Marc Marquez überraschte am Mittwoch in Sepang mit einem starken Comeback. Rund zwei Monate nach seiner Schulteroperation landete der MotoGP-Weltmeister beim Testauftakt auf dem ersten Rang. Eine Platzierung, mit der er selbst nicht gerechnet hatte.

"Da werden wohl am Ende des Tages noch ein paar Leute schneller sein als ich", sagte Marquez rund 45 Minuten vor dem offiziellen Schluss des Testtages. Der Honda-Star war bereits vor Ablauf der Zeit vor die Medien getreten, da seine Kraft noch nicht für die vollen acht Stunden gereicht hatte. Lediglich 29 Runden hatte Marquez am Mittwoch absolviert - die wenigsten von allen Stammfahrern.

"Wir sind nicht mehr gefahren, weil meine Muskelkraft bereits stark nachgelassen hat. Es ist kein Problem, ein oder zwei schnelle Runden zu fahren, aber ein Longrun ist aktuell unmöglich", gestand der amtierende Champion. Marquez war froh, überhaupt so lange durchgehalten zu haben: "Als ich zu Beginn auf die Strecke fuhr, dachte ich sofort: Okay, ich bin raus. In meinen ersten beiden Runden habe ich mir gedacht, dass ich nicht zu Ende fahren könnte."

Marquez musste sowohl seine Position auf der Honda anpassen, als auch seinen generellen Fahrstil. Vor allem der Richtungswechsel von links auf rechts bereitete aufgrund der angeschlagenen linken Schulter Probleme. Das führte zu ungewöhnlichen Manövern. "Ich bremse viel früher. Da könnt ihr Rins fragen, der war einige Male hinter mir", erklärte der MotoGP-Weltmeister.

Marc Marquez lag an Tag eins in Sepang vorn - Foto: gp-photo.de/Ronny Lekl
Marc Marquez lag an Tag eins in Sepang vornFoto: gp-photo.de/Ronny Lekl

Dass Marc Marquez dennoch um 0,259 Sekunden schneller war als der Rest des Feldes, sollte der Konkurrenz zu denken geben. Er beschwichtigte aber: "Ich werde bei diesem Test nicht viele Runden absolvieren können und kann daher gar nicht alle Teile ausprobieren. Wir konzentrieren uns auf das Wichtigste und werden die anderen Sachen erst in Katar oder nach Saisonstart testen."

Der Großteil der Testarbeit hängt somit an Stefan Bradl, denn neben Marquez ist auch LCR-Fahrer Cal Crutchlow angeschlagen. Jorge Lorenzo musste die Reise nach Sepang wegen seines Kahnbeinbruchs ohnehin sausen lassen.