Seit dem 5. Oktober bangt die F1-Welt um Jules Bianchi. Der Zustand des Marussia-Piloten gilt seit seinem Unfall während des Japan GP als kritisch. "Wenn man sich seinen Unfall ansieht, dann fragt man sich wie das bloß passieren konnte. Aber unglücklicherweise kann so etwas immer passieren. Im Motorsport gibt es immer ein Risiko", sagt Robert Kubica.

Der Pole weiß, wovon er spricht. 2011 stand seine sechste Saison in der Formel 1 an, doch in der Winterpause verunglückte er bei der Rallye Ronde di Andora schwer. Kubica krachte mit hoher Geschwindigkeit in eine Leitplanke, zog sich dabei schwere Brüche am rechten Ellbogen und der Schulter sowie am rechten Bein zu. Seine rechte Hand war derart schwer verletzt, dass eine Amputation im Raum stand. Die Ärzte konnten die Hand schließlich in mehreren Operationen retten.

Kubica war Passagier in seinem Wrack - Foto: Sutton
Kubica war Passagier in seinem WrackFoto: Sutton

Er selbst überstand einen schweren Crash beim Kanada GP 2007 nahezu unverletzt. Bei mehr als 250 km/h verlor der Pole die Kontrolle über seinen BMW-Sauber, krachte in die Streckenbegrenzung, woraufhin sich der Wagen mehrfach überschlug und letztlich in die Leitplanken einschlug. "Die FIA hat bisher einen fantastischen Job gemacht, um die Sicherheit in der F1 zu verbessern. Aber der Unfall von Bianchi zeigt, dass noch weitere Dinge verbessert werden können", meinte Kubica.

Die FIA hat längst gehandelt und einen Unfall-Untersuchungsausschuss unter der Leitung von Peter Wright, dem Präsident der FIA Sicherheitskommission ins Leben gerufen. Ziel des Ausschusses ist es ein besseres Verständnis für den Unfall zu erhalten, um die Streckensicherheit weiter verbessern zu können. Nichtsdestotrotz bleibt Motorsport gefährlich, so Kubica. "Es ist Teil des Sports. Selbst wenn man denkt, dass der Sport sicher ist, die Gefahr ist immer da", betonte der frühere F1-Pilot gegenüber der BBC.

Seine Gedanken sind jetzt bei Jules Bianchi. "Ich kenne ihn sehr gut, er ist ein äußerst netter Kerl und er hat viel Talent. Aber es ist egal, wie talentiert er ist oder ob er ein Freund ist oder nicht: Die Gefahr bleibt immer. Ich wünsche Jules und seiner Familie nur das Beste. Ich bete für ihn."