Das vorletzte Rennen der NASCAR-Saison brachte eine Vorentscheidung zu Gunsten von Jimmie Johnson. Der Hendrick Motorsports-Pilot konnte sich das Rennen in Phoenix in den letzten Runden komfortabel sichern, nachdem er zuvor Matt Kenseth und den um Grip kämpfenden Martin Truex Jr. hinter sich gelassen hatte. Währenddessen erreichte Jeff Gordon lediglich als Zehnter das Ziel, wodurch sein Rückstand im Chase auf 86 Punkte anwuchs. Das bedeutet, dass Johnson beim Finale in Homestead ein 18. Platz zum Titelgewinn genügt.

"Ich schüttle meinen Kopf, ich weiß nicht, woran ich denken soll. Ich bin schlecht, wenn es um das Verteidigen geht, also muss ich einfach da raus gehen und mein eigenes Ding machen", sagte ein überglücklicher Johnson nach der Zieldurchfahrt. Dabei hat er auch viel Vertrauen in die Fähigkeiten seiner Mitstreiter, denn mit denen kämpft er trotz seiner Position im Chase immer bei 100 Prozent - auch wenn dabei eine Kollision passieren könnte. Diesmal musste sich Johnson dabei besonders anstrengen. "Wir wollten vorne sein, führen und alles tun, damit wir das Rennen kontrollieren. Wir hatten bis zum Ende aber nicht alles richtig. Wir machten schließlich einen Stopp für zwei Reifen und das Auto war damit wirklich gut. Für uns ergab sich die perfekte Situation und wir haben sie genutzt."

Dass er beim Abschluss in Homestead nun nur mehr sicher hinter Gordon herfahren muss, lässt Johnson aber für sich nicht gelten, denn er will weiter um den Sieg fahren. "Wenn wir den ganzen Tag nur gegen die 24 [Gordon] fahren, dann werden wir in guter Verfassung sein, aber das ist nicht unser Motto. Wir werden vorne fahren, versuchen, in den Top Drei oder Top Fünf zu bleiben und hoffentlich läuft alles nach Plan. Jeff ist ein wahrer Champion, ein großartiger Freund und Teamkollege und es war ein toller Kampf", erklärte Johnson. Er weiß auch, dass noch nicht alles vorbei ist und dass Gordon beim Finale noch einmal angreifen wird.

Jeff Gordon hat seine Niederlage schon eingestanden - Foto: Rusty Jarrett / Getty Images for NASCAR
Jeff Gordon hat seine Niederlage schon eingestandenFoto: Rusty Jarrett / Getty Images for NASCAR

Gordon selbst hat anscheinend aber schon aufgegeben und meinte, der Titelkampf sei vorbei. "Auch wenn wir gewinnen, dann ist es, weil er Probleme hatte. Während wir das akzeptieren werden, wollen wir es nicht so schaffen. Diese Jungs haben einfach alle geschlagen. Man muss Lob aussprechen, wo Lob hingehört. Diese Jungs verdienen viel Lob", sagte Gordon. Seiner Meinung nach hatte er selbst einfach nicht die Rennen gewonnen, die er gewinnen hätte müssen und nun müsse er einfach schauen, wie er in Homestead einen guten Saisonabschluss bewerkstelligen könne. In Phoenix hatte Gordon Probleme mit dem Handling seines Autos, was ihn zusätzlich enttäuschte.

Die Plätze zwei und drei gingen in Arizona an Greg Biffle und Matt Kenseth, während Tony Stewart und Ryan Newman sich auf vier und fünf einfanden. Hinter Kevin Harvick fiel Martin Truex Jr. schließlich noch auf Position sieben zurück, nachdem er bei der vorletzten Gelbphase nicht mehr an die Boxen kam und mehr und mehr an Grip verlor. Keine Chancen mehr im Chase hat Clint Bowyer, der den Tag als Elfter beendete und als Meisterschafts-Dritter bereits 241 Zähler hinter Johnson liegt. Kyle Busch hat seinerseits nur mehr sehr geringe Chancen, Bowyer von dort zu verdrängen und für einen Dreifach-Triumph von Hendrick Motorsports zu sorgen. Vor dem Finale fehlen ihm 146 Punkte auf Bowyer.

Für Jacques Villeneuve war der Nextel Cup-Auftritt in Runde 137 zu Ende, als er von Casey Kahne in die Mauer gedreht wurde. Villeneuve nahm die Schuld an dem Zwischenfall mehr oder weniger auf sich. "Wir waren alle auf ziemlich gleicher Höhe und es gab jemanden innen, ich wusste aber nicht, dass auch jemand außen war. Ich habe ihn erst bemerkt, als ich mich schon drehte und ihn berührte. Ich bin mir nicht ganz sicher, was genau passiert ist und es tut mir sehr leid", erklärte der Kanadier. Juan Pablo Montoya erging es da ein wenig besser. Der Kolumbianer kam wieder einmal als bester Rookie ins Ziel und wurde als 17. gewertet. Nach dem Saisonfinale wird er als Rookie of the Year geehrt werden.

Die Top Ten des NASCAR-Rennens in Phoenix

1. Jimmie Johnson Chevrolet 312
2. Greg Biffle Ford 312
3. Matt Kenseth Ford 312
4. Tony Stewart Chevrolet 312
5. Ryan Newman Dodge 312
6. Kevin Harvick Chevrolet 312
7. Martin Truex Jr Chevrolet 312
8. Kyle Busch Chevrolet 312
9. Jeff Burton Chevrolet 312
10. Jeff Gordon Chevrolet 312

Der Stand im Chase for the Nextel Cup

1. Jimmie Johnson 6572
2. Jeff Gordon 6486 - 86
3. Clint Bowyer 6331 -241
4. Kyle Busch 6185 -387
5. Tony Stewart 6169 -403
6. Matt Kenseth 6103 -469
7. Kevin Harvick 6093 -479
8. Jeff Burton 6089 -483
9. Carl Edwards 6067 -505
10. Kurt Busch 6056 -516
11. Martin Truex Jr 6009 -563
12. Denny Hamlin 5973 -599