Circuit Paul Ricard, Formel 1

Strecken-Informationen

Ort: Le Castellet
Land: Frankreich
Strecke: 5,842 km
Runden: 53
Distanz: 309,626 km
Adresse: Circuit Paul Ricard RDN8 2760 Route des Hauts du Camp 83 330 Le Castellet FRANCE
Telefon: +33 (0)494 983 666
Internet: circuitpaulricard.com

Strecken-Portrait

Strecke Frankreich GP: Circuit Paul Ricard, Le Castellet

Die Formel 1 macht zur siebten Station im Kalender 2018 Halt in Frankreich. Auf dem Circuit Paul Ricard in Le Castellet feiert die Königsklasse ihre Rückkehr in die Grande Nation. Die 40 Kilometer außerhalb von Marseille gelegene Rennstrecke gilt als Vorreiter des modernen GP-Kurses und blickt trotz langer Abwesenheit auf eine umfangreiche Historie in der Formel 1 zurück.

Im April 1970 eröffnet, setzte die Anlage in Le Castellet zur damaligen Zeit neue Maßstäbe im Streckendesign. Als permanente Rennstrecke mit Kerbs und Auslaufzonen bot sie im Vergleich zu den damals üblichen Kursen auf öffentlichen Straßen, wie zum Beispiel in Rouen oder Clermont-Ferrand, deutlich mehr Sicherheit. Hinzu kam eine fortschrittliche Boxenanlage sowie eine Infrastruktur mit einem Gewerbegebiet sowie einer Start- und Landebahn für Flugzeuge.

Im darauffolgenden Jahr gastierte die Formel 1 erstmals auf dem Circuit Paul Ricard, der in seiner ursprünglich 5,842 Kilometer langen Konfiguration vor allem für die Mistral-Gerade bekannt war. Das 1,8 Kilometer lange Vollgasstück endete mit der ultraschnellen Signes-Kurve, welche unter den Piloten berüchtigt war. Gleichzeitig bedeutete dieser Streckenabschnitt maximale Belastungen für das Material. Motorplatzer waren in Le Castellet keine Seltenheit.

In der Turbo-Ära eskalierten auf der Mistral die Topspeeds. Marc Surer wurde 1985 im Brabham BMW mit sagenhaften 338 km/h gemessen und stellte damit einen neuen Rekord auf. Nigel Mansell hingegen flog im Qualifying mit seinem Williams ab, nachdem bei über 300 km/h ein Reifen hochgegangen war. Der Brite war in der Auslaufzone von Signes in die Fangzäune geflogen. Einer der Pfeiler streifte ihn am Kopf. Mansell hatte Glück im Unglück und musste lediglich das Rennen mit einer Gehirnerschütterung auslassen.

Ein Jahr später war das Ende des ersten Layouts und damit auch das der Mistral-Gerade besiegelt. Elio de Angelis verunglückte bei Testfahrten tödlich, als er den Heckflügel seines Brabham BT55 bei der Anfahrt auf die Verrerie-Kurven verlor. Der Italiener überlebte zunächst den Aufprall, bei dem das Fahrzeug über die Leitplanken geschleudert wurde und Feuer fing. Es gelang ihm daraufhin jedoch nicht, sich aus eigener Kraft aus dem Wrack zu befreien.

Da bei den Testfahrten ein Mangel an Streckenpersonal herrschte, verzögerte sich die Bergung des Piloten im schweren Folgen. Beim Unfall selbst trug de Angelis nicht mehr als ein gebrochenes Schlüsselbein sowie Verbrennungen am Rücken davon. 29 Stunden nach dem Unfall verstarb er im Krankenhaus jedoch an einer Rauchvergiftung im Alter von nur 28 Jahren.

Aufkauf durch Bernie Ecclestone und Umbau zur Teststrecke

Die Formel 1 wich daraufhin auf das 3,812 Kilometer lange Club-Layout aus, welches die Mistral-Gerade auf einen Kilometer stutzte. Die Verrerie-Passage wurde dabei umfahren. Der letzte von insgesamt 14 Großen Preisen in Le Castellet wurde 1990 ausgetragen. Danach zog die Formel 1 von 1991 bis 2008 nach Magny-Cours.

Nach dem Tod des Initiators der Rennstrecke, dem Industriellen Paul Ricard, kaufte F1-Zampano Bernie Ecclestone die Anlage 1999 auf. Gemieden wurde der Circuit Paul Ricard von der Königsklasse in dieser Zeit aber nicht. Die in Südfrankreich durchgehend milden Temperaturen sowie die Infrastruktur machten den Kurs von Anfang an zu einer der beliebtesten Teststrecken in der Formel 1.

Ecclestone erkannte dies und erschuf mit einigen Umbauarbeiten eine noch besser für Testfahrten geeignete Anlage, die über einige Jahre als Paul Ricard High Tech Test Track bekannt war, bevor der Name wieder auf Circuit Paul Ricard geändert wurde. In den vergangenen Jahren wurde der Kurs aufgrund der strengen Testbeschränkungen in der Formel 1 hauptsächlich für Reifentests von Pirelli genutzt.

