Interlagos ist eine Old-School-Strecke. Was sind die Eigenheiten des Kurses aus Sicht eines Ingenieurs?
Nick Chester: Es ist schwierig die richtige Abstimmung zu finden. Der Mittelsektor ist sehr eng mit vielen langsamen Kurven und der letzte Sektor ist im Grunde eine lange Bergaufkurve auf eine lange Gerade. Man braucht viel Motorleistung für die Gerade, aber auch ein stabiles Auto mit viel Traktion für den engen Mittelteil. Der Kompromiss, mit wie viel Abtrieb gefahren wird, ist recht herausfordernd. Man will für den letzten Sektor so wenig wie möglich fahren, aber in den anderen Sektoren ist der Abtrieb wichtig.

Was konntet ihr in Mexiko lernen?
Nick Chester: Es war eine recht große Herausforderung. Wir wussten vorher, dass die Höhe einige Hürden mit sich bringt, z.B. hatten wir nur 70% des Abtriebs, Luftwiderstands und der Kühlung. Dabei war die Kühlung das größte Problem. Wir haben die Karosserie geändert und die Bremsbelüftung angepasst. Glücklicherweise hat alles wie benötigt funktioniert, sodass das Team in der Hinsicht gute Arbeit geleistet hat. Es war gut, beide Autos im Ziel zu sehen, aber es wäre schön gewesen, wenn sie auf besseren Positionen angekommen wären. Dennoch war es gut, dass wir die Daten der Simulationen vor dem Event bestätigen konnten.

Welche Lektionen habt ihr für das nächste Mal gelernt?
Nick Chester: Wir haben viele Daten gesammelt, daher sind wir jetzt für eine Rückkehr besser gerüstet. Mit beiden Autos das Rennen zu beenden war sehr nützlich, da wir die Leistungen besser vergleichen und analysieren können. Wir sahen, dass sich die Oberfläche am Wochenende deutlich entwickelt hat und daher können wir in Zukunft bessere Entscheidungen zur Reifennutzung treffen.

Am E23 gab es in dieser Saison nur wenige neue Teile - Foto: Sutton
Am E23 gab es in dieser Saison nur wenige neue TeileFoto: Sutton

Hast du das Rennen zwischen Romain und Pastor genossen?
Nick Chester: So lange sie sich nicht berühren, bin ich zufrieden. Sie kämpften fair miteinander und beide Autos erreichten das Ziel, daher ist alles in Ordnung.

Was denkst du über einen Kundenmotor mit einer anderen Konfiguration als im aktuellen Regelwerk?
Nick Chester: Eine zweigeteilte Meisterschaft wäre schwer zu betreiben, denn es gäbe so viele Herausforderungen, um ein Gleichgewicht zu gewährleisten und das wäre enorm schwierig bei Motoren mit verschiedenen Charakteristiken.

Wie ist der Fortschritt beim nächstjährigen Auto?
Nick Chester: Wir sind mit dem Design schon weit fortgeschritten und der größte Teil des Layouts ist erledigt. Wir haben in den letzten zwei Saisons viel gelernt und all dieses Wissen fließt in das nächstjährige Auto. Es gab in diesem Jahr nicht die meiste Entwicklung am E23, daher konnten wir zusätzliche Arbeitskraft in unser Auto für 2016 stecken. Die Produktion einiger Teile ist schon im Gange und wir arbeiten momentan an den letzten Details.