Nach 170 Runden gewann Polesetter Kyle Busch in der zweiten Verlängerung das 20. Saisonrennen auf dem Indianapolis Motor Speedway. Damit wiederholte er seinen Sieg vom Vorjahr und sicherte sich den vierten Saisonsieg. Der Gibbs-Pilot hatte fast das gesamte Rennen geführt und musste trotzdem um den Sieg bangen. Vier Gelbphasen innerhalb von 14 Runden bremsten ihn in der Endphase laufend ein. Obwohl der größte Teil der Verfolger frische Reifen aufgezogen hatte, konnte er sich durch sensationelle Restarts immer wieder vom Feld absetzen.

Vor dem Start

Sprint-Cup-Titelverteidiger Kyle Busch gewann das Knock-Out-Qualifying über drei Runden auf dem Indianapolis Motor Speedway. Damit steht zum 14. Mal in Folge ein anderer Fahrer auf dem 2,5 Meilen langen Superspeedway auf dem besten Startplatz. Es ist die erste Pole Position für den Gibbs-Piloten auf diesem Quad-Oval, die zweite Bestzeit in dieser Saison und der 19. Pole Award in seiner Karriere. In der letzten Saison konnte Kyle Busch seinen ersten Sieg in Indianapolis feiern.

Mit Carl Edwards und Denny Hamlin starten zwei weitere Gibbs-Toyota-Fahrer aus den ersten beiden Startreihen. Dazwischen platzierte sich Tony Stewart auf Rang drei. Hamlin geht damit auch im 20. Saisonrennen zum 20. Mal aus den Top-12 an den Start. Chase Elliott war erneut der schnellste Rookie und geht von Startplatz 15 in das Rennen über 160 Runden. Indy-Rekordsieger Jeff Gordon startet am Sonntag bei seinem Comeback vom 21. Platz. Von den fünf Open-Teams scheiterte als einziger Fahrer Josh Wise und verpasste zum vierten Mal in dieser Saison den Sprung in das Starterfeld.

Polesetter Kyle Busch dominierte nach dem Start - Foto: NASCAR
Polesetter Kyle Busch dominierte nach dem StartFoto: NASCAR

Start: Kyle Busch zieht dem Feld davon

Polesetter Kyle Busch hatte einen sehr guten Start und holte sich den ersten Bonuspunkt. Stewart übernahm Rang zwei vor Hamlin, Brad Keselowski und Edwards, der drei Positionen verlor. Bereits in Runde drei gab es die erste Caution, die durch einen rauchenden Matt DiBenedetto ausgelöst wurde. Beim Restart setzte sich Kyle Busch erneut sofort ab. Nach 13 Runden war der Gibbs-Pilot bereits um 4.1 Sekunden dem Feld enteilt. In der 16. Runde sorgte Hamlin für eine Gibbs-Doppelführung. Kevin Harvick zog ebenfalls an Stewart vorbei und war neuer Dritter.

Kyle Busch legte weiter ein Höllentempo vor und führte nach 20 Runden mit einem Vorsprung von 5.4 Sekunden. Martin Truex Junior kam in Runde 24 sehr früh zum ersten Boxenstopp unter Grün. Weitere Fahrer folgten ihm ab der nächsten Runde. Kyle Busch stoppte in Runde 28. Die beiden Penske-Ford mit Keselowski und Joey Logano blieben länger auf der Strecke und lagen nun in Führung. Harvick musste nach einem Reifenschaden ein weiteres Mal die Boxengasse besuchen. Keselowski und Logano kamen erst in Runde 42 zum Service.

Brad Keselowski führte 15 Runden - Foto: Sutton
Brad Keselowski führte 15 RundenFoto: Sutton

Frühe Strategiespiele vom Team Penske

Nun führte wieder Kyle Busch mit 3.3 Sekunden vor Hamlin und dem dritten Gibbs-Toyota mit Edwards, der fast zehn Sekunden Rückstand hatte. Keselowski war mit seinen frischen Reifen schon wieder in den Top-10 zu finden. Nach 50 Runden lag Truex hinter den drei Gibbs-Fahrern auf Rang vier, gefolgt von Jimmie Johnson, Matt Kenseth, Kyle Larson, Keselowski, Austin Dillon und dem Zehnten Stewart. Es waren noch 24 Fahrer in der Führungsrunde und Gordon stand kurz vor einer Überrundung. Die zweite Gelbphase durch einen heftigen Mauerkontakt von Greg Biffle rettete Gordon in Runde 52. Es folgten die zweiten Boxenstopps. Keselowski nahm nur zwei frische Reifen mit und gewann damit das Rennen in der Boxengasse.

Logano war auf der Strecke geblieben und führte nun vor Keselowski, Kyle Busch, Hamlin und Edwards. Jetzt waren wieder 30 Fahrer in der Führungsrunde. Logano konnte beim Restart die Führung vor Kyle Busch verteidigen, während Keselowski bis auf Rang acht durchgereicht wurde. In Runde 62 hatte Kyle Busch die Führung zurückerobert. Zwei Runden später verlor Logano einen weiteren Rang an Edwards und kurz darauf Platz vier an Larson. A.J. Allmendinger hatte Probleme und musste seine Crew ansteuern.

