Pascal Wehrlein ist neuer DTM-Champion und damit der jüngste Titelträger in der Geschichte der Serie. Zudem ist der 20-Jährige offizieller Testfahrer beim Formel-1-Team von Mercedes. Doch wer ist Pascal Wehrlein, über den - abgesehen von seinem großen sportlichen Talent - wenig bekannt ist? Motorsport-Magazin.com beleuchtet den Menschen und den Rennfahrer Pascal Wehrlein anhand von zehn Fakten genauer.

Fakt 1: Ausbildung zum Feinwerkmechaniker

Pascal Wehrlein verließ sich nicht allein auf seine Rennfahrer-Karriere - Foto: DTM
Pascal Wehrlein verließ sich nicht allein auf seine Rennfahrer-KarriereFoto: DTM

Pascal Wehrlein konzentrierte sich früh auf seine Rennfahrerkarriere, aber als einziges Standbein betrachtete er den Rennsport dennoch nie, auch auf Drängen seiner Eltern hin. Sein Vater war es daher auch, der ihm nach dem Realschulabschluss eine Ausbildung als Feinwerkmechaniker in seinem Betrieb verschaffte. "Ich mache die Ausbildung, um auf jeden Fall etwas in der Hinterhand zu haben. Natürlich hat im Moment der Rennsport Priorität, aber es wäre naiv, sich allein darauf zu verlassen", sagte Wehrlein bereits 2011 in einem Interview. Als neuer DTM-Champion ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er seine Kenntnisse als Feinwerkmechaniker künftig ausschließlich privat nutzen darf.

Fakt 2: Mutter stammt aus Mauritius

Sein exotisches Flair hat Wehrlein von seiner Mutter mitbekommen - Foto: RACE-PRESS
Sein exotisches Flair hat Wehrlein von seiner Mutter mitbekommenFoto: RACE-PRESS

Geboren wurde Pascal Wehrlein in Sigmaringen, einer Kreisstadt in Baden-Württemberg, wohnhaft ist er in Worndorf. Exotisches Flair hat er dennoch in die Wiege gelegt bekommen: seine Mutter stammt aus Mauritius. Und wie jede Mutter eines jungen Rennfahrers machte auch sie sich Gedanken, wenn Pascal ins Auto stieg. "Sie sagt schon mal vor dem Start ‘Pass auf und fahr langsam'", erzählte Wehrlein. Für einen aufstrebenden Nachwuchsfahrer nicht einfach zu befolgen. Obwohl er das schnelle Fahren mag, war er nie auf einem Moped unterwegs. "Meinen Eltern ist das zu gefährlich", erklärte er vor ein paar Jahren.

Fakt 3: Beginn der Karriere als Achtjähriger

Bis zum DTM-Titel war es ein langer Weg - Foto: DTM
Bis zum DTM-Titel war es ein langer WegFoto: DTM

Wie üblich bei jungen Motorsport-Talenten, beginnt die Karriere früh. Wehrlein war acht Jahre alt, als er erstmals in einem Hallenkart saß. Ein Jahr später bekam er sein eigenes Kart. Dass er über großes Talent verfügt, konnte man bereits während seines ersten Auftritts in einem offiziellen Rennen erkennen. Beim Schwarzwaldcup 2004 wurde er aus dem Stand Zweiter. Danach drückte der junge Pascal den Kart-Wettbewerben seinen Stempel auf. Von 2005 bis 2008 gewann er viermal in Folge die DMV-Bundesmeisterschaft - eine einmalige Leistung.

Fakt 4: Fahrer im Team von Michael Schumacher

Zu Beginn seiner Karriere war Pascal Wehrlein im Team von Michael Schumacher - Foto: Formel Masters
Zu Beginn seiner Karriere war Pascal Wehrlein im Team von Michael SchumacherFoto: Formel Masters

2009 stieg Wehrlein dann in die KF2-Klasse auf und sammelte weiter Sieg um Sieg. Besonders aber war, dass Michael Schumacher persönlich das aufstrebende Talent unter seine Fittische nahm und in sein KSM Racing Team steckte. "Ich kenne ihn also ein bisschen, auch wenn ich natürlich nicht allzu viel mit ihm geredet habe. Er war auch immer ein bisschen zurückhaltend, was klar ist, wenn so viele Leute immer irgendwas von ihm wollen", beschreibt er die gemeinsame Zeit. Wehrlein gewann im selben Jahr die ADAC Formel Masters Sichtung und ergatterte einen Platz in der Formelserie für 2010.

Fakt 5: Erster Mücke-Sieger des ADAC Formel Masters

2011 gewann Wehrlein als erster Mücke-Pilot das ADAC Formel Masters - Foto: Formel Masters
2011 gewann Wehrlein als erster Mücke-Pilot das ADAC Formel MastersFoto: Formel Masters

Im ADAC Formel Masters - aus dem 2015 die ADAC Formel 4 hervorging - begann eine langjährige Partnerschaft zwischen Pascal Wehrlein und dem Team Mücke Motorsport. Für den Berliner Rennstall gingen zuvor bereits spätere Formel-1-Fahrer wie Sebastian Vettel, Sebastien Buemi und Robert Kubica an den Start. Gleich im ersten Jahr gewann Wehrlein ein Rennen und schloss die Meisterschaft auf Rang sechs ab. 2011 aber dominierte er die Serie mit acht Siegen in 24 Rennen. Am Ende wurde er Meister und bescherte seinem Mücke-Team den ersten Titel in der Nachwuchsserie.