Im Dezember 2016 folgte die Bekanntgabe, dass die Formel 1 für den Frankreich GP ab 2018 nach Le Castellet zurückkehrt. Insgesamt bietet der Kurs in seiner heutigen Form eine Auswahl von 167 möglichen Streckenverläufen. Angefangen bei 0,826 Kilometer bis zur vollen Länge von 5,861 Kilometern. Die Formel 1 nutzt 2018 letzteres Layout.

Das Layout des Circuit Paul Ricard

Dieses verfügt über insgesamt 15 Kurven. Neun davon sind Links, sechs Rechtskurven. Nach dem Start erwartet die Piloten mit 590 Metern ein langer Weg bis zur ersten Passage, dem Verrerie-S. Danach folgt eine kurze Gerade, bevor es in die Virage de l'Hotel geht. Hier beginnt ein ziemlich enger Abschnitt, auf dem viel mechanischer Grip gefragt ist.

Nach einer Rechts-Links-Rechts-Kombination folgt eine weitere Rechtskurve, welche die Piloten auf die Mistral-Gerade führt. Hier gibt es erste von zwei DRS-Zonen. Die Topspeeds sollen im Bereich von etwa 330 km/h liegen. Nach einem Kilometer wird die Gerade von den Kurven acht und neun unterbrochen, welche den zweiten Sektor einleiten.

Danach folgt der zweite Teil der Mistral-Geraden, welche in die mit deutlich über 250 km/h immer noch extrem schnelle Signes mündet. Nach dieser zehnten Kurve beginnt der dritte und letzte Sektor, der von einer langen Rechtskurve mit zwei Scheitelpunkten eingeläutet wird, nach der die Geschwindigkeiten wieder etwas heruntergehen. Turn 12 ist eine nach außen hängende 180-Grad-Linkskurve.

Danach folgt mit der langen und problemlos mit Vollgas zu durchfahrenden Kurve 13 der Sprint auf die letzte Passage. Diese besteht aus einer mittelschnellen Linkskurve und einer engen sowie langsamen Rechtskurve, welche die Piloten zurück auf Start-und-Ziel führt. Dort gibt es die zweite DRS-Zone. Der Highspeed-Charakter der Anfangsjahre hat durch die Schikane auf der Mistral zwar gelitten, mit 70 % Vollgasanteil bleibt Paul Ricard aber eine Motorenstrecke.

Strecken-Chronik

Detail-Ansicht
2019Frankreich GP
Lewis Hamilton
Mercedes-AMG
Startnr.: 44
Motor: Mercedes
2018Frankreich GP
Lewis Hamilton
Mercedes-AMG
Startnr.: 44
Motor: Mercedes
1990Frankreich GP
Alain Prost
Ferrari
Startnr.: 1
Motor: Ferrari
1989Frankreich GP
Alain Prost
McLaren
Startnr.: 2
Motor: Honda
1988Frankreich GP
Alain Prost
McLaren
Startnr.: 11
Motor: Honda
1987Frankreich GP
Nigel Mansell
Williams
Startnr.: 5
Motor: Honda
1986Frankreich GP
Nigel Mansell
Williams
Startnr.: 5
Motor: Honda
1985Frankreich GP
Nelson Piquet
Brabham
Startnr.: 7
Motor: BMW
1983Frankreich GP
Alain Prost
Renault
Startnr.: 15
Motor: Renault
1982Frankreich GP
René Arnoux
Renault
Startnr.: 16
Motor: Renault
1980Frankreich GP
Alan Jones
Williams
Startnr.: 27
Motor: Cosworth
1978Frankreich GP
Mario Andretti
Lotus
Startnr.: 5
Motor: Ford
1976Frankreich GP
James Hunt
McLaren
Startnr.: 11
Motor: Ford
1975Frankreich GP
Niki Lauda
Ferrari
Startnr.: 12
Motor: Ferrari
1973Frankreich GP
Ronnie Peterson
Lotus
Startnr.: 2
Motor: Ford
1971Frankreich GP
Jackie Stewart
Tyrrell
Startnr.: 11
Motor: Ford

Rekorde

Rennen: 1990

1Nigel Mansell
Ferrari
1:08.012

Absolut: Startaufstellung 1990

1Nigel Mansell
Ferrari
1:04.402

Letzte Veranstaltung

Formel 1 Frankreich GP 2019 - Rennen

Pos. Fahrer Zeit
1Lewis Hamilton
Mercedes-AMG
1:24:31.198
53 Runden
2Valtteri Bottas
Mercedes-AMG
1:24:49.254
+ 18.056
3Charles Leclerc
Ferrari
1:24:50.183
+ 18.985

Formel 1 Frankreich GP 2019 - Startaufstellung

Pos. Fahrer Zeit
1Lewis Hamilton
Mercedes-AMG
1:28.319
20 Runden
2Valtteri Bottas
Mercedes-AMG
1:28.605
+ 0.286
3Charles Leclerc
Ferrari
1:28.965
+ 0.646


Circuit Paul Ricard, Formel 1

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