DTM Reglement, Regeln und Änderungen 2017

Boxenstopps

Bei beiden Rennen müssen die Fahrer mindestens einmal durch die Boxengasse fahren und dabei alle vier Reifen wechseln. Es gibt keine Zeitfenster für die Boxenstopps, der Fahrer muss selbst entscheiden, wann er den Reifenwechsel vornimmt. Beim Boxenstopp dürfen maximal acht Mechaniker eines Teams am Auto arbeiten, und es steht pro Fahrzeugseite lediglich ein Schlagschrauber zur Verfügung. Während einer Safety-Car-Phase darf zwar die Box angefahren werden, der vorgeschriebene Stopp ist damit aber nicht erledigt.

DRS

Das Drag Reduction System ermöglicht eine kurzzeitige Erhöhung des Top-Speeds, indem der Luftwiderstand des Heckflügels reduziert wird. Jeder Fahrer darf DRS 36 Mal pro Rennen nutzen, sofern er bei Start/Ziel der betreffenden Runde weniger als eine Sekunde Rückstand zum Vordermann aufweist. Sobald ein Pilot in einer Runde das DRS aktiviert, werden ihm drei Aktivierungen gestrichen. Dies ist auch der Fall, wenn er seine zwei übrigen Aktivierungen dieser Runde gar nicht nutzt. Der Grund ist einfach: Erfahrungsgemäß benötigt ein DTM-Pilot drei DRS-Aktivierungen pro Runde, um an seinen Vordermann heran und an ihm vorbeizufahren. Zum Abwehren dieses Versuches, reicht in der Regel jedoch eine DRS-Aktivierung aus. Auf diese Weise hätte der Verfolger seine zur Verfügung stehenden DRS-Aktivierungen viel schneller verbraucht als sein Vordermann.

Parc-Fermé

Mit dem Absolvieren der ersten Zeitrunde im Qualifying unterliegen die Fahrzeuge den Parc-Fermé-Bestimmungen. Bis zum Rennstart dürfen nur wenige Arbeiten und Änderungen am Fahrzeug vorgenommen werden. Nach dem Rennen unterliegen alle in Wertung befindlichen Fahrzeuge erneut den Parc-Fermé-Bestimmungen. Änderungen am Fahrzeug dürfen dann nicht vorgenommen werden. Zwischen Rennen eins und Rennen zwei müssen die Mechaniker über Nacht eine festgelegte Ruhezeit einhalten. Währenddessen bleibt das Fahrzeug abgedeckt. Eine Ausnahme ist nur dann möglich, wenn ein Fahrzeug stark beschädigt wurde und wieder in Stand gesetzt werden muss, um am nächsten Tag starten zu können.

Punktesystem

Für alle Rennen wird die gleiche Anzahl an Punkten vergeben. Für die Plätze eins bis zehn werden Punkte nach folgendem Schema vergeben: 25-18-15-12-10-8-6-4-2-1. Zusätzlich gibt es für die drei schnellsten Piloten des Qualifyings Punkte für die Wertung. Der Polesitter erhält 3 Punkte, der Zweite 2 und der Dritte noch einen Punkt. Es gibt keine zusätzlichen Punkte für die schnellste Runde und keine Streichresultate.

Reifen

Jeder Fahrer hat für ein gesamtes DTM-Rennwochenende, bestehend aus Freiem Training, Qualifying und Rennen, acht neue Sätze Slick-Reifen des Typs Hankook Ventus zur Verfügung. Die Anzahl der Regenreifen für Training und Rennen ist auf maximal sechs pro Wochenende limitiert. Die Reifen werden den Teilnehmern durch die Technischen Kommissare am Tag des Veranstaltungsbeginns zugelost. Nach dem Freien Training am Samstag muss jeder Fahrer zwei Sätze zurückgeben und mit den verbleibenden sechs Sätzen das restliche Programm absolvieren. Damit soll verhindert werden, dass die Fahrer im Freien Training kaum auf die Strecke fahren, um ihre Reifen aufzusparen.

Rennformat

Ab der Saison 2017 werden zwei gleich lange Rennen über 55 Minuten plus eine vollständige Runde ausgetragen - eines am Samstag und eines am Sonntag. Für beide Rennen werden die Startplätze in einem separaten, 20-minütigen Qualifying ausgefahren. Zusätzlich zu den Qualifyings und Rennen gibt es drei Freie Trainings mit einer Dauer von jeweils 30 Minuten.

