Seit mittlerweile 21 MotoGP-Rennen ist Yamaha sieglos. Anstatt nach oben, zeigt der Trend aktuell eher nach unten. Daran konnte auch Valentino Rossis Aufholjagd von Startplatz 14 auf Rang sechs im sonntäglichen Grand Prix von Österreich nicht viel ändern.

"Das Rennen hat Spaß gemacht, weil ich viel überholen konnte. Wenn meine Startposition besser gewesen wäre, hätte ich gegen Petrucci um Rang fünf kämpfen können", glaubt Rossi. Die Top-Vier mit Jorge Lorenzo, Marc Marquez, Andrea Dovizioso und Cal Crutchlow wären aber auf jeden Fall außer Reichweite gewesen, ist 'Il Dottore' überzeugt.

Selbst ein Zieleinlauf vor Petrucci hätte Rossi aber nicht befriedigt: "Wir sind das Yamaha-Werksteam. Wir müssen uns mit den Werksteams von Honda und Ducati vergleichen und nicht mit dem Rest." Dafür ist man im Moment aber nicht stark genug, weiß auch Rossi. "Im Moment sind wir klar im Nachteil."

Rossi weicht kritischer Frage aus

Rossi zeigt seinen Frust über die Yamaha-Krise nicht so offen wie Teamkollege Maverick Vinales, die Unzufriedenheit ist aber auch ihm deutlich anzusehen. Auf die Frage, ob Yamahas Motorsportpräsident Kouichi Tsuji noch der richtige Mann für den Job sei, reagierte Rossi nach einem verlegenen Lachen kryptisch. "Ich kann diese Frage nicht beantworten. Ich arbeite für Yamaha und mein Job ist es, eine Richtung vorzugeben. Der Rest liegt nicht in meiner Macht", meinte Rossi.

Ein Bild aus besseren Tagen: Tsuji und Rossi nach dem Assen-Sieg 2015 - Foto: Yamaha
Ein Bild aus besseren Tagen: Tsuji und Rossi nach dem Assen-Sieg 2015Foto: Yamaha

Völlige Rückendeckung für die Yamaha-Führungsetage klingt anders, auch wenn Rossi am Ende seines Statements noch etwas umschwenkte: "Ich denke schon, dass wir uns auch mit diesen Leuten verbessern können. Das Wichtigste ist, den richtigen Weg einzuschlagen und in den entscheidenden Bereichen zu arbeiten."

Rossi: Motorrad wichtiger als Entschuldigungen

Am Samstagabend war es in der Yamaha-Hospitality zu kuriosen Szenen gekommen, als sich M1-Projektleiter Kouji Tsuya im Namen des Herstellers vor den Piloten und der versammelten MotoGP-Presse entschuldigte, weil es nicht gelingt, ein konkurrenzfähiges Motorrad zur Verfügung zu stellen. Ist Rossi der Meinung, dass das nötig war? "Für mich wäre es wichtiger, das Motorrad zu verbessern", antwortete er kurz und knapp.