Auf den Tag genau sechs Jahre nach seinem ersten Weltmeistertitel hat Lewis Hamilton beim US GP in Austin einen weiteren großen Schritt in Richtung Fahrertitel 2014 gemacht. Nachdem der Brite im ersten Stint auf den weichen Reifen abwartend hinter Teamkollege Nico Rosberg herfuhr, attackierte er früh im zweiten Stint.

In Runde 24 war es dann soweit: Hamilton schob sich am Ende der langen Geraden mit einem Überraschungsmanöver an Rosberg vorbei und setzte damit den Grundstein zu seinem fünften Sieg in Folge und zu seinem 32. Erfolg insgesamt. "Ich habe einen unglaublichen Lauf, aber die gesamte Saison war wirklich unglaublich", so Hamilton.

Hamilton: Habe meine Hausaufgaben gemacht

"Er war zu dem Zeitpunkt stark, als es darauf ankam. Da hat er Nico eingeholt und überholt. Er war einfach schneller", analysierte Toto Wolff den entscheidenden Zweikampf. "Ich habe meine Hausaufgaben wirklich gemacht. Ich hab versucht, die Möglichkeiten und die verschiedenen Szenarien zu verstehen, wie ich herangesehen soll. Ich hatte wirklich den Glauben daran, dass ich noch gewinnen kann", schilderte der WM-Leader die Szenen vor dem Manöver.

Hamilton fühlte sich an 2012 erinnert, als er Sebastian Vettel jagte und letztendlich durch eine Überrundung auch überholen konnte. "Es gab im Rennen nie einen Punkt, an dem ich dachte, dass ich ihn nicht kriegen würde", versicherte Hamilton. Das Überholmanöver war dann wenig spektakulär, aber effektiv. "Ich war ein bisschen weit hinten, aber in Kurve 12 hinein war ich zuversichtlich. Ich war gerade nah genug dran, um reinzustechen - man muss entscheiden, wie viel Risiko man eingeht, aber Nico hat sich nicht wirklich verteidigt, ich hab ihn etwas überrascht."

Den Rest des Rennens kontrollierte der 29-Jährige, ließ seinem WM-Widersacher keine Chance mehr. "Als ich an ihm vorbei war, habe ich nur noch versucht, die Reifen zu managen." Trotzdem zollte Hamilton dem WM-Zweiten Tribut: "Ich hatte heute einen großartigen Gegner."

2012 jagte Hamilton Vettel - Foto: Sutton
2012 jagte Hamilton VettelFoto: Sutton

Der Sieg war vor allem psychologisch wichtig. Rosberg kann die Weltmeisterschaft nun nicht mehr aus eigener Kraft gewinnen. "Der Schritt in Richtung Weltmeisterschaft ist relativ groß, weil es Nico nicht mehr aus eigener Kraft schaffen kann, wenn Lewis Zweiter wird", weiß Wolff.

Hamilton genoss die Zeremonie auf dem Podium sichtlich. "Ich bin mit einem unglaublichen Team und einem unglaublichen Auto gesegnet", freute sich Hamilton auf dem Podium über seinen Erfolg. "Es ist so ein Privileg, mein Land zu repräsentieren und die Weltmeisterschaft anzuführen."