Die Absage des ersten Formel-1-Rennens 2020 in Australien aufgrund der Coronavirus-Pandemie sorgte am Sonntag für Motorsport-Action der anderen Art. In gleich zwei stark besetzten Simracing-Events trafen Profis aus Formel 1, IndyCar, Formel E & Co. auf einige der stärksten Pro-Gamer der Szene. Bei dem durch das britische Motorsportportal The Race initiierten All-Star Esports Battle in rfactor2 traten unter anderem Max Verstappen und Juan Pablo Montoya an.

In drei Qualifikationsrennen wurde das Grid für das Finale ermittelt, in dem 24 Piloten um einen Preisgeldtopf in Höhe von 10.000 US-Dollar kämpften. Gefahren wurde ein fiktives Formel-1-Auto der Generation 2012. Als Rennstrecke diente das Grand-Prix-Layout des Nürburgrings. Die Rennen der Gruppenphase liefen jeweils über eine Renndistanz von acht Runden, im Finale waren es zwölf. Für den Kommentar im Live-Stream sorgte das aus der offiziellien F1 Esports Pro-Series bekannte Duo Jack Nichols und Jolyon Palmer, sowie Simracing-Experte Rene Buttler.

Max Verstappen dominiert Gruppe eins des All-Star Esports Battle

Für das Profi-Shootout sicherte sich Verstappen vor IndyCar-Pilot Felix Rosenqvist die Pole Position. Beim Rennstart beschleunigte der Schwede den F1-Star zunächst aus, verbremste sich jedoch in Turn 1 und fiel nach einem Dreher ans Ende des Feldes zurück. Verstappen hatte nach zwei Runden bereits einen Vorsprung von über drei Sekunden auf Formel-E-Pilot Maximilian Günther.

Dahinter kam es im Kampf um Position drei zu einer Kollision zwischen Antonio Felix da Costa und YouTuber Jimmy Broadbent. IndyCar-Pilot Colton Herta profitierte und sicherte sich die dritte Position, welche er bis zum Zielstrich nicht mehr abgab. Verstappen gewann mit acht Sekunden Vorsprung vor Günther und Herta. Rosenqivst, Broadbent, da Costa, Juncadella und Jani zogen ebenfalls ins Finale ein. Juan Pablo Montoya schied wie sein Sohn Sebastian aus.

All-Star esports Battle mit Max Verstappen & Juan Pablo Montoya: (133:40:0 Min.)

McLaren-Simulatorfahrer Rudy van Buren gewinnt Gruppe zwei

Die zweite Gruppe bestand ausschließlich aus Pro-Gamern. Unter anderem traten der zweifache Champion der F1 Esports Pro-Series Brendon Leigh und der Formel-1- bzw- Formel-E-Simulatorfahrer Rudy van Buren an. Im Qualifying setzte sich van Buren vor Jan Teien und Leigh durch. Der Niederländer war dabei eine halbe Sekunde schneller als Verstappen im Zeittraining der ersten Gruppe.

Van Buren verteidigte seine Führung am Start erfolgreich, dahinter verlor Leigh bei einer misslungenen Attacke zwei Positionen und fiel hinter Huis und Baldwin auf die fünfte Position zurück. Ähnlich wie Verstappen trat van Buren in der Anfangsphase die Flucht nach vorne an. Auch die Postionen zwei und drei waren durch Teien und Huis früh bezogen.

Im Kampf um Platz vier setzte sich Baldwin gegen Leigh durch. Jones, Haddad sowie Eduardo Barrichello, Sohn von Formel-1-Urgestein Rubens Barrichello, sicherten sich hinter den Top-3 ebenfalls ihr Ticket für das Finale.

GT-Academy-Sieger Marc Gassner als zweiter Deutscher im Finale

Die 20 Piloten der dritten Gruppe wurde in einem Hotlap-Shootout am Samstag ermittelt. Die Pole Position ging an Jernej Simoncic. Der Slowene landete vor dem Sieger der deutschen Nissan GT Academy 2014, Marc Gassner. Startplatz drei sicherte sich Kevin Siggy. Simoncic behauptete die Spitze beim Erlöschen der Ampeln. Gassner verlor Platz zwei an Siggy. Das Feld blieb in der Folge deutlich enger zusammen als in den ersten beiden Gruppen.

Simoncic überquerte die Ziellinie mit weniger als einer Sekunde Vorsprung auf Siggy. Gassner verteidigte vor Blakeley die dritte Position und zog als zweiter Deutscher nach Günther ins Finale ein. Hoyer, Brljak, Brzezinski und Jajovski kamen ebenfalls weiter.

Simoncic gewinnt All-Star Esports Battle, Verstappen im Pech

Simoncic fuhr auch im Qualifying für das Finale die schnellste Runde und sicherte sich die Pole Position. Dahinter folgten Blakeley, van Buren, Teien, Siggy und Gassner. Max Verstappen qualifizierte sich als Neunter, hinter Huis und Leigh. Zweitschnellster Profi war Rosenqvist auf Startposition zwölf.

Beim Start behauptete Simoncic seine Führung abermals. Leigh crashte in Kurve eins. Auch Verstappen wurde in die Szene verwickelt und fiel weit zurück. Die Top-3 lagen nach drei Runden immer noch innerhalb von einer Sekunde. Auch dahinter blieb das Feld dicht zusammen. Verstappen kämpfte sich nach der Startkollision zunächst von der 19. auf die 15. Position vor. Nach einem weiteren Zwischenfall fiel der Red-Bull-Pilot aber erneut zurück.

Im Dreikampf um Position vier kam es gegen Rennmitte zu einer Kollision zwischen Gassner und Teien. Letzter fiel dadurch auf die 14. Position zurück, Gassner rutschte auf Rang acht ab. Simoncic fuhr im weiteren Rennverlauf einen Vorsprung von über einer Sekunde raus und sicherte sich souverän den Sieg sowie die damit einhergehenden 6.000 US-Dollar.

Das Podium komplettierten Siggy und van Buren. Dahinter folgten Blakeley, Brzezinski und Huis. Rosenqvist landete als bestplatzierter Profi auf Position sieben, gefolgt von Gassner, Teien und Herta. Verstappen überquerte die Ziellinie nach seinem turbulenten Rennen als Elfter. Der Niederländer könnte schon am kommenden Wochenende die Chance auf Wiedergutmachung erhalten, denn laut den Organisatoren sollen weitere Duelle zwischen Profis und Pro-Gamern folgen.