Nach einer äußerst schwierigen zweiten Jahreshälfte 2013 überraschte Force India zu Beginn der neuen Turbo-Ära in der Formel 1 mit starken Resultaten in Serie. 98 Punkte sammelten Nico Hülkenberg und Sergio Perez bis zum Start der Sommerpause im Anschluss an den Ungarn-GP, und somit bereits mehr als in der gesamten Vorsaison (77). Auch damals holte der indische Rennstall mit 59 Punkten das Gros seiner WM-Zähler vor dem Sommerurlaub, musste damals jedoch hauptsächlich dem Wechsel auf die alte Reifengeneration mitten in der Saison Tribut zollen.

Dass Force India in den vergangenen sieben Rennen trotz des überlegenen Mercedes-Antriebsstranges im Heck der VJM07 erneut einen rasanten Abstieg zu verzeichnen hatte, wurde im Allgemeinen auf die fehlende Liquidität des kleinen Rennstalls zurückgeführt. So schien es, als ob Force India im Entwicklungswettstreit simpel gesagt dem Tempo der Großen Tribut zollen musste. Obwohl das Team von Vijay Mallya jüngst massive finanzielle Einbußen offenbarte, und gar mit Boykott der Rennen in Austin und Sao Paulo drohte, sollen fehlende Mittel im Entwicklungskampf jedoch keine große Rolle für den ungewünschten Leistungsabfall gebracht haben.

Fernley klagt: Zu spät wieder auf dem richtigen Pfad

Gegenüber autosport.com gab der Stellvertretenden Teamchef Robert Fernley nun den wahren Grund zu Protokoll: "Gegen Mitte der Saison sind wir leider einen komplett falschen Weg hinsichtlich der Entwicklung der Aerodynamik des VJM07 gegangen. Leider haben wir erst vor Brasilien wieder auf den richtigen Pfad zurückgefunden, jedoch war der Schaden im Kampf mit Mclaren um Rang fünf der Konstrukteure da natürlich bereits groß."

In Brasilien gelang Force India eine deutliche Verbesserung hinsichtlich der aerodynamischen Performance - Foto: Sutton
In Brasilien gelang Force India eine deutliche Verbesserung hinsichtlich der aerodynamischen PerformanceFoto: Sutton

Nachdem sich Force India lange Zeit als fünftbester Rennstall im Grid etabliert hatte, verlor das Team in den vergangenen Wochen doch den Anschluss an McLaren Mercedes, und rutschte so auf Gesamtrang sechs ab. Bei noch 86 theoretisch möglichen Punkten pro Team ist der Kampf gegen den britischen Traditionsrennstall angesichts des Rückstands von lediglich 34 Zählern zwar noch nicht verloren, ob der Stärke von Mercedes, Red Bull, Williams und Ferrari jedoch kaum zu gewinnen.

Basis passt - Angriff 2015 steht nichts im Weg

Fernley zeigt sich für den Moment dennoch zufrieden. "Dass McLaren viel mehr Geld zur Verfügung hat als wir ist ja kein Geheimnis. Ich finde es jedoch ermutigend, dass wir uns unseren Rückstand eigentlich selbst zuzuschreiben haben. Hätten wir die Fehler nicht gemacht, wären wir jetzt auch mit deutlich kleinerem Budget mittendrin im Kampf um den fünften Rang. Außerdem können wir nun voll mit der Entwicklung für das 2015er-Auto durchstarten, da die Basis jetzt passt. Das sollten wir keinesfalls vergessen."