Die FIA WTCC wird am Ende der Saison wohl seinen bisher besten Fahrer verlieren. Nach dem Einstieg als Werksfahrer im Jahr 2014 holte sich der Argentinier in seinem Debütjahr gleich den Titel und konnte ihn auch 2015 erfolgreich verteidigen. Auch in der aktuellen Saison sieht es stark danach aus, als würde Jose-Maria Lopez, genannt Pechito, seinen Titel verteidigen können. Bei noch fünf ausstehenden Events hat Lopez noch über 100 Punkte Vorsprung auf die Verfolger.

So kam Lopez in die WTCC

Dass Lopez überhaupt in der Tourenwagenweltmeisterschaft startet, ist ein wahrer Zufall. Beim Debüt der WTCC in Argentinien 2013 bot Wichers Sport einem der besten nationalen Tourenwagenpiloten, Lopez, ein Cockpit an. Von Beginn des Wochenendes an konnte Lopez überzeugen und nach einem fünften Platz im ersten Rennen siegte er im zweiten Lauf ebenso überraschend wie überragend.

Citroen entschied sich auf Empfehlung von Yvan Muller, den damals 30-Jährigen zu einer Testfahrt einzuladen, bei dem Pechito erneut seine Klasse unter Beweis stellen konnte und sich damit ein Werkscockpit für die kommenden drei Saisons sicherte. Bereits in seinem ersten Rennen als Werksfahrer in Marokko siegte der argentinische Rennfahrer erneut und begann damit seinen Angriff auf den Titel, den er am Ende der Saison sein Eigen nennen konnte.

In der WTCC konnte sich Lopez bereits zweimal zum Meister krönen - Foto: Citroen
In der WTCC konnte sich Lopez bereits zweimal zum Meister krönenFoto: Citroen

Zukunftspläne?

Bereits in diesem Jahr hat Citroen sein Aufgebot halbiert und tritt statt mit vier, nur noch mit zwei Piloten an, bevor der französische Hersteller sich für 2017 komplett aus der WTCC zurückziehen wird. Die Folge: Lopez verliert seinen Arbeitgeber in der WTCC, doch durch seine Titel hat er sich auch für andere Rennserien bereits einen Namen gemacht. Daher ist er nicht gezwungen, in seiner aktuellen Meisterschaft zu bleiben.

In Verbindung gebracht wird Lopez sowohl mit Toyota Gazoo Racing für die FIA WEC und mit dem DS Virgin Racing Team aus der Formel E. Bis Ben Constanduros, ehemaliger WTCC Presenter und aktuelles Mitglied des WEC Übertragungsteams folgenden Tweet in seinen Social-Media-Kanälen veröffentlichte, gab es zu den Plänen des Argentiniers nicht einmal die ersten Gerüchte.

Beim Formel-E-Event in Argentinien war Lopez vor Ort und stant Gerüchten zufolge kurz vor einem Spontandebüt, nachdem Jean-Eric Vergne wegen einer Krankheit nicht am Training teilnehmen konnte. Allerdings erhielt der Franzose die Freigabe doch noch, sodass Lopez sein Formel-E-Debüt in Buenos Aires nicht feiern durfte.

Allerdings bekundete Lopez bereits Interesse an der Formel E: "Es wäre für mich fantastisch, Teil der Serie zu sein mit all diesen tollen Fahrern. Warum also nicht 2017 in der Formel E fahren? Das wäre eine gute Option. Der Level der Fahrer ist fantastisch, ich kenne viele von ihnen gut aus unterschiedlichen Serien." Über seine Pläne für 2017 verkündete Lopez selbst bislang noch nichts.