Mit Jonas Folger, Sandro Cortese, Marcel Schrötter und Florian Alt nehmen vier Deutsche das Moto2-Rennwochenende in Indianapolis in Angriff. Ihre Leistungen und Aussagen in der Übersicht:

Sonntag

Jonas Folger (12.): Aus seinem Startplatz in der zweiten Reihe konnte Folger leider kein Kapital schlagen. Schon in der Startphase fiel er zurück, gegen Ende des Rennens rutschte er sogar aus den Top-Ten und kam mit über zehn Sekunden Rückstand nur als Zwölfter ins Ziel. Nach dem Rennen war er sauer auf sein Team. "In der Besprechung nach dem Rennen habe ich festgestellt, dass mein Teamkollege die normalen Federn drin hatte, bei mir aber das weiche Federbein hinten montiert war. Ich verstehe nicht, warum sie das gemacht haben", ärgerte sich Folger. "Mit diesem Federbein haben wir ein besseres Resultat verspielt.

Marcel Schrötter (14.): Satte 25 Sekunden verlor Schrötter auf den 25 Rennrunden in Indianapolis. Dass es trotzdem zum 14. Platz und zu zwei WM-Punkten reichte, hat der Bayer den zahlreichen Ausfällen zu verdanken, die ihn kurz vor Schluss noch in die Top-15 spülten. Zuvor hatte er ein recht einsames Rennen gefahren. "es ist kaum zu übersehen, dass wir uns im Moment enorm schwer tun. Das heutige Rennen verlief nicht anders. Glücklicherweise sind am Ende zwei Punkte herausgekommen, was allerdings auch schon der einzig positive Aspekt von heute ist", sagte Schrötter.

Florian Alt (19.): Für Alt blieb in Indianapolis nur der letzte Platz. Der Moto2-Rookie büßte fast eine Minute ein und war damit nicht einmal in Schlagdistanz zum vorletzten Platz.

Sandro Cortese (out): Cortese lag in der Mitte der riesigen Spitzengruppe, als sein Rennen plötzlich zu Ende war. In Runde elf flog der Schwabe plötzlich beim Einbiegen in die zweite Kurve ab. Nach einem Feindkontakt, wie er nach dem Rennen klarstellte: "Mir ist Pons hinten reingefahren. Ich konnte nicht mehr korrigieren, weil ich schon in Schräglage war. Ich bin ein wenig sprachlos, denn es ist schade für alle Beteiligten in meinem Team. Im Moment fehlt mir einfach dieses Glücksgefühl, endlich einmal ein gutes Ergebnis nach Hause zu fahren."

Sandro Cortese hatte sich in Indianapolis weit mehr erhofft, wurde aber abgeschossen - Foto: Intact GP
Sandro Cortese hatte sich in Indianapolis weit mehr erhofft, wurde aber abgeschossenFoto: Intact GP

Samstag

Jonas Folger (5.): Starke Leistung im Abschlusstraining von Jonas Folger. Der Deutsche, lange Zeit nicht in den Top-15 zu finden, steigerte sich im Laufe des Qualifyings deutlich und setzte sich an Position vier. Von dort aus wurde er nur noch zum Schluss durch Mika Kallio um einen Platz verdrängt. Dennoch bedeutet Startplatz fünf einen Platz in der zweiten Startreihe und die Aussicht auf ein Top-Resultat im Rennen.

Die Bilanz Folgers fällt entsprechend aus: "Ich bin zufrieden mit Platz fünf, die Zeiten sind hier dicht beisammen. Das ist eine gute Ausgangsposition für morgen. Wir haben vorm Quali einiges verändert, mussten an der Gabel und am Federbein etwas verstellen. Aber das hat sich alles positiv ausgewirkt, daher bin ich optimistisch."

Sandro Cortese (10.): Den umgekehrten Weg im Vergleich zu Folger hat Sandro Cortese im Qualifying eingeschlagen. Der Deutsche lag lange Zeit auf einer einstelligen Position im Verlauf der Session, fiel aber nach und nach zurück. Cortese erkämpfte sich dennoch, trotz eines Verbremsers samt Ausflug in die Steilkurve des berühmten Ovals, Startposition zehn und hat damit die Grundlage für ein solides Punkteresultat im Rennen geschaffen. "Wir hatten erwartet, in die ersten zwei bzw. mindestens drei Reihen zu fahren. Aber wenn ich bedenke, dass mich nicht einmal ein Zehntel auf Platz fünf vorbringt, dann kann man durchaus zufrieden sein", zieht Cortese optimistisch Bilanz.

