Es war ein großes Thema vor dem Startschuss zum 6-Stunden-Rennen von Mexiko: Wie würde das WEC-Feld mit dem Verkehr auf dem Autodromo Hermanos Rodriguez klarkommen? Schließlich gab es vor dem Start Bedenken wegen des Streckenlayouts, das sich als enger herausstellte, als es auf den ersten Blick ist. Nach dem Rennen folgte die Erleichterung: Alles halb so schlimm! Motorsport-Magazin.com behandelt das Thema im Folgenden stichpunktartig und zeigt euch, wie man die Thematik in Reihen der LMP1-Hersteller sah.

Die Highlights der 6 Stunden von Mexiko 2016: (03:28 Min.)

Was waren die Sorgen vor dem Rennen?

Die WEC trug in diesem Jahr zum ersten Mal ein Rennen in Mexiko aus. Das Layout hat nach dem Umbau für die Rückkehr der Formel 1 zum Vorjahr viel von seinem ursprünglichen Charakter eingebüßt. Zwar blieb die lange Start-Ziel-Geraden erhalten, doch der flüssige Mittelteil musste den Sicherheitsanforderungen der Königsklasse Rechnung tragen und neugestaltet werden. Auch die legendäre Mutkurve Peraltada wurde ein Opfer der Umbauarbeiten. Vor der ultraschnellen 180-Grad-Rechtskurve biegt die Strecke nun nach rechts ab in das Baseball-Stadion Foro Sol, wo eine enge Links-Rechts-Schikane hineingebaut wurde.

In den Trainings stellte sich schließlich heraus, dass vor allem für die LMP1-Boliden der neugestaltete Mittelteil enger war, als vor dem Rennwochenende angenommen. Enge Kurvenradien, hohe Randsteine und eine relativ schmale Strecke sorgten für Stirnrunzeln und Skepsis bei dem einen oder anderen Beteiligten. Die Angst davor, im Rennen im dichten Verkehr stecken zu bleiben und dort in Zwischenfälle verstrickt zu werden oder zumindest viel Zeit zu verlieren, war durchaus präsent im WEC-Fahrerlager.

Wegen des relativ engen Layouts gab es Bedenken im WEC-Feld im Hinblick auf das Rennen - Foto: Sutton
Wegen des relativ engen Layouts gab es Bedenken im WEC-Feld im Hinblick auf das RennenFoto: Sutton

Was ist im Rennen dann genau passiert?

Um es kurz zu machen: Es gab in Relation zu den bisherigen WEC-Läufen im Jahr 2016 nicht viel mehr Kollisionen und Zusammenstöße. Besonders beliebt für Kollisionen war der Bereich um das Baseball-Stadion, Mike Conway im #6-Toyota drückte dort beispielsweise einen ESM-Ligier an die Wand und wurde dafür mit einer Durchfahrtsstrafe bedacht. Zudem drehte noch in der ersten Rennrunde der #51-Ferrari den #66-Ford ausgangs des Stadions um, und auch innerhalb der LMP2-Klasse kam es zu vereinzelten Zwischenfällen. Einer LMP2-internen Kollision musste der #8-Audi ausweichen, der daraufhin die Führung an den #1-Porsche verlor.

Wie fällt das Fazit der LMP1-Hersteller aus?

"Vor Beginn des Wochenendes hatten wir uns aufgrund der Fahrer-Kommentare ein paar Sorgen gemacht. Natürlich können wir dabei aber nur für unsere Fahrer sprechen", bemerkte Stefan Dreyer, LMP-Leiter bei Audi Sport auf Nachfrage von Motorsport-Magazin.com. "Wie das Rennen dann jedoch gezeigt hat, ist auch auf dem Autodromo Hermanos Rodriguez Spannung garantiert. Dazu haben unsere Piloten den Verkehr hervorragend gemeistert", lobte er die Leistung der Audi-Piloten im Rennen.

Von Audi und Toyota gab es keine Kritik am Autodromo Hermanos Rodriguez - Foto: Audi
Von Audi und Toyota gab es keine Kritik am Autodromo Hermanos RodriguezFoto: Audi

Doch aus noch einem weiteren Grund sieht Dreyer davon ab, für das Mexiko-Rennen 2017 für Änderungen oder Modifizierungen an der Strecke Partei zu ergreifen: "An der Strecke selbst können wir nichts ändern, sie ist durch die FIA homologiert. Die Gegebenheiten sind also so, wie sie sind und damit auch für alle Fahrer und Teams gleich. Aus unserer Sicht gibt es also keinen Anlass dazu, Änderungen an der Strecke zu fordern."

Bei Toyota war man ebenfalls zufrieden mit der mexikanischen Rennstrecke. Toyotas Pressesprecher Alastair Moffitt äußerte sich auf Nachfrage von Motorsport-Magazin.com kurz und knapp zur Situation: "Von unserer Seite gibt es keinerlei Kritik an der Strecke. Die Situation ist für alle Teams und Fahrer gleich, wir müssen das Ganze nur richtig handhaben."

Porsche war bislang für ein Statement nicht zu erreichen. Sobald dieses vorliegt, wird es an dieser Stelle nachgereicht.