Die Formel 1 denkt an Jules Bianchi - vor allem beim Großen Preis von Monaco in Monte Carlo. Der Franzose liegt weiterhin in Nizza in Koma, nur 30 Minuten vom Formel-1-Zirkus entfernt. Besonders zu dem prestigeträchtigen Formel-1-Rennen im Leitplankenkanal von Monaco hat Jules Bianchi ein besonderes Verhältnis.

Nur ein Jahr zuvor, beim Großen Preis von Monaco 2014, zeigte Jules Bianchi sein Können und fuhr in einem unterlegenen Auto den neunten Platz und damit die ersten WM-Punkte für das damalige Marussia-Team ein. "Wenn man mit einem Auto fährt, das nicht wettbewerbsfähig ist und damit einen Punkt holt, ist das eine Art Wunder", zollte McLaren-Pilot Fernando Alonso dem Franzosen Respekt.

"Es ist sehr traurig, wieder hier zu sein ohne ihn im Starterfeld", so der Spanier weiter. "Aber wir denken nicht nur hier an ihn, sondern an jedem Wochenende. Hier ist es etwas schwieriger, das Schicksal zu verstehen, die Dinge, die letztes Jahr passiert sind...", gestand Alonso. "Er ist in Nizza, also nur eine halbe Stunde entfernt - hoffentlich kann er die Extra-Power spüren, die wir ihm senden."

Bianchi in Monaco: Hier holte er seine ersten WM-Punkte - Foto: Sutton
Bianchi in Monaco: Hier holte er seine ersten WM-PunkteFoto: Sutton

Zum Gedenken an den verletzten Bianchi, hat das Manor Manrussia F1 Team rote Armbänder mit dem Aufdruck 'JB17' fertig lassen, welches die Mechaniker an diesem Wochenede tragen. "Ich finde all diese Unterstützung großartig", sagte auch GP2-Fahrer Norman Nato, einer der besten Freunde Bianchis.

"Wir müssen ihn auch weiterhin unterstützen und dürfen ihn nicht vergessen, denn ich bin fest davon überzeugt, dass wir ihn eines Tages wiedersehen, wenn auch nicht im Wettbewerb", so Nato. "Auch wenn es viel Zeit benötigt."

Rote Armbänder zum Gedenken an Jules Bianchi - Foto: Sutton
Rote Armbänder zum Gedenken an Jules BianchiFoto: Sutton

"Ich sehe ihn regelmäßig", sagte Bianchi Großvater Mauro Bianchi, der seinerzeit selbst im Motorsport aktiv war, gegenüber RMC. "Wir warten und hoffen. Die Ärzte kommentieren seinen Zustand nicht." Dennoch hat Bianchis Großvater weiterhin Hoffnung. "Die Familie sieht die kleinen Fortschritte, die er macht", berichtet Mauro Bianchi. "Manchmal wird uns gesagt, dass es nur seine Reflexe sind, die nicht viel bedeuten. Aber wir wissen, dass die Verletzungen, die er erlitten hat, viel Zeit benötigen."

Doch einige Fragen beschäftigen die Familie besonders. "Wird er jemals wieder aufwachen? Wie wird sein Zustand dann sein? Das ist es, was am meisten schmerzt", gab Bianchi zu.