Mit dem ePrix von Peking startet die Formel E am Samstag in ihre zweite Saison. Die Elektrorennserie wartet mit zahlreichen Neuerungen auf, welche Motorsport-Magazin.com kompakt zusammenfasst.

Der Kalender: Wie in der Debütsaison umfasst der Formel-E-Kalender elf Rennen in zehn Städten, wobei beim Finale in London im Juli 2016 zwei Läufe ausgetragen werden. Neu hinzugestoßen gegenüber der Vorsaison ist Paris, dafür ist Monaco aufgrund einer Terminüberschneidung aus dem Kalender gefallen. Auf dem Flughafen Berlin-Tempelhof macht die Formel E am 21. Mai Station. Offen ist noch, wo am 12. März 2016 gefahren wird, es wird jedenfalls ein Auftritt in Südamerika angestrebt.

Datum Land Ort
24. Oktober 2015 China Peking
7. November 2015 Malaysia Putrajaya
19. Dezember 2015 Uruguay Punta del Este
06. Februar 2016 Argentinien Buenos Aires
12. März 2016 TBD TBD
02. April 2016 USA Long Beach
23. April 2016 Frankreich Paris
21. Mai 2016 Deutschland Berlin
04. Juni 2016 Russland Moskau
02. & 03. Juli 2016 Großbritannien London (2 Rennen)

Die Teams: Es treten dieselben zehn Teams wie in der vorangegangenen Saison an, allerdings kam es zu einigen Namenswechseln. Die französische Automarke DS Automobiles kooperiert nun mit Virgin Racing, e.dams heißt ab sofort Renault e.dams und Amlin wechselte als Namenssponsor von Aguri zu Andretti Autosport.

Die Fahrer: Während mit dem amtierenden Champion Nelson Piquet Junior, Lucas di Grassi, Daniel Abt, Sebastien Buemi, Nicolas Prost, Bruno Senna, Vitantonio Liuzzi und Nick Heidfeld, der von Venturi zu Mahindra wechselte, zahlreiche bekannte Gesichter am Start sind, wagen auch einige Neulinge den Schritt in die Formel E.

Titelverteidiger Nelson Piquet Jr. - Foto: Sutton
Titelverteidiger Nelson Piquet Jr.Foto: Sutton

Der mit Abstand bekannteste Rookie ist Jacques Villeneuve, seines Zeichens Formel-1-Weltmeister der Saison 1997. Der Kanadier tritt bei Venturi die Nachfolge von Heidfeld an. Ebenfalls neu im Grid ist der frühere Formel-1-Testfahrer Robin Frijns. Die Schweizerin Simona de Silvestro, die in der letzten Saison nur beim Finale in London am Start war, soll diesmal die komplette Saison für Andretti bestreiten.

Nicht mehr dabei sind die Ex-F1-Piloten Jarno Trulli und Jaime Alguersuari, die ihre Karriere beendet haben, ebenso wie Karun Chandhok, der seine Zukunft im Sportwagenbereich sieht. Ab dieser Saison sind nur mehr zwei Fahrerwechsel pro Fahrzeug erlaubt, nachdem es in der Vorsaison kein Limit gegeben hatte und manche Teams bei nahezu jedem Rennen mit anderen Piloten angetreten waren.

Team Fahrer 1 Fahrer 2
ABT Schaeffler Audi Sport Lucas di Grassi Daniel Abt
Andretti Formula E Team Simona de Silvestro Robin Frijns
DRAGON RACING Jerome D'Ambrosio Loic Duval
DS Virgin Racing Formula E Team Sam Bird Jean-Eric Vergne
Renault e.dams Nicolas Prost Sebastien Buemi
Mahindra Racing Formula E Team Bruno Senna Nick Heidfeld
NEXTEV TCR Formula E Team Nelson Piquet Oliver Turvey
Team Aguri Antonio Felix da Costa Nathanaël Berthon
Trulli Formula E Team Vitantonio Liuzzi Salvador Duran
Venturi Formula E Team Stéphane Sarrazin Jacques Villeneuve

Die Technik: Der große Unterschied gegenüber der ersten Saison der Formel E besteht darin, dass die Entwicklung von Motor, Getriebe und Kühlsystem freigegeben ist. Von der FIA wurden acht Hersteller benannt, die mit jeweils einem Team kooperieren, aber auch verpflichtet sind, den Antrieb zu einer fixen Preisobergrenze an andere Rennställe abzugeben. Die Fahrzeuge basieren auf dem Spark-Renault SRT_01E der Vorsaison, verfügen je nach Hersteller aber über eigene Bezeichnungen.

Eine weitere technische Regeländerung betrifft die Leistung der Boliden. Ab dieser Saison rufen die Motoren im Rennbetrieb 170 anstelle der bisherigen 150 kW ab. Die für eine Renndistanz zur Verfügung stehende Energiemenge bleibt mit 28 kWh hingegen unverändert. Die Allwetterreifen werden weiterhin von Michelin geliefert. Der französische Hersteller verlängerte seinen Vertrag mit der Formel E bis zum Ende der Saison 2018/19.

Das Sportliche Reglement: Das Sportliche Reglement der Formel E wurde einer gründlichen Überarbeitung unterzogen. Die wichtigsten Regeländerungen sind:

  • Die schnellsten Fahrer der vier Qualifying-Gruppen fahren die Pole Position in einem Shoot-Out aus.
  • Ähnlich wie in der Formel 1 mit dem Virtuellen Safety Car gibt es nun eine Full-Course-Yellow-Regelung.
  • Es gibt nun eine Alternative zum herkömmlichen Safety Car - Foto: Formel E
    Es gibt nun eine Alternative zum herkömmlichen Safety CarFoto: Formel E
  • Für den Fanboost kann ab dieser Saison bis zur sechsten Rennminute abgestimmt werden, weshalb die zusätzlichen 100 Kilojoule erst nach dem vorgeschriebenen Autowechsel zur Verfügung stehen.
  • Die Rennkommissare können Zeitstrafen aussprechen, die entweder beim Autowechsel verbüßt oder nach Rennende zur Gesamtzeit hinzuaddiert werden. Ebenso möglich sind Durchfahrts- und Stop-and-Go-Strafen.
  • Um an der Formel E teilzunehmen, benötigen die Piloten die sogenannte e-Lizenz. Um diese zu erlangen, bedarf es mindestens 20 Punkte im Superlizenzsystem der FIA beziehungsweise müssen die Piloten in der Vergangenheit eine Superlizenz besessen oder an mindesten drei Rennen der letzten Formel-E-Saison teilgenommen haben. Auch der Besuch einer Schulung über die Sicherheit von elektrisch betriebenen Fahrzeugen ist vorgeschrieben.