für 2017. Jenson Button jedoch nicht. Gehen McLaren und der Routinier also bald getrennte Wege? Alles deutet darauf hin, auch zwischen den Zeilen. Dennis: "Was unser Line-Up für 2017 angeht, sind wir noch nicht ganz soweit, uns festzulegen oder es zu kommunizieren, aber seid versichert, dass Stoffel nicht zu verkaufen ist ..."