Kyle Busch setzt sich ab - Foto: NASCAR
Kyle Busch setzt sich abFoto: NASCAR

Kyle Busch dominiert weiter

Zur Rennhalbzeit dominierte Kyle Busch weiterhin mit 3.5 Sekunden Vorsprung vor Edwards. Alle vier Gibbs-Toyota-Fahrer lagen in den Top-6. In Runde 81 übernahm Kenseth Rang drei mit 11.2 Sekunden Rückstand auf den Leader. Eine Runde später machte Gordon seinen zweiten Green-Flag-Stopp. Weitere Fahrer folgten in den nächsten Runden. Es gab Speeding-Strafen für Johnson und natürlich wieder einmal für Hamlin, die allerdings anschließend keinen Rundenrückstand zu beklagen hatten.

Nach 92 Runden hatte Kyle Busch einen Vorsprung von fast sieben Sekunden herausgefahren. Seine Teamkollegen Edwards und Kenseth sowie Truex waren die ersten Verfolger. Gordon hatte sich durch den frühen Stopp auf Rang zwölf verbessert. Zehn Runden später hatte Kyle Busch die beiden Bonuspunkte für die meisten Führungsrunden sicher. Kurz darauf lagen Danica Patrick, Trevor Bayne und Rookie Chase Elliott eine Runde zurück. Bei den hohen Temperaturen bekamen einige Fahrer Probleme mit der Hitze im Fahrzeug.

Toyota-Festival an der Spitze

Auch Johnson wurde in Runde 117 von Kyle Busch überrundet. Allerdings hatte Edwards gewaltig aufgeholt und lag nur noch eine Sekunde zurück. Gerade als Johnson zum dritten Mal unter Grün die Boxengasse besuchte, knallte David Ragan in die Mauer und sorgte für die dritte Rennunterbrechung in Runde 120. Jamie McMurray erhielt den Lucky Dog. Die nächsten Boxenstopps folgten. Jetzt erhielten Stewart und McMurray eine Speeding-Bestrafung. Beim Restart führte Kyle Busch vor Edwards, Truex, Kenseth, Harvick und Keselowski. Erneut erwischte Kyle Busch einen perfekten Start. Harvick konnte sich um eine Position beim Restart verbessern.

Die vierte Gelbphase folgte kurz darauf in Runde 130 durch einen Motorschaden bei Regan Smith. Der Lucky Dog ging an Paul Menard. Von den 17 Fahrern in der Führungsrunde kamen die letzten Fahrer zu einem weiteren Boxenstopp rein. Kyle Busch ging nach dem Neustart wieder in Führung. Edwards wurde weit aus der ersten Kurve getragen und Truex übernahm Rang zwei vor Kenseth und Harvick. Hinter dem Fünften Edwards lagen beide Penske-Fahrer.

Rennunterbrechung nach Big One - Foto: NASCAR
Rennunterbrechung nach Big OneFoto: NASCAR

Big One in der 153. Runde

Kyle Busch fuhr wieder davon, allerdings konnte Truex den Rückstand in Grenzen halten. Johnson war inzwischen wieder Elfter und kurz davor die schwarze Serie von Hendrick Motorsports zu beenden, die seit drei Rennen kein Top-10-Resultat mehr erzielen konnten. Zehn Runden vor Rennende gab es zum fünften Mal Gelb wegen Debris. Stewart freute sich über den Lucky Dog. Die große Frage: Wer holt sich frische Reifen? Nur Kyle Busch, Truex, Kenseth, Edwards, Logano und Newman blieben auf der Strecke. Harvick war als Siebter der erste Fahrer mit frischen Reifen. Nach dem Restart gab es in Kurve eins einen Big One, als Newman nach innen zog und Edwards in einen Dreher zwang.

Rot! Das Rennen wurde unterbrochen. Außer bei Newman und Edwards gab es noch heftige Kaltverformungen bei den Fahrzeugen von Rookie Ryan Blaney, Patrick und Keselowski. Mit reichlich Tape ging es für die involvierten Fahrer, bis auf Edwards, in den Restart. Jetzt waren noch drei Runden zu fahren. Die Reifen der vier Führenden Kyle Busch, Kenseth, Logano und Truex waren 29 Runden älter, als die vom Fünften Harvick und den restlichen Verfolgern.