Marcel Schrötter (19.): Von Startposition 19 aus nimmt Marcel Schrötter nach einer unauffälligen Qualifying-Session den Indy-GP in Angriff. Der Tech3-Pilot war in den USA wieder stärker unterwegs als vor der Sommerpause und darf daher berechtigterweise auf ein Punkteresultat von dieser Position hoffen. Das hat seine Gründe, wie er nach dem Qualifying sagte: "Der Wechsel zurück zu Öhlins war einfach unübersehbar, oder besser gesagt, das Fahrverhalten des Motorrades war ungleich vertrauter und fahrbarer." Schrötter ist der erste Fahrer im Grid, dessen Rückstand auf die Pole-Zeit mehr als eine Sekunde beträgt. Ganz zufrieden war er daher nicht: "Letztendlich muss ich nach dem Qualifying wieder eine Enttäuschung hinnehmen. Es ist eigentlich sehr, sehr schade, denn wir sind wirklich gut in das Wochenende gestartet."

Florian Alt (28.): Alts Performance in Indy lässt bisher alle Wünsche offen. Der Deutsche hinkt dem Feld weit hinterher, wurde im Qualifying zudem in den Sturz von Axel Pons verwickelt. Dem Spanier konnte Alt über das Gras weiträumig ausweichen. Mit Platz 28 hat er sich abermals an diesem Wochenende die rote Laterne geschnappt. Bedenklich allerdings sein Rückstand, denn auf Position 27 fehlt Alt eine ganze Sekunde!

Jonas Folger ist stark aus der Sommerpause zurückgekehrt - Foto: AGR Team
Jonas Folger ist stark aus der Sommerpause zurückgekehrtFoto: AGR Team

Freitag

Jonas Folger (7.): Im ersten Training noch auf Rang zwei hinter Alex Rins, konnte Jonas Folger seine Rundenzeit am Nachmittag nur um rund zwei Zehntel steigern. Im Tagesklassement fiel der Bayer daher auf Platz sieben zurück. Folger war mit seinen Leistungen dennoch zufrieden: "Es fehlt gerade Mal eine halbe Sekunde auf die Spitze. Von dem her dürfen wir berechtigt von einem positiven Trainingsauftakt sprechen. Jedenfalls haben wir auf Anhieb den richtigen Weg eingeschlagen und ich bin meine schnellsten Rundenzeiten mit gebrauchten Reifen gefahren."

Sandro Cortese (13.): Für Cortese endeten beide Sessions auf dem 13. Platz. Einige Tüfteleien beim Setup seiner Kalex brachten leider noch nicht den gewünschten Effekt, wie Cortese zugab: "Es reicht noch nicht aus, um näher an die Spitze zu kommen. Wir müssen jetzt ganz genau analysieren, woran es fehlt. Wir haben zwei Dinge vom Setting her probiert. Das Ergebnis war noch nicht so positiv." Auf die Bestzeit von Tito Rabat fehlten dem ehemaligen Moto3-Champion am Freitag 0,9 Sekunden.

Marcel Schrötter (17.): Tech 3 erlöste den Deutschen endlich von den japanischen Kayaba-Stoßdämpfern. Mit Öhlins fuhr Schrötter im ersten Training prompt auf den 12. Platz - nur sechs Zehntel hinter der Spitze. Da er sich im zweiten Training nur um ein Zehntel steigern konnte, fiel er im Gesamtklassement noch auf Platz 17 zurück. "Mit Rang 17 bin ich natürlich auf keinen Fall einverstanden, jedoch gegenüber den vergangenen Rennwochenenden ist es allemal eine Steigerung. Bis zum Renntag müssen wir nun an der Abstimmung arbeiten, um mit abbauenden Reifen besser mithalten zu können", sagte Schrötter.

Florian Alt (28.): Nach dem Desaster-Wochenende am Sachsenring, folgte für Florian Alt der nächste Dämpfer. In beiden Sessions belegte der Moto2-Rookie auf seiner Suter den letzten Platz. Als einziger Fahrer konnte er am Freitag in Indianapolis die Marke von 1:40 Minuten nicht knacken.