Die Zeiten von 'Tarnen und täuschen' sind vorbei, jetzt packt Nissan aus: Der japanische Autobauer hat an diesem Dienstag sein offizielles Design für die anstehende Saison in der Formel E präsentiert. Zuletzt bei den Testfahrten in Valencia war die Mannschaft um Sebastien Buemi und Oliver Rowland mit einer mattschwarzen Interims-Lackierung unterwegs.

Der neue Nissan-Rennwagen präsentiert sich wie vermutet verstärkt im Nissan-Rot - und soll laut Presseabteilung eine "Kimono-Lackierung" tragen. Das Design sei vom japanischen Kimono inspiriert - einem Kleidungsstück, das ein traditionelles Symbol für Langlebigkeit und Glück ist. Fast 40 hauseigene Designer aus Schlüsselmärkten auf der ganzen Welt waren aufgerufen, Konzepte für das neue Design einzureichen.

"Rechtzeitig vor Beginn unserer zweiten Saison in der Formel E hat unser Designteam einen neuen Look entworfen, der unser japanisches Erbe und die lebendige DNA der Technologie würdigt", erklärt Alfonso Albaisa, Nissan Senior Vice President für globales Design. "Neben unserem legendären Nissan Racing Rot nutzen wir Schwarz und Weiß, die diagonal in einem Kimono-Muster übereinander liegen, was einen dynamischen und kraftvollen Eindruck erzeugt."

In der vergangenen Saison traten Buemi und Formel-E-Rookie Rowland mit einem in den Farben Silber und Schwarz gehaltenen Rennwagen gegen die internationale Konkurrenz an.

Neuer Testfahrer für Nissan e.dams

Mit Mitsunori Takaboshi präsentierte Nissan e.dams zusätzlich einen neuen Test- und Ersatzfahrer. Der 26-jährige Japaner hat in den vergangenen zwei Jahren bereits Erfahrung in einem Formel-E-Rennwagen gesammelt. Für Renault und das Nachfolgeteam Nissan absolvierte er 2018 und 2019 Testfahrten. Zuletzt fuhr Takaboshi in der japanischen Super GT.

Neuer Antriebsstrang nach Regeländerung

Nicht nur die Lackierung ist neu, auch unter der Motorabdeckung hat sich einiges getan. In Folge einer Regeländerung musste Nissan seinen Antriebsstrang für die sechste Saison umbauen. Das innovative Dualmotor-System ist nicht länger regelkonform, da nur noch der Einsatz einer einzelnen MGU-Motoreinheit erlaubt ist.

Mit dem doppelt rotierenden System hatten Buemi und Rowland das Qualifying dominiert und zusammen sechs Pole Positions erzielt - Rekord in der Formel E. Auf einer schnellen Runde war das Paket überragend, in den Rennen zeigte es zu Beginn oftmals Schwächen. Der Schweizer Buemi sicherte sich beim Saisonfinale in New York die Vize-Meisterschaft hinter Jean-Eric Vergne.

So liefen die Tests für Nissan

Bei den Testfahrten in Valencia vergangene Woche kam der neue Antriebsstrang erstmals in beiden Autos auf der Strecke zum Einsatz. Im Verlauf der drei Testtage erzielte Buemi die sechstschnellste Gesamtrundenzeit. Knapp zweieinhalb Zehntelsekunden fehlten dem ehemaligen Formel-E-Champion zu Spitzenreiter Maximilian Günther (BMW).

Rowland schaffte es mit seiner persönlichen Bestzeit auf dem Circuit Ricardo Tormo als Neunter ebenfalls in die Top-10 des Gesamtzeitenklassements. In der Rundentabelle der Teams ordnete sich Nissan e.dams auf der neunten Position mit insgesamt 298 Runden ein. Spitzenreiter war auch in dieser Kategorie BMW mit 401 Umläufen. Buemi legte 150 Runden zurück, Rowland seinerseits 148.

Der Nissan-Rennwagen aus der Vogelperspektive - Foto: Nissan
Der Nissan-Rennwagen aus der VogelperspektiveFoto: Nissan

Die sechste Saison der Formel E mit einem Rekord-Starterfeld von zwölf Teams und 24 Fahrern beginnt am 22./23. November mit einem Doppel-Rennwochenende in Saudi-Arabien.

Formel-E-Tests Valencia: Persönliche Bestzeiten gesamt

Position Fahrer Team Pers. Bestzeit Abstand
1 Maximilian Günther BMW 1:15.087
2 Pascal Wehrlein Mahindra 1:15.190 0.103
3 Nico Müller Dragon 1:15.198 0.111
4 Antonio Felix Da Costa Techeetah 1:15.293 0.206
5 Mitch Evans Jaguar 1:15.306 0.219
6 Sebastien Buemi Nissan 1:15.328 0.241
7 Alexander Sims BMW 1:15.359 0.272
8 Robin Frijns Virgin 1:15.377 0.290
9 Oliver Rowland Nissan 1:15.444 0.357
10 Jerome D'Ambrosio Mahindra 1:15.454 0.367
11 Jean-Eric Vergne Techeetah 1:15.480 0.393
12 Felipe Massa Venturi 1:15.504 0.417
13 Sam Bird Virgin 1:15.570 0.483
14 Brendon Hartley Dragon 1:15.592 0.505
15 James Calado Jaguar 1:15.624 0.537
16 Daniel Abt Audi 1:15.673 0.586
17 Lucas di Grassi Audi 1:15.675 0.588
18 Edoardo Mortara Venturi 1:15.684 0.597
19 Andre Lotterer Porsche 1:15.699 0.612
20 Stoffel Vandoorne Mercedes 1:15.736 0.649
21 Nyck de Vries Mercedes 1:15.916 0.829
22 Neel Jani Porsche 1:16.053 0.966
23 Oliver Turvey NIO 1:16.568 1.481
24 Ma Qing Hua NIO 1:17.047 1.960