Als einziges Team in der Formel E war HWA ohne Punkte auf dem Konto ins Rennwochenende in Hongkong gestartet. Hatte Teamchef Uli Fritz noch vor dem Rennen nicht explizit eine Top-10-Platzierung im Rennen anpeilen wollen, gab es am Sonntag die ersten drei Punkte bereits, bevor die Lichter der Startampel ausgingen.

Im Qualifying spielten den beiden HWA-Piloten Stoffel Vandoorne und Gary Paffett vor allem die schwierigen Witterungsbedingungen in die Karten. Sie starteten in der vierten und damit letzten Quali-Gruppe zur Zeitenjagd - ein entscheidender Vorteil, weil zu diesem Zeitpunkt die Ideallinie auf der Strecke zumindest ein wenig abgetrocknet war.

So erzielte Vandoorne die schnellste Rundenzeit alle Piloten in der Gruppenphase und war dabei sogar noch eine halbe Sekunde schneller unterwegs als Teamkollege Paffett. In der abschließenden Superpole-Runde setzte der frühere Formel-1-Pilot noch einen obendrauf: Mit einer beeindruckenden Runde und drei Zehntelsekunden Vorsprung gelang Vandoorne die schnellste Zeit und damit die Pole Position fürs anschließende Rennen.

Stoffel Vandoorne sicherte sich im Regen von Hongkong seine erste Pole-Position - Foto: LAT Images
Stoffel Vandoorne sicherte sich im Regen von Hongkong seine erste Pole-PositionFoto: LAT Images

Aufatmen beim Team, das in der Formel E mit Kundenautos von Venturi antritt: Durch die drei Extrapunkte für die Pole konnte sich die Truppe aus Affalterbach endlich über ihre ersten drei Meisterschaftszähler in der Elektro-Rennserie freuen. Vandoorne setzte seine bislang starken Leistungen im Qualifying konsequent fort: In den bisherigen fünf Saisonrennen startete er drei Mal aus den Top-5.

Vandoornes Ergebnisse in der Formel E

Rennen Quali-Ergebnis Renn-Ergebnis
Ad Diriyah ePrix 4 16
Marrakesh ePrix 22 Ausfall
Santiago ePrix 5 Ausfall
Mexico City ePrix 19 18
Hong Kong ePrix 1 Ausfall

Vandoorne kann ersten Platz nicht lange halten

Paffett startete unterdessen von der vierten Position ins 50. Rennen der Formel-E-Geschichte, nachdem der spätere Sieger Edo Mortara eine 3-Platz-Strafe im Qualifying kassiert hatte. Das bislang beste Resultat des amtierenden DTM-Champions, der mit HWA seine erste Saison in der Elektro-Rennserie bestreitet.

Im Rennen hielt die Freude der guten Platzierungen allerdings nicht einmal bis zur ersten Kurve. Vandoorne wurde gleich nach dem Start von Oliver Rowlands Nissan überholt und musste kurz darauf auch Sam Bird im Virgin passieren lassen. Im weiteren Rennverlauf fielen beide HWA-Piloten Andre Lotterer zum Opfer, der sich in seinem DS Techeetah an die Spitze des Feldes kämpfte.

Punkte trotz Ausfalls im Rennen

Paffett fiel nach dem Re-Start in Folge des Dreifach-Unfalls von Felipe Nasr mit dem Mahindra-Duo bis auf Position acht zurück, während sich Vandoorne nach dem Ausscheiden des Führenden Rowland weiterhin im Kampf ums Podium befand. In Runde 20 von 36 dann jedoch die Hiobs-Botschaft: Ein Problem mit der Antriebswelle beendete das Rennen des Belgiers frühzeitig.

"Ein sehr frustrierendes Ende dieses Wochenendes hier in Hongkong", sagte Vandoorne. "Die Probleme im Rennen haben sich einfach unserer Kontrolle entzogen. Wir müssen jetzt den Kopf oben halten. Wir haben gezeigt, wozu wir imstande sind und hoffen, das in der Zukunft wiederholen zu können."

Formel E Hongkong 2019: Video-Highlights und Zusammenfassung: (05:05 Min.)

HWA rückt in Teamwertung vor

Immerhin gelang es Paffett, den achten Platz über die Ziellinie zu bringen und somit weitere vier Punkte für HWA zu sichern. Dadurch rückte HWA vom letzten Platz zwei Ränge in der Teamwertung nach vorne und liegt nun mit einem Zähler Vorsprung an drittletzter Stelle vor NIO und Dragon.

"Wir müssen für die nächsten Rennen an unserer Rennpace und der Zuverlässigkeit des Autos arbeiten", sagte Teamchef Fritz. "In jedem Fall fühlt es sich gut an, zu wissen, dass wir uns von Rennen zu Rennen verbessern." In zwei Wochen wartet das sechste Rennen der Saison 2018/19 im chinesischen Sanya, wo die Formel E erstmals gastiert.