Wenn Lotus tief in den Geschichtsbüchern kramt und auf die Zeiten zurückblickt, als das Team noch Benetton hieß, findet sich dort unter dem Punkt Mexiko Grand Prix ein wichtiger Eintrag. Gerhard Berger fuhr 1986 nämlich den ersten Formel-1-Sieg für das Team ein.

Um sich an dieses Ereignis zu erinnern, ist Romain Grosjean noch zu jung. Er weiß jedoch noch, dass er als Kind die Rennen in Mexiko City verfolgte und dass sich Ayrton Senna einst in der letzten Kurve des Autodromo Hermanos Rodriguez überschlug. "Es sieht so aus, als hätte das Layout jetzt mehr langsame Kurven, aber es hat immer noch eine sehr lange Gerade. Daher wird es ein interessanter Wettbewerb sein, zu sehen, wer dort am schnellsten sein kann", sagte er.

Grosjean kann sich noch an den Überschlag Sennas erinnern - Foto: Sutton
Grosjean kann sich noch an den Überschlag Sennas erinnernFoto: Sutton

Eine weitere Besonderheit ist, dass die Strecke auf mehr als 2.000 Metern Höhe liegt. Für Grosjean sind die Verhältnisse dort jedoch nichts Ungewöhnliches, denn als Spross einer Skifahrerfamilie - sein Großvater väterlicherseits wurde 1950 Vizeweltmeister im Riesenslalom - sind die Berge sein Zuhause. "Ich denke, ich bin ziemlich gut vorbereitet."

Teamkollege Pastor Maldonado freut sich ebenfalls auf Heimatgefühle, denn in Mexiko hofft der Venezolaner auf die Unterstützung der spanischsprachigen Fans. Zudem freut er sich bereits auf die kulinarischen Spezialitäten, die das Land zu bieten hat. "Ich liebe Tacos, also werde ich dort einige essen, aber nicht zu viele - jedenfalls nicht vor dem Rennen oder dem Qualifying", erklärte er augenzwinkernd. "Ich mag mexikanisches Essen, vor allem wenn es scharf und würzig ist - obwohl, vielleicht nicht mexikanisch scharf und würzig!"

Maldonado beendete die letzten drei Rennen in Folge in den Punkterängen. Sollte er diese Serie in Mexiko fortsetzen können, würde sich eine weitere Spezialität des Landes zum Feiern anbieten: Tequila. "Aber es muss ein wirklich gutes Ergebnis sein!"

Lotus-Technikchef Nick Chester macht seinem Piloten Mut. "Die Start-Ziel-Gerade hat eine annehmbare Länge, was dem E23 erlauben sollte, seine Beine recht gut zu strecken", meinte er. Allerdings gab er auch zu bedenken, dass die Strecke aufgrund des neuen Asphalts recht wenig Grip bieten wird und zudem aufgrund der dünneren Höhenluft der Abtrieb verringert ist. Pirelli wählte mit der weichen und mittelharten Reifenmischung zudem recht konservativ. Die Reifen auf Temperatur zu bekommen, könnte also eine der größten Herausforderungen werden.

Redaktionskommentar

Motorsport-Magazin.com meint: Langsam aber sicher muss sich Lotus warm anziehen. Toro Rosso ist mit der sattesten Punkteausbeute der Saison in Austin bis auf sieben Punkte herangerückt. Sicherlich war in Austin bei Lotus auch Pech dabei, aber das interessiert den Punktestand wenig. Dort zählen nur die Zahlen und die entscheiden am Ende der Saison schließlich auch über die Preisgelder...(Annika Kläsener)