Toby Price erweist sich auf der neunten Etappe der Rallye Dakar erneut als Meister der Dünen. Auf dem aus Sicherheitsgründen verkürzten Teilstück holt der australische KTM-Pilot seinen bereits fünften Tagessieg bei dieser Dakar und baut seinen Vorsprung in der Gesamtwertung erheblich aus.

Die 9. Etappe der Dakar - Foto: ASO/DPPI
Die 9. Etappe der DakarFoto: ASO/DPPI

9. Etappe: Belen - Belen

Während die Etappe in vollem Gange war, ließen die Organisatoren plötzlich mit der Nachricht aufhorchen, dass die Durchfahrt durch Checkpoint 2 gleichzeitig das Ende des heutigen Tages bedeutete. Somit wurde das 285 Kilometer lange Teilstück auf rund zwei Drittel der ursprünglich geplanten Länge verkürzt. Grund für den Abbruch waren die hohen Temperaturen, wegen derer die Organisatoren ein Risiko für die Gesundheit und Konzentration der Fahrer befürchteten.

Denn die Etappe hatte es auch in ihrer kurzen Ausführung in sich. Als reines Offroad-Teilstück gab es abwechselnd Passagen in sandigen Dünen und unbefestigte Abschnitte mit großen Felsen, die der Konzentration der Fahrer ohnehin schon alles abverlangte.

Für die Gegner von Toby Price kam die vorzeitige Zielflagge sogar gelegen, denn der Australier hatte seinen Vorsprung bis zum Abbruch kontinuierlich ausgebaut. Von anfänglich zwei Minuten wuchs sein Guthaben auf den Rest des Feldes bis zum Ende auf über sieben Minuten an. Kevin Benavides hielt als Zweitplatzierter die Ehre von Honda hoch, Stefan Svitko (KTM) komplettierte das Podium.

Defekt legt Goncalves' Honda lahm

Abseits von Benavides' zweitem Platz musste Honda aber den nächsten Rückschlag hinnehmen. Nach rund einer Stunde blieb das Motorrad von Paulo Goncalves, zu diesem Zeitpunkt Zweiter in Tages- und Gesamtwertung, mit einem kaputten Kühler liegen. Der Portugiese konnte das Rennen nicht wieder aufnehmen und muss womöglich sogar komplett aufgeben. Damit würde Honda nach Joan Barreda Bort auch den zweiten Titelkandidaten auf den Gesamtsieg verlieren.

In der Gesamtwertung hat Price vier Etappen vor dem Ende nun bereits einen respektablen Vorsprung von 24 Minuten auf Svitko und 32 Minuten auf Husqvarna-Fahrer Pablo Quintanilla. Als bester Honda-Fahrer folgt Benavides mit 33 Minuten Rückstand auf dem vierten Rang.

Ergebnis 9. Etappe Motorräder (Top-10)

Pos.FahrerMotorradZeit
1.Toby Price (AUS)KTM2:24:19
2.Kevin Benavides (ARG)Honda+0:07:10
3.Stefan Svitko (SVK)KTM+0:10:33
4.Pablo Quintanilla (CHL)Husqvarna+0:10:48
5.Ricky Brabec (USA)Honda+0:11:03
6.Antoine Meo (FRA)KTM+0:11:53
7.Adrien Van Beveren (FRA)Yamaha+0:14:23
8.Gerard Farres Guell (ESP)KTM+0:14:38
9.Helder Rodrigues (POR)Yamaha+0:16:00
10.Armand Monleon (ESP)KTM+0:16:38

Gesamtwertung nach 9/13 Etappen

Pos.FahrerMotorradZeit
1.Toby Price (AUS)KTM29:53:15
2.Stefan Svitko (SVK)KTM+0:24:47 (Strafe: 0:01:00)
3.Pablo Quintanilla (CHL)Husqvarna+0:32:14
4.Kevin Benavides (ARG)Honda+0:33:05
5.Antoine Meo (FRA)KTM+0:40:37
6.Helder Rodrigues (POR)Yamaha+0:46:51 (Strafe: 0:02:00)
7.Gerard Farres Guell (ESP)KTM+0:52:10
8.Ricky Brabec (USA)KTM+1:02:42
9.Adrien Van Beveren (FRA)Yamaha+1:08:10
10.Alessandro Botturini (ITA)Yamaha+1:17:17 (Strafe: 0:04:00)

Die Stimmen zur 9. Etappe:

Toby Price (Etappensieger, KTM): "Wir sind recht gut durch die Stage gekommen. Einzig bei Kilometer 100 unterliefen mir ein paar Fehler und ich verlor ein wenig die Orientierung. Aber ich schaffte es aus eigener Kraft zurück auf die Strecke und konnte weiterfahren. Die Navigation war heute sicherlich heimtückisch, weshalb ich froh bin, dass es bei uns so gut gelaufen ist. Das Motorrad sieht sehr stark aus und alles funktioniert noch gut."

Pablo Quintanilla (4., Husqvarna): "Die Sonderprüfung war sehr hart. Gleich zu Beginn gab es in den Dünen sehr viel Navigationsarbeit zu verrichten. Die Hitze setzte uns allen zu, deshalb war es gut, dass bei Checkpoint 2 abgebrochen wurde. Ich habe Paulo (Goncalves; Honda) bei Checkpoint 1 stehen gesehen, da hatte er irgendein Problem mit seinem Motorrad. Es hat ausgesehen als wäre er gestürzt und dabei wäre irgendetwas an seiner Honda kaputt gegangen."

Antoine Meo (6., KTM): "Für mich lief es zu Beginn ganz gut, obwohl mir ein Fehler bei der Navigation unterlief. Dann bekam ich ein Stück eines Baumes in mein Rad und das brachte mich zu Sturz. Im zweiten Streckenabschnitt fiel mir die Navigation etwas leichter und ich konnte genau hinter Benavides herfahren. Ich bin noch in einem Stück und das Motorrad ist okay, deshalb darf ich morgen auf ein besseres Ergebnis hoffen."