Force India wurde vor der Saison als einer der heißesten Anwärter auf Platz drei hinter Mercedes und Ferrari gehandelt. Beim ersten Rennen in Australien konnte das Team diese Erwartungen nicht ganz erfüllen, hatte allerdings auch eine Menge Pech. Die Strecke in Bahrain dürfte Nico Hülkenberg und Sergio Perez zudem mehr entgegenkommen. Die Marschroute scheint somit vorgegeben.

Das letzte Rennen: Ein Auge lacht, eins weint

Nico Hülkenberg belegte in Melbourne Platz sieben und war zufrieden. "Wir sind gut in die Saison gestartet und haben Punkte gesammelt, auch wenn es mehr hätten sein können", sagte der Deutsche. Die rote Flagge nach dem Alonso-Crash kam im schlechtesten Moment für die Strategie von Force India. Gerade hatten beide Piloten ihre Reifen gewechselt. Nun wurden sie nach hinten durchgereicht. Hülkenberg konnte sich immerhin wieder nach vorne kämpfen, Perez blieb aber außerhalb der Punkteränge hängen.

Die Neuerungen: Verbesserte Aerodynamik für die Front

"Wir werden einige neue aerodynamische Teile an der Front des Autos haben und hart daran arbeiten, dies im Laufe des Wochenendes zu optimieren", kündigt Teamchef Vijay Mallya an. In Sachen Reifen hat Force India gemeinsam mit Williams und Haas für beide Fahrer die meisten Supersoft-Sätze geordert (je sieben). Hinzu kommen fünfmal Soft und einmal Medium. Perez erinnert an die Eigenheiten der Strecke, was die Pneus angeht. "Es ist hart für die Hinterreifen. Ich denke, der Reifenverschleiß wird ein Schlüsselfaktor für den Ausgang des Rennens", tippt der Mexikaner.

Die Erwartungen: Alles auf Angriff

Der Kurs in Sakhir ist so angelegt, dass in erster Linie die Power der Autos entscheidend ist. Entsprechend rechnet sich das in dieser Hinsicht gut aufgestellte Team hier Chancen aus. Hülkenberg ist bereits voll im Angriffsmodus. "Es gibt mehrere Stellen zum Überholen und die ganze Strecke ist mit ihren langen Geraden und großen Bremszonen gut für großartiges Racing Rad-an-Rad. Attackieren wird hier belohnt", fasst der 28-Jährige zusammen.

Mallya formuliert es noch relativ vorsichtig: "Von der Papierform her ist es eine Strecke, auf der wir stark sein müssten. Daher bin ich optimistisch, dass wir das gleiche Level an Punkten wie in Melbourne liefern können." Doch Sergio Perez sagt selbstbewusst, dass er "all die Punkte wiederholen will, die ich in Australien verloren habe". Insofern ist am Wochenende mit einem offensiven Auftritt des Teams zu rechnen.

Bahrain-Vorschau: Streckenvorstellung von Nico Hülkenberg: (03:04 Min.)

Die Statistik: Force India beim Bahrain GP

Siege Poles Schn. Runden Podium Punkte km geführt
Force India - - - 1 51 -
Nico Hülkenberg - - - - 10 -
Sergio Perez - - - 1 27 -

Force India: Bahrain Bilanz

Force India in Bahrain: Die Mannschaft von Vijay Mallya feierte 2014 ihr bestes Ergebnis auf dem Bahrain International Circuit. Sergio Perez schaffte als Dritter den Sprung auf das Podium und Nico Hülkenberg rundete als Fünfter das gute Resultat ab. Zuvor hatte ein vierter Platz von Paul di Resta aus der Saison 2013 die Bestmarke dargestellt.

Nico Hülkenberg in Bahrain: Hülkenberg startete bislang fünf Mal in Bahrain und sah auch jedes Mal die Zielflagge. Punkte machte der Deutsche allerdings nur vor zwei Jahren, als er Fünfter wurde.

Perez in Bahrain: Sergio Perez fühlt sich in der Hitze Bahrains sichtlich wohl. Zwar blieb er bei seiner Wüstenpremiere 2012 als Elfter ohne Punkte, danach folgten jedoch die Ränge sechs, drei und acht.

Wild entschlossen: Nico Hülkenberg hat mit Force India Großes vor - Foto: Sutton
Wild entschlossen: Nico Hülkenberg hat mit Force India Großes vorFoto: Sutton

Die Prognose: Besser als Melbourne

  • Die Strecke passt zu den Stärken von Force India
  • Neue Aerodynamik an der Front
  • In Australien verhinderte nur Pech ein besseres Ergebnis
  • Das Selbstbewusstsein ist groß

Motorsport-Magazin.com meint: Force India hat das technische Rüstzeug, die Erfahrung auf der Strecke und offenbar auch die Entschlossenheit, um in Bahrain ein gutes bis sehr gutes Ergebnis zu holen. Mit etwas Glück sind deutliche Punkte-Platzierungen für beide Fahrer im Bereich des Machbaren. (Matthias Schwerdtfeger)