Safety Car

Das Safety Car wird eingesetzt, um Rennabbrüche zu vermeiden. Wenn die Anweisung zum Einsatz des Safety Cars gegeben wird, werden an allen Streckenposten bis zum Ende des Einsatzes geschwenkte gelbe Flaggen und ein Schild "SC" gezeigt. Überholen ist ab diesem Moment verboten. Das Safety Car fährt mit eingeschalteten Leuchten auf die Strecke und setzt sich vor das führende Auto. In der Runde, in der das Safety Car wieder in die Boxengasse einbiegt, werden die gelben Blinklichter ausgeschaltet. Vor der Start-/Zielgeraden formiert sich das Feld zum sogenannten Indianapolis-Start. Dabei fährt das Feld in Zweierreihen mit konstanter Geschwindigkeit auf die Startlinie zu. Der Führende (und die in seiner Reihe folgenden ungeraden Positionen) fährt dabei auf der Fahrbahnseite, die in der nach dem Start folgenden ersten Kurve die Innenbahn ist. Sobald der Führende in die Nähe der Startlinie kommt, bestimmt er, wann es losgeht. Sobald der Führende beschleunigt, wird wie bei der Nascar die grüne Flagge geschwenkt.

Slow Zone

Anstelle des Safety Cars kann die Rennleitung bei gefährlichen Situationen auch für bestimmte Sektoren eine Geschwindigkeitsbegrenzung erlassen - die Slow Zone. Die Fahrer werden akustisch über Funk, über eine Anzeige im Cockpit und über Displays am Streckenrand informiert, wenn in einem bestimmten Sektor "Slow Zone" vorgegeben wird. Es gilt dann im ganzen Sektor eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h und es darf nicht überholt werden. Die Slow Zone wird dann aufgehoben, wenn die Gefahr beseitigt ist und der letzte Fahrer des Feldes den Sektor durchfahren hat. Die Slow-Zone-Regelung hat gegenüber dem Safety Car den Vorteil, dass das Feld nicht aufschließt und die Abstände der Autos praktisch gleich bleiben. Ein herausgefahrener Vorsprung wird dadurch nicht zunichte gemacht.

Start

Beide Rennen werden stehend gestartet. Die Startaufstellung erfolgt in versetzten Startreihen und ergibt sich aus dem Ergebnis des jeweiligen Zeittrainings. Vor dem Start wird eine Einführungsrunde absolviert, bei der die Rennwagen in der Reihenfolge der Startaufstellung eine Runde vor dem offiziellen Rennstart um den Kurs fahren. Die Fahrer bringen dabei ihre Reifen und Bremsen auf Betriebstemperatur. Überholen ist verboten. Kameras überwachen jeden einzelnen Startplatz, um Frühstarts zu erkennen. Diese werden mit einer Drive-through-Strafe belegt.

Startnummern

Die Piloten dürfen ihre Startnummer frei wählen. Diese behalten sie grundsätzlich während ihrer ganzen DTM-Karriere. Ausgenommen ist die Nummer 1, die dem Vorjahresmeister zusteht. In der Saison 2017 verzichtet der amtierende Champion Marco Wittmann jedoch auf die 1 und startet stattdessen mit seiner Glücksnummer 11, mit der er 2016 Meister wurde.

Wertungen

In der DTM gibt es drei Jahreswertungen. Der Titel "DTM-Champion" wird an den Fahrer vergeben, der am Ende der Saison die höchste Punktzahl erreicht hat. Der Titel "DTM-Team-Champion" wird an das Team vergeben, dessen zwei Fahrer in der Addition die meisten Punkte haben. Für den Titel "DTM-Marken-Champion" zählen sämtliche Punkte von allen Fahrern einer Marke.

Aerodynamik

Die Aerodynamik der neuen DTM-Fahrzeuge wurde verändert, um den Anpressdruck der Rennfahrzeuge zu verringern. Die Geometrie von Frontsplitter, Unterboden und Heckdiffusor wurde vereinheitlicht. Die Bodenfreiheit wurde um fünf Millimeter erhöht, was für die Aerodynamik jedoch einen enormen Effekt hat. Zusätzlich wurde das DRS (Drag Reduction System) neu definiert. Der Heckflügel ist nun starr, auf Knopfdruck wird die obere von zwei Lamellen des Spoilers flachgestellt. Das neue System verfügt damit über einen besseren Wirkungsgrad und erlaubt bei Nutzung einen noch höheren Topspeed, der zu mehr Überholmanövern führen wird. Der Heckflügel geht automatisch in seine Ausgangsposition zurück, wenn der Fahrer vom Gas geht, bremst oder ein bestimmter seitlicher Verzögerungs-Wert überschritten wird. Dadurch kommt der Fahrer nie in eine kritische Situation und es wird verhindert, dass das Fahrzeug durch den geringeren Anpressdruck instabil wird. Das Resultat der aerodynamischen Veränderungen ist ein Handling der Rennfahrzeuge, das die Piloten stärker als bisher fordert.

Bremsen

Die DTM-Autos verfügen über eine Hochleistungsbremsanlage mit Leichtmetall-Bremssätteln, die vorne und hinten innenbelüftete Kohlefaser-Bremsscheiben in die Zange nehmen. Die Bremskraftverteilung kann vom Fahrer stufenlos eingestellt werden. Während einer Saison dürfen pro Fahrzeug jeweils drei Sätze Bremsscheiben und neun Sätze Bremsbeläge für Vorder- und Hinterachse verwendet werden.