Kyle Busch zelebriert seinen Sieg - Foto: NASCAR
Kyle Busch zelebriert seinen SiegFoto: NASCAR

Kyle Busch gewinnt nach zehn Verlängerungsrunden

Kyle Busch gewann den Restart vor Logano und Kenseth. Wenige Meter vor der Overtime-Linie knallte es erneut zwischen Trevor Bayne und Clint Bowyer. Nun ging das Rennen in die Verlängerung. Rookie Chris Buescher bekam den Lucky Dog. Kyle Busch kam gut weg, aber wieder knallte es in Runde eins. McMurray verlor seinen Chevrolet und Newman wurde erneut getroffen. Es war die vierte Caution innerhalb von 14 Runden. Auch den nächsten Restart gewann Kyle Busch vor Kenseth und Logano. Dieses Mal wurde die Overtime-Linie überquert und Kyle Busch steuerte dem Sieg entgegen.

Nach 170 Runden hatte es Kyle Busch endlich geschafft und den zweiten Indy-Sieg in Folge nach 149 Führungsrunden erzielt. Teamkollege Kenseth wurde Zweiter vor Johnson, der sich nach dem letzten Restart noch um vier Positionen verbessern konnte. Platz vier ging an Hamlin vor Larson, Harvick, Logano, Truex, Dillon und dem Zehnten Menard. Stewart belegte bei seinem letzten Indy-Start Rang elf und Gordon beendete sein Comeback-Rennen auf Platz 13 vor dem besten Rookie Chris Buescher.

Jeff Gordon und Tony Stewart drehen eine Ehrenrunde - Foto: General Motors
Jeff Gordon und Tony Stewart drehen eine EhrenrundeFoto: General Motors

20. Lauf: Crown Royal presents the Combat Wounded Coalition 400 at the Brickyard
Indianapolis Motor Speedway, Speedway, IN
Ergebnis: Top-10 (160+10 Runden)

1. #18 Kyle Busch (Toyota) Joe Gibbs Racing, 45/5 Punkte
2. #20 Matt Kenseth (Toyota) Joe Gibbs Racing, 39/0 Punkte
3. #48 Jimmie Johnson (Chevrolet) Hendrick Motorsports, 38/0 Punkte
4. #11 Denny Hamlin (Toyota) Joe Gibbs Racing, 37/0 Punkte
5. #42 Kyle Larson (Chevrolet) Chip Ganassi Racing with Felix Sabates, 36/0 Punkte
6. #4 Kevin Harvick (Chevrolet) Stewart-Haas Racing, 35/0 Punkte
7. #22 Joey Logano (Ford) Team Penske, 35/1 Punkte
8. #78 Martin Truex Jr. (Toyota) Furniture Row Racing, 33/0 Punkte
9. #3 Austin Dillon (Chevrolet) Richard Childress Racing, 32/0 Punkte
10. #27 Paul Menard (Chevrolet) Richard Childress Racing, 31/0 Punkte

Gesamtstand: Rennen 20/36 (Chase Top-16)

1. (1) #2 Brad Keselowski (Ford) Team Penske, 4 Siege, 647 Punkte
2. (2) #18 Kyle Busch (Toyota) Joe Gibbs Racing, 4 Siege, 601 Punkte
3. (3) #19 Carl Edwards (Toyota) Joe Gibbs Racing, 2 Siege, 593 Punkte
4. (4) #48 Jimmie Johnson (Chevrolet) Hendrick Motorsports, 2 Siege, 552 Punkte
5. (5) #20 Matt Kenseth (Toyota) Joe Gibbs Racing, 2 Siege, 545 Punkte
6. (6) #4 Kevin Harvick (Chevrolet) Stewart-Haas Racing, 1 Sieg, 671 Punkte
7. (7) #41 Kurt Busch (Chevrolet) Stewart-Haas Racing, 1 Sieg, 627 Punkte
8. (8) #22 Joey Logano (Ford) Team Penske, 1 Sieg, 606 Punkte
9. (9) #78 Martin Truex Jr. (Toyota) Furniture Row Racing, 1 Sieg, 573 Punkte
10. (10) #11 Denny Hamlin (Toyota) Joe Gibbs Racing, 1 Sieg, 542 Punkte
11. (11) #14 Tony Stewart (Chevrolet) Stewart-Haas Racing, 1 Sieg, 317 Punkte
12. (12) #24 Chase Elliott (Chevrolet) Hendrick Motorsports, 525 Punkte
13. (15) #3 Austin Dillon (Chevrolet) Richard Childress Racing, 520 Punkte
14. (13) #31 Ryan Newman (Chevrolet) Richard Childress Racing, 507 Punkte
15. (15) #1 Jamie McMurray (Chevrolet) Chip Ganassi Racing with Felix Sabates, 496 Punkte
16. (20) #42 Kyle Larson (Chevrolet) Chip Ganassi Racing with Felix Sabates, 472 Punkte

17. (19) #5 Kasey Kahne (Chevrolet) Hendrick Motorsports (-10 Punkte)
18. (16) #88 Dale Earnhardt Jr. (Chevrolet) Hendrick Motorsports (-11 Punkte)
19. (17) #6 Trevor Bayne (Ford) Roush Fenway Racing (-14 Punkte)
20. (18) #21 Ryan Blaney (Ford) Wood Brothers Racing (-22 Punkte)