In Zandvoort mimte Christian Vietoris den Einzelkämpfer im runderneuerten Mercedes, beim Finale in Hockenheim gibt es die volle Unterstützung. Mercedes gibt beim letzten Rennen des Jahres in rund drei Wochen allen sieben Fahrern das neue Mercedes AMG C-Coupé an die Hand. Auf dem Hockenheimring sollte sich erstmals ein deutlicheres Bild davon abzeichnen, wie stark der final homologierte Mercedes-Bolide denn nun wirklich ist.

Vietoris war in den Niederlanden mehr oder weniger auf sich allein gestellt und hatte obendrein im Qualifying mit Lenkungsproblemen zu kämpfen. Von Startplatz 18 sorgte er mit dem fünften Platz zumindest für ein ordentliches Ergebnis bei der Premiere des Mercedes 2.0. Ab jetzt soll es nur noch aufwärts gehen. "In Hockenheim fahren alle Autos auf diesem Stand", sagte Vietoris im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com. "Da kann man dann auch voneinander lernen. Auf jeden Fall war es schon mehr sehr positiv."

So sieht der neue Mercedes-Bolide aus - Foto: DTM
So sieht der neue Mercedes-Bolide ausFoto: DTM

Generalprobe für 2015

Hockenheim dient allerdings eher als Generalprobe für die Saison 2015. Die aktuellen DTM-Boliden sind über einen längeren Zeitraum 'eingefroren', Veränderungen am Aufbau oder der Aerodynamik in der kommenden Zeit nicht zugelassen. Mercedes muss nun hoffen, mit der neuen Version einen Volltreffer gelandet zu haben, um endlich wieder auf Augenhöhe mit Audi und BMW fahren zu können. "Unser Fokus liegt auf dem nächsten Jahr", bestätigte auch Vietoris nach dem Rennen in Zandvoort.

Bei Mercedes ist klar: Da geht noch mehr! Zandvoort war nur der Vorgeschmack. Im Vorfeld hatten sogar Konkurrenten aus dem Fahrerlager vermutet, dass die Stuttgarter die Karten noch nicht komplett auf den Tisch legen. Nennenswertes gibt es in dieser Saison sowieso nicht mehr zu holen - der Großangriff ist für 2015 geplant. "Bei neuen Autos gibt es so viele Details", sagte Ralf Schumacher. "Wir hatten eine sehr turbulente Phase und mussten alles schnell zusammenbringen. Da haben wir das Optimum noch nicht herausgeholt."

Christian Vietoris war Einzelkämpfer in Zandvoort - Foto: DTM
Christian Vietoris war Einzelkämpfer in ZandvoortFoto: DTM

China sorgt für Probleme

Trotz der langen zusätzlichen Entwicklungsphase wurde es offenbar knapp beim Bau des neuen Autos. Dass Mercedes in den Niederlanden nur mit einem neuen Auto antrat, war allerdings auch der kurzfristigen Änderung des Rennkalenders geschuldet. Eigentlich hätte die DTM in China fahren sollen, doch nach Querelen um die neue Strecke sprang Zandvoort in die Bresche. "Das hatte logistische Gründe", bestätigte Mercedes-Sprecher Wolfgang Schattling in Zandvoort. "Wir waren eigentlich von China ausgegangen. Wir hatten gesagt, dass wir es nicht schaffen, sieben Autos nach China zu bringen."

Als dann klar war, dass Zandvoort statt China steigt, hatte sich Mercedes bereits auf den Bau nur eines neuen Autos eingeschossen. "Wir haben es gerade noch so geschafft, mit den neuen Teilen hier her zu kommen", so Schattling. In Hockenheim wird dann groß aufgefahren. Schattling: "Wir sind zuversichtlich, dass wir das hinkriegen."

In Hockenheim bekommen alle Mercedes-Fahrer das neue Auto - Foto: DTM
In Hockenheim bekommen alle Mercedes-Fahrer das neue AutoFoto: DTM

Wie schwierig es ist, ein neues Auto auf die Beine zu stellen, weiß auch Norbert Haug. 20 Jahre lang leitete er die Geschicke bei Mercedes und war bei vielen Modellwechseln dabei. "Da geht es um Tausendstel", sagte er in Zandvoort. Gleichzeitig war Haug überzeugt, dass Mercedes mit den Neuen bald den Anschluss zur Konkurrenz findet: "In Hockenheim sollte es möglich sein, dass alle auf Augenhöhe fahren."