Elektronik

Alle Hersteller, die in der DTM vertreten sind, arbeiten mit einem einheitlichen Motor-Steuergerät von Bosch. Dieses können sie innerhalb vordefinierter Bereiche nach eigenen Vorgaben programmieren und individuelle Parameter definieren. Jegliche Datenübertragung während der Fahrt ist jedoch verboten.

Fahrwerk

Das Fahrwerk wurde auf die Saison 2017 hin komplett überarbeitet und besteht größtenteils aus einheitlichen Bauteilen.

Felgen

Ab der Saison 2017 werden sämtliche Autos markenübergreifend mit dem neuen ATS Schmiederad starten. Es handelt sich dabei um Aluminium-Felgen in den Größen 12x18 für die Vorderachse und 13x18 für die Hinterachse. Die neuen Räder werden aus einer hochfesten Sonderlegierung hergestellt und erfüllen höchste Ansprüche an Festigkeit und Präzision. Das Mindestgewicht pro Felge für die Vorderachse liegt bei 9,5 Kilogramm, für die Hinterräder bei 10 Kilogramm.

Funk

Die Autos sind alle über Funk mit ihrer Box verbunden. Allerdings gibt es Regeln, wann die Ingenieure den Piloten Informationen und Anweisungen geben dürfen. Während des gesamten Rennens (vom Start bis zur Zieldurchfahrt) ist der Funkverkehr von der Box ins Auto grundsätzlich verboten. Erlaubt sind sicherheitsrelevante Meldungen, wenn auf der Strecke eine Gelbe Flagge oder eine Slowzone angezeigt wird, während einer Safetycar-Phase und während sich der Fahrer in der Boxengasse befindet. Der Fahrer darf zu jeder Zeit Informationen aus dem Auto an seine Box funken.

Getriebe

In der DTM ist nur eine einheitliche Getriebe-Differenzial-Einheit von Hewland zugelassen, die von allen Herstellern genutzt wird. Die Kupplung kommt von ZF. Alle Fahrzeuge sind heckangetrieben und verfügen über eine 4-Scheiben-CFK-Kupplung und ein sequenzielles 6-Gang-Getriebe.

Kraftstoff

Es darf nur der für die jeweilige Veranstaltung vorgeschriebene Kraftstoff (ARAL Ultimate 102) verwendet werden. Der Tank der Autos fasst maximal 118 Liter. Nachtanken während des Rennens ist nicht erlaubt.

Lenkrad

Das Lenkrad kann persönlich angepasst werden. Geschaltet wird über Wippen am Lenkrad. Die Systeme, die über das Lenkrad gesteuert werden können, sind vorgegeben: so etwa die Betätigung des Sprechfunk-Gerätes, der Trinkflüssigkeitspumpe, des Geschwindigkeitsbegrenzers für die Boxengasse, des Wassersprühsystems zur Bremsenkühlung, der Scheibenwischer, des Anlassers sowie die Aktivierung des DRS.

Motoren

In der DTM kommen V8-Motoren mit einem Zylinderbankwinkel von 90 Grad, maximal vier Litern Hubraum und maximal vier Ventilen pro Zylinder zum Einsatz. Das Ansaugsystem muss mit zwei Luftmengenbegrenzern ausgestattet sein, deren Durchmesser auf diese Saison hin von jeweils 28 auf 29 mm erweitert wurden. Es gibt nur einen Ersatzmotor pro Hersteller pro Saison. Dank der vergrößerten Restriktoren leisten die Motoren ab der neuen Saison deutlich über 500 PS.

Reifen

Die Reifen werden exklusiv von Serienpartner Hankook geliefert und wurden für die Saison 2017 neu entwickelt. An der Vorderachse werden Pneus des Modells "Ventus" der Größe 300/680 - 18 aufgezogen, an der Hinterachse 320/710 - 18. Der neue Reifen entwickelt im Vergleich zu seinem Vorgänger mehr Grip, baut in der Folge aber auch stärker ab. Jedem Fahrer stehen acht Sätze Reifen für sämtliche Sessions (Training, Qualifying und Rennen) eines Wochenendes zur Verfügung. Reifenheizdecken sind für die Slicks ab 2017 verboten.

Sicherheit

Den DTM-Fahrer umgibt im Cockpit eine innovative Kombination aus Einheitsmonocoque und -käfig. Jedes DTM-Fahrzeug ist zudem mit Crash-Strukturen an beiden Seiten sowie vorne und hinten ausgestattet, die bei einem Aufprall möglichst viel Energie absorbieren sollen. Bereits seit 2002 ist das Tragen des HANS-Systems (Head And Neck Support) Pflicht. Zudem verfügen die DTM-Boliden über eine abnehmbare Luke im Dach, über die ein Pilot im Falle eines Unfalls erreicht werden kann. Ab der Saison 2017 werden auch die neuen FIA-Standards für die Sicherheitsgurte erfüllt. Der Sicherheitsstandard in der DTM ist weltweit im Tourenwagensport einmalig und unerreicht.

Quelle: DTM.com