R-Motorsport hat die nächste Etappe auf dem Weg zum Debüt in der DTM erklommen. Beim dreitägigen Test vergangene Woche in Estoril gewann der Neueinsteiger mit der exklusiven Lizenz von Aston Martin weitere Erkenntnisse über den Umgang mit seinem Rennwagen.

Die beiden DTM-Rookies Ferdinand Habsburg und Jake Dennis sowie erstmals Daniel Juncadella sammelten fleißig Kilometer auf der portugiesischen Rennstrecke. R-Motorsport sei laut Teamchef Dr. Florian Kamelger ein guter Schritt in der Weiterentwicklung des brandneuen Aston Martin Vantage DTM gelungen.

Kamelger zu Motorsport-Magazin.com: "Im Gegensatz zum allerersten Test in Jerez, wo wir nach einem Funktionstest erst einmal grundsätzliche Dinge ausgetestet haben, konnten wir in Estoril große Schritte hinsichtlich Zuverlässigkeit und Fahrzeugverständnis machen."

Habsburg, Dennis und Juncadella spulten beim dreitägigen Exklusiv-Test zahlreiche Longruns sowie Rennsimulationen ab. Daran war beim allerersten Test Anfang März in Jerez noch nicht zu denken gewesen. Während Audi und BMW bereits an der Performance schraubten, betrachtete R-Motorsport das Testdebüt mehr als einen verlängerten Rollout mit dem Wagen, der innerhalb von nur 90 Tagen aufgebaut wurde.

Kinderkrankheiten ausmerzen statt Zehntelsekunden finden - das stand zunächst auf der Agenda des DTM-Neulings. Wenige Runden an allen drei Tagen und mehrere Sekunden Rückstand auf die Konkurrenz waren das zu erwartende Resultat auf dem Circuito de Jerez.

Die brachiale Heckpartie des Aston Martin Vantage DTM - Foto: R-Motorsport
Die brachiale Heckpartie des Aston Martin Vantage DTMFoto: R-Motorsport

Zwischen dem Streckendebüt in Jerez und dem Estoril-Test drei Wochen später hat sich einiges getan. "Die technischen Updates zwischen Jerez und Estoril erwiesen sich allesamt als positiv", sagt Kamelger. "Die Gesamtlaufleistung der drei Tage lag absolut in unserem Zielbereich."

Ein weiterer Meilenstein bei diesem ambitionierten Projekt. Vor allem angesichts des Homologationstermines am heutigen Montag. Ab jetzt dürfen die Rennwagen technisch nicht mehr verändert werden, sie werden im Prinzip 'eingefroren' und müssen nach einer Prüfung durch den DMSB in dieser Konfiguration die gesamte Saison bestreiten.

Zum nächsten und letzten Direktvergleich vor dem Saisonstart mit Audi und BMW kommt es in zwei Wochen. In der Lausitz treten die drei Hersteller an vier Tagen zu den abschließenden Testfahrten an, bevor zwei Wochen später auf dem Hockenheimring (03.-05. Mai) die ersten Punkte der neuen Saison vergeben werden.

Auch am Lausitzring werden die Hersteller sicherlich noch nicht alle Karten auf den Tisch legen. Der Resultate an den vier Tagen sollten jedoch einen guten Hinweis auf die tatsächliche Stärke der neuen Turbo-Autos geben. "Wo wir, was die Pace im Vergleich zu Audi und BMW anbelangt, stehen, werden wir erst bei den offiziellen ITR-Testtagen vom 15. bis 18. April am Lausitzring sehen", sagt Kamelger.

Neben dem Lausitz-Test stehen R-Motorsport als neuem Hersteller in der DTM noch drei weitere Testtage zu, um die gleiche Anzahl wie Audi und BMW zu erreichen. Dies müsste entweder im engen Zeitfenster vor dem Saisonauftakt oder während der Saison geschehen. Nach dem ersten Meisterschaftsrennen wäre dies allerdings nur auf Antrag und mit Zustimmung von Audi, BMW und DMSB möglich.