Fakt 6: Jüngster DTM-Fahrer der Geschichte

Sein Debüt in der DTM feierte Pascal Wehrlein 2013 - Foto: Simninja Photodesignagentur
Sein Debüt in der DTM feierte Pascal Wehrlein 2013Foto: Simninja Photodesignagentur

Nach einem Ausflug in die Formel-3-Serie, den er natürlich nicht ohne Sieg verstreichen ließ, folgte 2013 sein Debüt in der DTM mit seinem vertrauten Mücke-Team. Mit 18 Jahren und 188 Tagen wurde er der jüngste Fahrer, der jemals in der Serie an den Start gegangen ist.Die Umstellung auf die Tourenwagen verlief jedoch erwartungsgemäß nicht reibungslos. Drei Punkte fuhr Wehrlein insgesamt in seiner Debüt-Saison ein. 2014 folgte der Wechsel ins erfolgreiche HWA-Team und Wehrlein konnte am Lausitzring sein erstes DTM-Rennen gewinnen. Am Saisonende stand Platz acht zu Buche, 2015 nun folgte der Titel.

Fakt 7: Sein Lieblingsauto ist ein Rolls Royce Phantom

Bei Privatautos steht Wehrlein eher auf Luxus - Foto: Mercedes-Benz
Bei Privatautos steht Wehrlein eher auf LuxusFoto: Mercedes-Benz

Man könnte meinen, der neue DTM-Champion würde sein Einsatzfahrzeug oder zumindest ein Modell derselben Marke präferieren. Pascal Wehrlein aber hat andere Vorstellungen. Sein Lieblingsauto ist ein Rolls Royce Phantom. "Auf der öffentlichen Straße kann man doch sowieso nicht richtig schnell fahren. Mein Traum für die Straße ist Rolls Royce, aber mal angenommen, ich würde irgendwann Formel 1 fahren, dann würde ich mir natürlich auch einen echten Sportwagen kaufen", beruhigte Wehrlein in einem Interview die Motorsportfans. Und wer weiß? Vielleicht ist es ja schon bald soweit...

Fakt 8: Seine Lieblingsmusik ist Rap und Hip Hop

In Sachen Musik steht Pascal Wehrlein auf die härteren Genres - Foto: Sutton
In Sachen Musik steht Pascal Wehrlein auf die härteren GenresFoto: Sutton

Musik spielt für viele Rennfahrer eine große Rolle. Vor dem Rennstart zur Entspannung noch einmal die Lieblingsmusik hören, kann Flügel verleihen. Geschmäcker gehen dabei natürlich weit auseinander. Bei Wehrlein sind Rap und Hip Hop ganz weit vorne. "Das ist meine Musik. Dabei kann ich mich mehr entspannen als zum Beispiel bei Rock, was ja Sebastian Vettel gerne hört", so Wehrlein. Ganz nebenbei outete sich der neue Champion auch noch als Fan der Castingshow "Deutschland sucht den Superstar" - zumindest der ersten Folgen. "Ich finde die ersten Folgen immer lustig. Da sind schon komische Kandidaten dabei", erklärte er.

Fakt 9: Wehrlein war aktiver Fußballer

Fußball ist eine besondere Leidenschaft von Pascal Wehrlein - Foto: Sutton
Fußball ist eine besondere Leidenschaft von Pascal WehrleinFoto: Sutton

Als Rennfahrer ist körperliche Fitness oberstes Gebot. Daher sind die meisten auch noch in anderen Gefilden unterwegs, um Sport zu treiben. Pascal Wehrlein bevorzugt dabei besonders Fußball, Snowboarden, Wakeboarden sowie Tischtennis. Im örtlichen Fußballverein war Wehrlein sogar aktiver Kicker, musste aus Gründen des Verletzungsrisikos dieses Hobby allerdings streichen. Heute kickt er nur noch aus Spaß.

Fakt 10: Lewis Hamilton ist sein Vorbild

Bereits seit längerer Zeit verfolgt Wehrlein die Karriere von Hamilton - Foto: Mercedes AMG
Bereits seit längerer Zeit verfolgt Wehrlein die Karriere von HamiltonFoto: Mercedes AMG

Natürlich hatte auch Pascal Wehrlein als kleiner Junge seine Vorbilder. Aus deutscher Sicht war das natürlich Michael Schumacher, was den Fahrstil betrifft, sieht Wehrlein allerdings Parallelen zwischen sich und Lewis Hamilton. "Ich fahre auch eher aggressiv, aber nicht unüberlegt. Kein Harakiri eben. Ich bin sowieso Hamilton-Fan. Es macht Spaß, ihm zuzusehen. Er ist keiner, der rundenlang hinter einem langsameren Vordermann herfährt. Das mag ich", sagte er einmal spox.com. Möglicherweise kommt es bald zu einem direkten Duell auf der Strecke.