Drei Mal - 2010, 2014 und 2015 - gewann Jari-Matti Latvala seine Heimrallye und steht in der ewigen Bestenliste auf einer Stufe mit dem vierfachen Weltmeister Juha Kankkunen. Sollte Latvala ein vierter Sieg gelingen, würde er mit zwei weiteren Größen des finnischen Rallyesports gleichziehen: Hannu Mikkola und Tommi Mäkinen.

"Die Charakteristik der Rallye Finnland kommt mir entgegen. Schnelle Schotter-Pisten und weite Sprünge - das ist eine Rallye ganz nach meinem Geschmack", erklärte Latvala seine Erfolgsbilanz auf heimischem Boden. Auch die spezielle Vorbereitung dürfte eine Rolle spielen. "Die nötige Entspannung hole ich mir vor meinem Heimspiel - ganz finnisch - in der Sauna."

Konkurrenz erhält Latvala aus dem eigenen Lager in Person von Andreas Mikkelsen, dem es zuletzt bei der Rallye Polen als Erstem gelang, in dieser Saison eine Schotter-Rallye von einer Top-3-Startposition aus zu gewinnen. Allerdings steht der WM-Zweite in Finnland vor einer anderen Herausforderung.

"Bei der Rallye Finnland wird es in meinen Augen nicht einfach, den Sieg aus Polen zu wiederholen. Die Charakteristik der Rallye ist ganz anders. Der Untergrund ist viel härter, zudem gibt es viel mehr Kuppen und Sprünge. Insgesamt ist die Rallye deutlich anspruchsvoller als die in Polen", gab er zu bedenken. Mikkelsen wartet in Finnland noch auf seinen ersten Podestplatz. Sein bisher bestes Ergebnis: Platz vier.

Guter Finne, böse Finne: (00:29 Min.)

Sebastien Ogier konnte die Rallye Finnland bereits einmal gewinnen. Für dieses Jahr rechnet er sich allerdings keine guten Chancen aus, seinen Erfolg von 2013 zu wiederholen. "Aufgrund der Startreihenfolge habe ich bei keiner Schotter-Veranstaltung in diesem Jahr eine realistische Chance auf den Sieg gehabt. Die Wettersituation spielt daher auch in Finnland wieder eine besondere Rolle. Warten wir es ab und hoffen wir auf viel Feuchtigkeit", sagte er.

In Finnland geht der dreifache Weltmeister zum 30. Mal in Folge als WM-Führender in eine Rallye und spielt damit den Straßenfeger. "Zugegeben, was am meisten zählt, ist, dass wir unsere Titel verteidigen. Danach sieht es zwar im Moment aus, doch ein fairer Kampf mit vergleichbaren Bedingungen um einen Rallye-Sieg wäre wieder einmal schön. Besonders, da das Fahrerfeld aktuell sehr stark ist", erklärte Ogier.