Force India erreichte sein Ziel am Samstag und brachte beide Fahrzeuge ins Q3. Während sich Nico Hülkenberg mit Platz sieben eine gute Ausgangsposition fürs Rennen sicherte, haderte Sergio Perez mit seiner Performance im dritten Teil des Qualifyings, in dem er nicht über den zehnten Platz hinauskam. "Eine tolle Anstrengung des Teams, sowohl Nico als auch Sergio in die Top-10 zu bringen", jubelte Robert Fernley, der Vijay Mallya in Kanada wieder einmal als Teamchef vertritt. Die beiden Force-India Piloten nehmen das Red-Bull-Doppel in der Startaufstellung in die Zange.

Ein problemloser Samstag bescherte Nico Hülkenberg einen Platz in der vierten Startreihe in 1:15.614 Minuten. "Definitiv ein guter Tag - sowohl für mich als auch für das Team", befand der 27-Jährige nach seiner besten Qualifying-Leistung des Jahres. "Das Auto lief seit dem ersten Training gut und das gibt uns eine gute Chance, ein paar gute Punkte morgen zu sammeln." Leicht wird die Aufgabe natürlich nicht, weiß auch der Formel-1- und Le-Mans-Fahrer in Personalunion. "Es wird eine herausfordernde Aufgabe morgen, denn um uns herum stehen ein paar schnelle Autos."

Sein abgebrochener Longrun vom Freitag könnte sich dabei als hinderlich erweisen: "Wir konnten wegen des Regens nicht alle benötigten Daten sammeln, um die Frage nach der Lebensdauer der Reifen zu beantworten. Deshalb müssen wir die richtigen strategischen Entscheidungen treffen. Aber ich denke, wir sind gut drauf." Einen Schlüssel fürs Rennen hält er dabei in der Hand, wie Bob Fernley erklärt: "Auf dieser Strecke ist Überholen möglich und waren in den Topspeed-Messungen stets nah an der Spitze, deshalb müssen wir daraus Kapital schlagen, um uns nach vorn zu arbeiten und eine gute Ladung Punkte mit nach Hause zu nehmen."

Unbefriedigend: Sergio Perez war auf eine einstellige Startposition aus - Foto: Sutton
Unbefriedigend: Sergio Perez war auf eine einstellige Startposition ausFoto: Sutton

Perez bringt Reifen nicht auf Temperatur

Diese Trumpfkarte wird noch wichtiger für Sergio Perez sein, denn die gute Stimmung erhielt in Q3 einen Wermutstropfen, als er in 1:16.338 Minuten seine Zeit aus Q2 um dreieinhalb Zehntel verfehlte. Dort hatte er in 1:15.974 Minuten die 76-Sekunden-Schallmauer schon geknackt, bekam es in Q3 aber nicht zusammen. "Es war ein vielversprechender Tag, aber zur gleichen Zeit bin ich nicht zufrieden mit meiner Performance, denn hier war mehr drin als Platz zehn", sagte der Mexikaner leicht geknickt. "Meine Q2-Zeit war so viel besser als meine beste in Q3, deshalb ist es enttäuschend."

Sein Problem lag in den Reifen: "Ich habe Probleme dabei gehabt, sie in meiner Q3-Outlap auf Temperatur zu bringen und hatte einfach nicht den Grip, als ich ihn brauchte." Doch die allgemeine Form seines Teams macht ihm Mut: "Ich bin immer noch Zehnter und das ist ein guter Startplatz. Ich fühle mich zuversichtlich, nach vorne zu kommen und ein paar Punkte zu holen." Die fehlende Erfahrung in den Longruns soll dabei der Grundspeed des VJM08 auf dem Circuit Gilles Villeneuve kompensieren.