Die Formel 1 startet beim Großen Preis von Spanien in Barcelona in die Europasaison - und die Spannung steigt vor dem Qualifying auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya immer weiter an. Nur knapp anderthalb Zehntel trennten die beiden Topteams Ferrari und Mercedes im Abschlusstraining vor der entscheidenden Qualifikation am Samstagnachmittag.

Die Platzierungen: Nico Rosberg sicherte sich im 3. Training die Bestzeit: 1.23.078 Minuten - die schnellste Zeit des Wochenendes. Sein Teamkollege Lewis Hamilton reihte sich gut ein Zehntel dahinter auf Platz zwei ein. Sebastian Vettel war als Dritter ebenfalls nur 0,147 Sekunden weg. Verbessert präsentierten sich die Red Bull-Fahrer: Wobei Max Verstappen seinen neuen Teampartner Daniel Ricciardo auf Rang fünf verwies. Kimi Räikkönen rundete die Top-6 ab.

Die Zwischenfälle: Keine außerordentlichen Vorkommnisse auf der Rennstrecke zu vermelden. In der Boxengasse stolperte Ferrari-Teamboss Maurizio Arrivabene über ein Kabel. Auch Bernie Ecclestone wurde durch die Boxengasse wandernd gesichtet - inklusive eines Besuchs bei Red-Bull-Teamboss Christian Horner am Kommandostand. Kurz vor Trainingsende verbuchte dann Lewis Hamilton doch noch den ersten Ausrutscher neben die Strecke für sich. Drei Minuten vor dem Ende gingen Romain Grosjean und Kevin Magnussen gemeinsam in eine Kurve - der Franzose beklagte sich im Funk vehement über den Dänen. Die Szene hatte jedoch keinerlei Konsequenzen.

Mercedes kämpft in Spanien mit der Balance - Foto: Mercedes-Benz
Mercedes kämpft in Spanien mit der BalanceFoto: Mercedes-Benz

Das Setup: Barcelona ist die Paradeteststrecke der Formel 1. Auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya fanden im Winter auch die einzigen beiden viertägigen Testfahrten vor Saisonbeginn statt. Mercedes spulte damals fast 1.300 km vor den Toren der katalonischen Metropole ab. Doch die höheren Temperaturen am Rennwochenende machten ihnen doch zu schaffen. Beide Fahrer waren am Freitag mit ihrer Balance nicht zufrieden. Entsprechend probierten die Silbernen am Samstagmorgen viele verschiedene Setups, um eine bessere Fahrzeugbalance für die vorherrschenden Bedingungen zu finden.

Die Technik: Viel Betriebsamkeit in den Boxen: Vor allem bei Haas und Ferrari wurde zu Beginn des Trainings munter geschraubt. Beim Kundenteam aus Maranello wurde Romain Grosjeans Auto nach einer Inforunde auseinandergeschraubt. Der Franzose hatte sich schon am Freitag massiv über das unfahrbare Verhalten seines Boliden beklagt. Bei den Roten wurde fleißig am Wagen von Kimi Räikkönen gewerkelt. Die Ferrari-Fans richteten ihre bangen Blicke auf das Heck des roten Autos, unter dem sich die Mechaniker zu schaffen machten.

Das möglicherweise größte technische Problem gab es jedoch bei Mercedes: Nico Rosberg musste in der Schlussphase der Session im Rettungsmodus an die Box zurückfahren. Das Team untersuchte die Ursache hierfür, die sich als Sensorproblem entpuppte. Zuletzt hatten beide Silberpfeil-Fahrer in Russland technische Probleme mit ihren Autos.

Die Analyse: Mercedes an der Spitze, aber der Abstand auf Ferrari ist gering. Was sich am Freitag andeutete, bestätigte sich am Samstagmorgen. Nur knapp anderthalb Zehntel fehlten Sebastian Vettel auf die Bestzeit von Nico Rosberg. Lewis Hamilton war sogar nur wenige Hundertstel entfernt. Max Verstappen und Daniel Ricciardo deuteten unterdessen an, dass in Barcelona wieder mit Red Bull zu rechnen ist. Die Strecke gilt als Aerodynamik-Gradmesser, auf diesem Gebiet war Red Bull schon eh und je tonangebend. Zumindest die dritte Kraft könnte das Team hier also sein.