Am Anfang des Jahres gab es viele Gerüchte über dich und die GP2. Worum ging es da? Und wie viel war davon Politik?
Robin Frijns: Sagen wir es einmal so: Es ist nicht leicht, sich in der GP2 zu behaupten - man kommt nicht in die Serie und gewinnt sofort ein paar Rennen. Das sieht man bei James Calado, der meiner Meinung nach ein sehr guter Fahrer ist. Aber auch für ihn ist es schwer, obwohl er einen sehr guten Job macht und schon einige Rennen gewonnen hat. Meiner Ansicht nach sterben viele Talente in der GP2 - ich hatte Angst, dass mir das auch passiert.

Was hat dich am Ende überzeugt, bei Hilmer Motorsport zu unterschreiben.
Robin Frijns: Es war kein Platz mehr bei den anderen Teams frei - die guten waren schon alle voll. Aber das Team war nicht schlecht, bei den Wintertests waren sie immer vorne dabei - ich bin aber nie einen Test für sie gefahren. Sie haben mich nach Malaysia gefragt, ob ich für sie fahren will, das habe ich gemacht. Und es war ein sehr interessantes Wochenende für mich.

Was gefällt dir an dem Team?
Robin Frijns: Ich fühle mich hier sehr wohl und komme mit den Leuten gut zurecht. Ich habe Spaß - und wenn ich Spaß habe, bin ich schnell. Racing ist meine Leidenschaft, ich fahre nicht da, wo ich fahren sollte, sondern da, wo es mir gefällt. Ich fühle mich hier total relaxed, und meine Resultate zeigen, dass es die richtige Entscheidung war.

Robin Frinjs fuhr in Barcelona sein zweites GP2-Rennen - Foto: GP2 Series
Robin Frinjs fuhr in Barcelona sein zweites GP2-RennenFoto: GP2 Series

Hast du gedacht, dass du so schnell Erfolge hast?
Robin Frijns: Nein, nie. Hilmer ist ein neues Team. Ich habe nicht erwartet zu gewinnen, vielleicht ein Top-5-Ergebnis, das wäre schon sehr gut gewesen.

Was war der Schlüssel zum Sieg? Hast du alles auf den Punkt gebracht?
Robin Frijns: Ja, das auch. Und ich kannte die Strecke bereits, das war sicherlich ein Vorteil. Das Auto war gut, das Team hat sehr gut gearbeitet. Es hat einfach alles gepasst, es war perfekt.

Super Job in Bahrain

Gibt das dem Team einen Schub? Könnt ihr die Erfolge auch in Zukunft wiederholen? Im Moment sieht es so aus, als wäre das möglich...
Robin Frijns: Das Team hat auch schon in Bahrain einen super Job gemacht. Wir waren ziemlich schnell, aber hatten mit den Reifen zu kämpfen. Aber der Speed war schon da. Hier hat es natürlich noch viel besser geklappt. Wir steigern uns mit jedem Rennen. Ich glaube, das kann man sehen.

Verbessert der Sieg auch dein Standing bei Sauber?
Robin Frijns: Siege helfen immer. Aber es ist erst ein Sieg. Natürlich ist es toll, sein drittes Rennen in der GP2 zu gewinnen - und das schon im ersten Jahr. Die Zukunft wird aber erst zeigen, wie es weiter geht. Ich werde weiter hart an mir arbeiten müssen.

Wie ist deine Beziehung mit Sauber. Beobachten sie deine Entwicklung? Schauen sie sich ab und zu ein Rennen an?
Robin Frijns: Ja, natürlich. Bei Sauber sind wir wie eine Familie, das war schon immer so. Nach meinem Sieg in Barcelona waren viele Leute von Sauber mit mir auf dem Podium. Das war eine tolle Sache.

Wie eine Familie: Robin Frijns fühlt sich bei Sauber wohl - Foto: Sutton
Wie eine Familie: Robin Frijns fühlt sich bei Sauber wohlFoto: Sutton

Was hat Monisha Kaltenborn nach dem Sieg zu dir gesagt?
Robin Frijns: Sie hat mir gratuliert und war sehr glücklich darüber, wie alm Team - Beat Zehnder auch.

Sauber erlebt im Moment auch schwierige Zeiten. Kann es sein, dass du das Team mit deinem Sieg pushen kannst?
Robin Frijns: Das stimmt schon, es läuft nicht so gut wie im letzten Jahr, das für Sauber wirklich gut war. Sie haben ein paar Probleme mit dem Auto. Vielleicht macht ihnen mein Sieg ein bisschen Freude - dass jemand von Sauber in der GP2 gewinnt.

