Update - Montag, 11. April: Rückkehr zu altem Qualifying fix

Jetzt ist es offiziell, ab dem China GP kehrt die Formel 1 zum Qualifying aus dem Jahr 2015 zurück. Das teilte die FIA am Montag mit. Damit erhielt die Regeländerung sowohl von der F1 Kommission als auch dem World Motor Sport Council die erforderliche geschlossene Zustimmung. Bereits am vergangenen Donnerstag hatten FIA-Präsident Jean Todt und Formel-1-Boss Bernie Ecclestone auf Druck der Teams bekanntgegeben, dass das umstrittene KO-Qualifying, das bei den ersten beiden Saisonläufen zur Anwendung kam, mit sofortiger Wirkung wieder abgeschafft wird.

Donnerstag, 7. April: Teams proben erfolgreichen Aufstand

Ein verrückter Tag in der Formel-1-Politik bringt doch noch das gewünschte Ergebnis: Nachdem zunächst alles danach aussah, als würde die Formel 1 auch beim nächsten Rennen in China die Startaufstellung nach dem umstrittenen Knock-Out-Qualifying ausfahren, gibt es jetzt die 180-Grad-Wende: Schon beim China GP am nächsten Wochenende wird das alte Qualifikations-Format zurückkommen.

Das Ergebnis der Abstimmung am Donnerstag war zunächst noch negativ. Allerdings stand eine Rückkehr zum alten Format gar nicht zu Wahl, sondern nur eine komplett neue Lösung, das sogenannte Addiditons-Qualifying, bei dem die zwei schnellsten Runden jedes Fahrers gewertet werden sollten. Darauf hatten Bernie Ecclestone und Jean Todt beim letzten Meeting in Bahrain bestanden.

Ecclestone und Todt geben sich geschlagen - Foto: Sutton
Ecclestone und Todt geben sich geschlagenFoto: Sutton

Weil die Teams aber einstimmig zum alten Format zurück wollten und keine Lust auf weitere Experimente mehr haben, schrieben sie gemeinsam einen Protestbrief an Ecclestone und Todt. Darin forderten sie einstimmig die Rückkehr zum 2015er-Format. Dieser Brief hat nun das gewünschte Ergebnis gebracht: Ecclestone und Todt sind zur Besinnung gekommen und erfüllen Teams und Fans ihren Wunsch.

"Im Interesse der Meisterschaft", wie es in einer Aussendung der FIA heißt, wird nun der F1 Kommission und dem World Motor Sport Council die entsprechende Regeländerung vorgelegt, um ab dem China GP für den Rest der Saison zum bewährten Format zurückzukehren.

Wie es 2017 weitergeht, ist hingegen noch offen. Laut FIA soll auf Wunsch der Teams eine umfassende Untersuchung bezüglich des nächstjährigen Formats stattfinden.

Erste Abstimmung: Gescheitert

Nachdem das neue Knock-Out-Qualifying zuerst in Melbourne spektakulär scheiterte, stimmten die Teamchefs schon am Sonntag in Australien für eine Rückkehr. Die offizielle Abstimmung unter der Woche lieferte aber kein Ergebnis, weil die FIA die Rückkehr gar nicht zur Abstimmung stelle.

Action auf der Strecke: Mangelware - Foto: Ferrari
Action auf der Strecke: MangelwareFoto: Ferrari

Die FIA ließ die Teams lediglich zwischen dem Eliminations-Qualifying und einer abgeschwächten Variante davon, dem sogenannten Hybrid-Qualifying entscheiden. Bei der Hybrid-Lösung würden Q1 und Q2 nach dem Knock-Out-Prinzip beibehalten, das finale Segment aber nach den alten Regeln. Somit soll verhindert werden, dass gegen Ende des Qualifyings niemand mehr auf der Strecke ist.

Aus Trotz, weil die von allen Teams favorisierte Lösung nicht zur Abstimmung stand, votierten einige Teams gegen die Hybrid-Lösung. FIA Präsident Jean Todt begründete die Entscheidung damit, nicht nach nur einem Fehlversuch die Idee schon begraben zu wollen. Er wollte dem Eliminierungs-Qualifying noch eine zweite Chance geben.

Zweite Abstimmung: Gescheitert

Ergebnis nach 90 Minuten Meeting: Nichts - Foto: Sutton
Ergebnis nach 90 Minuten Meeting: NichtsFoto: Sutton

Nachdem die Bewährungsprobe in Bahrain in die Hose ging, trafen sich die Teamchefs erneut am Rennsonntag. Diesmal mit dabei: FIA Präsident Jean Todt persönlich und Formel-1-Chef Bernie Ecclestone. Erneut wollten alle Teams einstimmig zum alten Format zurück, erneut stellten sich Ecclestone und Todt dagegen.

Stattdessen gab es einen neuen Vorschlag: Das sogenannte Additions-Qualifying. Dabei sollten in allen Qualifikations-Segmenten die zwei schnellsten Runden jedes Fahrers zählen, nicht mehr nur die schnellste. Damit wären alle dazu gezwungen, in jedem Abschnitt mindestens zwei schnelle Runden zu fahren. Doch dieser Vorschlag ist nun auch endgültig vom Tisch.

So lief das Qualifying-Chaos 2016

23.02.2016: Strategiegruppe denkt sich neues Knockout-Quali aus

24.02.2016: F1-Kommission stimmt zu, FIA bestätigt neuen Modus

27.02.2016: Ecclestone-Boykott: Technisch angeblich frühestens in Spanien umsetzbar

01.03.2016: Teamchefs diskutieren am Rand der Testfahrten Für und Wider

03.03.2016: Neue Hybrid-Idee kommt auf: K.O.-Modus nur in Q1 & Q2, Q3 wie früher

04.03.2016: WMSC bestätigt final vollständigen K.O.-Modus ab Saisonstart

19.03.2016, Melbourne: Quali-Desaster, große Kritik am neuen Format

20.03.2016, Melbourne: Teamchefs stimmen geschlossen für sofortige Rückkehr zum 2015er Format

24.03.2016: Abstimmung der F1-Kommission: Rückkehr steht nicht zu Wahl, stattdessen wieder der Hybrid-Modus. Der wird abgelehnt, zweite Chance für K.O.-Quali in Bahrain

02.04.2016, Bahrain, morgens: FIA-Präsident Todt verteidigt zweite Chance

02.04.2016, Bahrain, nachmittags: Zweiter Versuch floppt ebenfalls

03.04.2016, Bahrain, morgens: Teamchefs fordern erneut sofortige Rückkehr zu 2015er Modus; Ecclestone und Todt lehnen ab, Additions-Quali als Gegenvorschlag

07.04.2016, morgens: Abstimmung der Strategiegruppe über Additions-Quali oder K.O.-Quali in China; Rückkehr zum 2015er Format steht erneut nicht zu Wahl; Entscheidung pro K.O.-Quali

07.04.2016, nachmittags: Protestbrief an Ecclestone und Todt; Teams fordern Rückkehr zum 2015er Format

07.04.2016, abends: Ecclestone und FIA kommen zur Besinnung; 2015er Quali in China

11.04.2016: F1-Kommission und WMSC geben final grünes Licht für 2015er Quali in China