Beim fünften Lauf zur FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC in Japan ging für Audi eine tolle Serie zu Ende: Nach zwei Doppelsiegen in Folge und insgesamt fünf Podiumsergebnissen seit Mai musste sich das Audi Sport Team Joest in Fuji mit den Rängen fünf und sechs begnügen.

Damit spitzt sich der Kampf um die Weltmeisterschaft zu, denn die Tabellenführung wechselte drei Rennen vor Saisonende erneut. Audi wahrt als Tabellenzweiter in der Markenwertung mit nur 8 Punkten Rückstand auf Toyota weiterhin alle Chancen.

Zum dritten Mal in Folge will Audi den WEC-Titel gewinnen. Dabei hat die Mannschaft aus Ingolstadt und Neckarsulm auch unter schwierigen Bedingungen in Japan 18 Punkte gesammelt und bleibt in Schlagdistanz zur Spitze.

Auf dem 4,563 Kilometer langen Kurs südwestlich von Tokio, der mit seiner Kombination aus der langen Start-Ziel-Geraden und dem engen letzten Sektor vor allem Rennwagen mit extrem starken Hybridsystemen belohnt, gelang es Lucas di Grassi/Loïc Duval/Tom Kristensen (BR/F/DK), sich von Startplatz sechs auf den fünften Rang zu verbessern. Dazu verhalfen ihnen eine ausgeglichene fahrerische Leistung und ein günstig getakteter dritter Boxenstopp in einer Gelbphase.

Layout passt Audi nicht

Dennoch herrschte bei Lucas di Grassi leichte Ratlosigkeit. "Wir haben nicht das erreicht, was wir uns vorgenommen hatten. Dabei sind wir im Prinzip kein schlechtes Rennen gefahren. Wir haben von Beginn an alles gegeben, hatten eine gute Strategie und auch gute Boxenstopps", schildert di Grassi seine Sichtweise. "Wir merken nun, dass es noch einiges zu verbessern gibt. Aber es gibt eben Kurse, auf denen man weniger konkurrenzfähig ist. Wir dürfen nun nicht resignieren, sondern wir müssen beim nächsten Rennen wieder besser sein."

In Fernost lief es für Audi nicht rund - Foto: Audi
In Fernost lief es für Audi nicht rundFoto: Audi

Bei der Startnummer 2 hatte sich das Audi Sport Team Joest für eine andere Taktik entschieden. André Lotterer versuchte nach einem fulminanten Rennbeginn, seinen ersten Reifensatz über den ersten Tankstopp hinaus ein zweites Mal zu nutzen.

Da die Rundenzeiten aber nicht konstant genug blieben, brach das Team diesen Versuch vorzeitig ab. So kam der Deutsche bereits nach 17 statt 35 Runden erneut an die Box, was ihm jedoch einen zusätzlichen Stopp ersparte. Immer wieder sammelten die Reifen des Hybrid-Sportwagens beim Überrunden den Gummiabrieb anderer Teilnehmer auf, wodurch sich die Rundenzeiten verschlechterten.

André Lotterer ordnete das überraschende Ergebnis jedoch professionell ein: "Es ist kein tolles Ergebnis. Die Plätze fünf und sechs sind für uns sehr ungewöhnlich. Wir müssen der Tatsache ins Auge blicken, dass wir an diesem Wochenende das Potenzial nicht hatten." Trotzdem glaubt der Deutsche, dass das Team im Rennen "alles richtig gemacht" zu haben."Daraus werden wir unsere Lehren ziehen und versuchen, uns zu verbessern. Die Meisterschaft ist weiterhin offen", sagte Lotterer im Anschluss an das Rennen in Fuji.

Gratulation an Toyota folgt Kampfansage

So sammelte Audi auf einer Rennstrecke, die dem R18 e-tron quattro nicht gelegen kam, trotzdem 18 wertvolle Punkte in der Markenwertung. Letztlich blieb Audi-Motorsportchef Dr. Wolfgang Ullrichnur die Gratulation Richtung Köln: "Glückwunsch an Toyota zum Sieg beim Heimspiel. Uns ist in Japan eine Schadensbegrenzung gelungen, denn in der Marken-Weltmeisterschaft liegen wir weiterhin an aussichtsreicher Position. Es war absehbar, dass wir uns in Fuji schwer tun würden. Dennoch haben sich beide Fahrermannschaften und das gesamte Team davon nicht irritieren lassen und für uns wertvolle Punkte in Japan gesammelt."

Stimmen der Verantwortlichen

Stimmen nach dem Rennen

Dr. Wolfgang Ullrich (Audi-Motorsportchef): "Glückwunsch an Toyota zum Sieg beim Heimspiel. Uns ist in Japan eine Schadensbegrenzung gelungen, denn in der Marken-Weltmeisterschaft liegen wir weiterhin an aussichtsreicher Position. Es war absehbar, dass wir uns in Fuji schwer tun würden. Dennoch haben sich beide Fahrermannschaften und das gesamte Team davon nicht irritieren lassen und für uns wertvolle Punkte in Japan gesammelt."

Chris Reinke (Leiter LMP): "Unsere Mannschaft hat eine fehlerfreie Leistung gezeigt – das gilt für das Team ebenso wie für unsere Fahrer. Wir haben mit beiden Autos verschiedene Taktiken verwirklicht, um unsere Chancen zu wahren. Das hat uns am Ende 18 Punkte eingebracht, die im Titelkampf noch sehr wichtig sein werden."

Ralf Jüttner: "Das Positive an dem Rennen war, dass wir keine Fehler gemacht haben. Strategisch haben wir alles probiert und die Boxenstopps waren alle super. Doch leider waren die Boxenstopps der einzige Punkt, bei dem wir schneller als die Konkurrenz waren. Wir haben die Reifen nicht optimal zum Arbeiten gebracht. In der Meisterschaft haben wir die Führung nun abgegeben. Wir wollen jetzt beim kommenden Lauf in Shanghai angreifen und uns die Führung zurückholen."