Gutes Verhältnis zu Sauber-Fahrern

Was weißt du über die täglichen Abläufe bei Sauber? Nimmst du an den Briefings teil?
Robin Frijns: Wenn die Briefings sind, muss ich normalerweise fahren. Aber wenn ich Fragen habe, kann ich jederzeit zu Nico Hülkenberg oder Esteban Gutierrez gehen. Ich kenne beide ganz gut und sie helfen mir. Wie gesagt, wir sind eine große Familie.

Du hast Esteban Gutierrez angesprochen. Er wurde nach den ersten Rennen ziemlich kritisiert. War das fair? Bekommen junge Fahrer heutzutage nicht mehr genügend Zeit?
Robin Frijns: Man darf nicht vergessen, dass er ein Rookie ist. Außer bei den Wintertests hatte er keine Möglichkeit, das Auto auszuprobieren. Alle Rookies haben in ihrem ersten Jahr in der Formel 1 zu kämpfen, das ist normal. Aber ich kenne ihn, er ist ein sehr guter Fahrer. Er wird gut sein - er ist gut.

Hättest du die gleichen Probleme wie er?
Robin Frijns: Das kann ich nicht beurteilen. Dafür müsste ich im Auto sitzen.

Machst du dir Hoffnungen, dass du in diesem Jahr noch die Chance bekommst, im Auto zu sitzen?
Robin Frijns: Ich weiß es wirklich nicht.

Bei den Young Driver Tests sollte es aber klappen...
Robin Frijns: Das hoffe ich. Aber ich sehe es wirklich nur Rennen für Rennen. Die GP2 ist mein Job, darauf konzentriere ich mich. Der Rest kommt später.

Bei den Tests war Robin Frijns noch für Russian Time unterwegs - Foto: GP2 Series
Bei den Tests war Robin Frijns noch für Russian Time unterwegsFoto: GP2 Series

Also zurück zur GP2: Das nächste Rennen findet in Monaco statt. Du kennst die Strecke bereits aus der Renault World Series...
Robin Frijns: Ja, aber so gut kenne ich sie auch wieder nicht. In meinem bisher einzigen Rennen in Monaco bin ich wegen Getriebeproblemen ausgeschieden. Ich muss auf der Strecke noch viel lernen. Coletti und Leimer sind sehr viel erfahrener als ich - sie sind schon seit vier Jahren dabei. Es wird mit Sicherheit ein hartes Wochenende für mich. Den Sieg zu wiederholen oder aufs Podium zu fahren, wird sehr schwierig.

Gefällt dir der Circuit de Monaco? Ist es eine große Herausforderung, dort zu fahren?
Robin Frijns: Ja, natürlich, man fährt durch die Einkaufsstraßen direkt neben den Chanel-Shops. Das ist großartig und macht riesig Spaß. Das Rennen wird immer etwas Besonderes sein.

Lieblingsstrecke Spa

Monaco gilt als Fahrerstrecke, kannst du dort die Schwächen deines Autos besser ausgleichen?
Robin Frijns: Ich weiß es nicht. Wie gesagt, ich muss noch viel lernen. Ich versuche die beiden Trainingssessions zu überleben und im Qualifying alles herauszuholen. Ich werde mein Bestes geben, aber es wird sicherlich nicht leicht.

Gibt es eine Strecke im Rennkalender, auf die du dich besonders freust?
Robin Frijns: Spa ist natürlich meine Lieblingsstrecke - wie von fast jedem Fahrer. Die Strecke, auf der ich die meisten Erfolge herausgefahren habe, ist allerdings Budapest. Dort sind mir schon viele Poles und Siege gelungen.

Kannst du dir ein weiteres Jahr in der GP2 vorstellen oder muss es 2014 die Formel 1 sein?
Robin Frijns: Wie gesagt, ich mache es Rennen für Rennen. Ich weiß nicht einmal, ob ich bis zum Ende der Saison in der GP2 fahre.

Wann entscheidet sich das?
Robin Frijns: In der Woche nach dem Rennen. Es geht immer ums Geld. Im Moment haben wir noch nicht genug für die gesamte Saison. Der Sieg in Barcelona hilft natürlich, aber es liegt noch viel Arbeit vor uns. Wir suchen noch nach einem Sponsor, aber im Moment ist das sehr schwierig, vor allem um diese Jahreszeit.

Hoffen auf Monaco

Aber mit Monaco sollte es klappen?
Robin Frijns: Das hoffe ich natürlich. Es sieht ganz gut aus.

Kann es sein, dass das Team durch den Sieg mehr Vertrauen in dich bekommt und das Cockpit dadurch günstiger wird?
Robin Frijns: Sie wissen schon, dass ich gut bin. Das ist der Grund, warum ich überhaupt im Auto sitze. Ob das ausreicht, werden wir sehen.