Fabio Quartararo zeigte am Samstag in Aragon, aus welchem Holz er geschnitzt ist. Im FP3 wurde er von seiner Yamaha geschleudert und schlug auf der rechten Seite hart mit der Hüfte auf. Eine Körperstelle, die er sich bereits bei einem heftigen Abflug am Freitag geprellt hatte. Quartararo musste mit der Trage abtransportiert und ins Medical Center gebracht werden. Dort gab es eine leichte Entwarnung: Keine Brüche.

Quartararo verließ das Medical-Center mit einer Krücke und humpelte auch in FP4 und im Qualifying am Nachmittag noch sichtlich. Dennoch holte er sich in einem packenden Duell mit Yamaha-Kollege und WM-Rivale Maverick Vinales die Pole Position für den Aragon-GP. Ein Happy-End zu einem Tag, der für Quartararo schwerwiegende Folgen haben hätte können.

"Ich wusste schnell, dass nichts gebrochen ist. Darüber kann ich nach diesem Sturz wirklich froh sein. Als ich das Bein zum ersten Mal belastet habe, hat es sich aber nicht gut angefühlt. Bei dieser Kälte spürst du es noch viel mehr", lässt Quartararo die Momente nach dem Crash Revue passieren. "Wenn ich auf dem Motorrad bin, dann fühle ich mich aber nur in der Outlap und der Inlap schlecht. In FP4 konnte ich eine konstante Pace halten. Es hat nicht besonders weh getan. Sobald du den Helm aufhast, vergisst du so etwas. Erst wenn die Konzentration nachlässt, kommen die Schmerzen. Mein Zustand am Sonntag wird also in Ordnung sein und ich werde kein Problem haben, das Rennen zu beenden."

Fabio Quartararo: Probleme am Rennende?

Sorgen bereitet Quartararo hingegen seine Pace in der zweiten Rennhälfte. Er leidet mehr unter dem Reifenverschleiß als seine direkten Gegner: "Das ist problematischer als meine Hüfte. Ich bin etwa zehn Runden lang schnell, aber dann bekomme ich Probleme. Joan hat eine sehr starke Pace und auch Maverick ist wirklich schnell. Sie sind konstanter als ich. Ich muss mir also um beide Sorgen machen."

Quartararos Renn-Pace ist bescheiden - Foto: MotoGP.com
Quartararos Renn-Pace ist bescheidenFoto: MotoGP.com

Quartararo hofft nun, am Sonntagmorgen noch einen kleinen Durchbruch zu schaffen: "Ich werde im Warm-Up versuchen, meinen Fahrstil anzupassen. Auch das Team hat einige Ideen. Wenn diese Veränderungen funktionieren, dann kann ich ein gutes Rennen haben. Wir werden sehen." Der Franzose liebäugelt jedenfalls damit, seinem Yamaha-Kollegen Vinales zunächst den Vortritt zu lassen. "Maverick hat hier eine bessere Pace als ich. Wenn er mich überholt, werde ich nicht kontern, sondern ihm einfach folgen. Es wäre dumm, sich auf ein Duell mit ihm einzulassen und so für eine große Gruppe mit den Ducatis und Hondas zu sorgen. Dann wird es für uns nämlich sehr schwierig", gibt der WM-Leader zu bedenken. Tatsächlich fehlen Vinales und Quartararo auf der knapp einen Kilometer langen Gerade im Motorland Aragon mehr als zehn Stundenkilometer auf die schnellsten Ducatis.