Top - Unbritisches Wetter

Dunkle Wolken, stürmischer Wind und Regen - so sieht eigentlich das für Silverstone bekannte Wetter aus. Doch beim Young Driver Test diese Woche hatte der Wettergott ein Einsehen und zauberte für britische Verhältnisse nahezu tropisches Wetter aus der Tasche. "Die Streckentemperatur in Silverstone beträgt 47 Grad! Das sieht man nicht oft...", twitterte Pirellis Motorsportchef Paul Hembery am Donnerstag. Caterham fügt kurz darauf hinzu: "toasty..." Vor allem Pirelli dürfte über die trockenen Verhältnisse mehr als froh gewesen sein, bei Regen hätten die Teams wieder einen Aufstand gemacht.

Flop - Die Stammfahrer sagen ab

Auf dem Silverstone Circuit tummelten sich an den vergangenen Tagen jede Menge Piloten, doch konnte man sich zunächst darauf freuen, einige prominente Gesichter zu sehen, folgte die Enttäuschung auf dem Fuß. Kimi Räikkönen und Mark Webber sagten ihre Teilnahme am Young Driver Test kurzfristig ab, da die Vorgaben der FIA, was Veränderungen an den Autos betrifft, zu streng ausfielen, als dass es sich für die Teams gelohnt hätte, die Stars extra ins Cockpit zu setzen.

"Wir hätten mit Kimi nur ein limitiertes Programm abspulen können, was unser Entwicklungsprogramm, das wir testen wollen, eingeschränkt hätte", erklärte Lotus-Chefingenieur Alan Permane. Auch Fernando Alonso hatte zunächst vorgehabt, in Silverstone einige Runden zu drehen, doch Ferrari entschied, auf den Spanier zu verzichten, und ließ dafür Davide Rigon zweieinhalb Tage ans Steuer.

Top - #WhereIsRoscoe

Lotus sucht nach Roscoe - Foto: Hamilton via Twitter
Lotus sucht nach RoscoeFoto: Hamilton via Twitter

Lotus wurde seinem Ruf gerecht und belustigte die F1-Welt mit einer provokanten Aufschrift. "#WhereIsRoscoe" prangte auf dem E21, daneben ein kleiner Hund. Roscoe ist Lewis Hamiltons geliebter Hund, der nur selten an der Rennstrecke fehlen darf. Weil Mercedes aber nicht an den Young Driver Tests teilnehmen durfte, war folglich auch Lewis Hamilton samt Hund nicht anwesend. Nach Kimi Räikkönens Absage der Tests reagierte die Fangemeinde prompt und twitterte unter dem Hashtag "WhereIsKimi" fleißig.

Lewis Hamilton brachte dann aber den Lacher schlechthin, als er ein Foto von Roscoe aus Barcelona twitterte, auf dem offensichtlich ein riesengroßer Reifen reingebastelt wurde, an dem die Bulldogge festgebunden war. Darunter schrieb Hamilton: "Keine Panik Leute, Roscoe ist hier und testet nur ein paar neue Reifen." Der Twittergemeinde gefiel das Spiel und so sammelten sich im Laufe der Tage zahlreiche lustige Posts und Bilder an.

Flop - Grundidee der FIA

Als es hieß, dass Kimi Räikkönen bei den Young Driver Tests fährt, hätte man stutzig werden sollen. Denn den Stammfahrern war bei dem Test lediglich ein eingeschränktes Programm erlaubt. Was die Teams allerdings erst nach einer erneuten FIA-Erklärung zu begreifen schienen. Die Folge: erst sagte Red Bull den Webber-Einsatz ab, dann Lotus den Räikkönen-Test.

Räikkönen fuhr nicht - Foto: Sutton
Räikkönen fuhr nichtFoto: Sutton

Um sicherzustellen, dass die verbliebenen Stammfahrer tatsächlich nur mit dem von Pirelli bereitgestellten Testplan fuhren, entsandte die FIA Beobachter nach Silverstone. "Leider ist das Programm, das wir Stammfahrer mit dem Team abspulen dürfen, äußerst eingeschränkt. Für die Teams bringt es mehr, wenn die jungen Fahrer im Cockpit sitzen", bestätigte Paul di Resta. Im Gegensatz zu den Stammfahrern durften diese auch Updates testen.

Top - Die tatsächlichen Young Driver

Nachdem die FIA bei den Young Driver Tests auch Stammpiloten zuließ, gab es die Befürchtung, die Nachwuchspiloten würden von Alonso und Co. verdrängt werden. Doch es gab sie noch, die wirklichen Young Driver wie Gary Paffett, der sich mit seinen zarten 32 Jahren einmal mehr ins McLaren-Cockpit zwängte. Spaß beiseite: Insgesamt zählten wir 19 Piloten im Einsatz, die tatsächlich unter das Young-Driver-Reglement fallen. Auch wenn beim ein oder anderen eher finanzielle Gründe für den jeweiligen Einsatz vermutet werden, mit schlechten Leistungen und permanenten Ausritten machte niemand auf sich Aufmerksam. Ebenso erfreulich: Mit Susie Wolff kehrte auch wieder eine Dame zurück ins Formel-1-Cockpit.

Flop - Valsecchi & die Boxentafel

Valsecchi gefiel es auf der Strecke - Foto: Sutton
Valsecchi gefiel es auf der StreckeFoto: Sutton

Im Vorjahr feierte Davide Valsecchi noch den Titel in der GP2, doch dass der Italiener aufgrund seiner Testfahrerrolle bei Lotus nicht mehr über allzu viel Praxis auf der Strecke verfügt, wurde in Silverstone offensichtlich. "Ich übersah für mehrere Runden die Boxentafel, als das Team versuchte, mich hereinzuholen, weil mein Funk defekt war", schilderte Valsecchi mit einem Grinsen. "Ich blieb draußen, bis ich das Gefühl hatte, sie werfen mir die Boxentafel gleich drauf - dann entschied ich, hereinkommen wäre besser."

Top - Doppelter Ricciardo

Alle Augen waren am Donnerstag auf Daniel Ricciardo gerichtet. Der Australier absolvierte nach Meinung vieler seine Bewerbungsfahrt für das zweite Red Bull-Cockpit an der Seite von Sebastian Vettel. Immerhin gab auch Christian Horner zu, dass aus dem Drei- längst ein Zweikampf zwischen Ricciardo und Räikkönen geworden ist.

In Silverstone konnte Ricciardo somit zeigen, was er draufhat. Der Australier war sogar als 'Doppel-Agent' unterwegs - für Toro Rosso und Red Bull. In seinem aktuellen Arbeitsgerät fuhr er in 1:32.972 Minuten die schnellste Zeit des Tages. Auch im RB9 gab Ricciardo danach den Ton an, was dazu führte, dass er kurzzeitig im Klassement die Plätze eins und zwei belegte.