Re-Live: Der WRX-Aufakt in Barcelona: (99:00 Min.)

Die Qualifikationsläufe in Barcelona

Miserables Wetter empfing die WRX-Asse am Samstag zu den ersten beiden Qualifikationsläufen. Ein erstes prominentes Opfer forderte die durchgeweichte Strecke bereits in Q1: Timmy Hansen krachte in seinem Lauf in Führung liegend in die Begrenzung und konnte den Heat nicht beenden. Bei den schwierigen Verhältnissen trumpften die Routiniers auf. So holte sich Mattias Ekström den Q1-Sieg vor Petter Solberg, Weltmeister Johan Kristoffersson und Sebastien Loeb.

Für Loeb ging danach aber nicht mehr viel. In Q2 drehte er sich in Führung liegend und belegte somit nur den 17. und letzten Platz in diesem Heat. Sein Teamkollege Timmy Hansen rehabilitierte sich für seinen Fehler in Q1 mit Rang zwei vor seinem Bruder Kevin. Den Laufsieg sicherte sich Solberg, während Ekström seine Gesamtführung mit Rang sieben an den Norweger einbüßte.

Am Sonntag hatte der Regen für Q3 aufgehört, doch die Strecke war noch immer feucht und rutschig. Für Loeb gab es die nächste Hiobsbotschaft, als er sich im dritten Heat nach einem kleinen Kontakt mit Kevin Eriksson die linke Hinterradaufhängung beschädigte und den Lauf nicht beenden konnte. Ekström musste sich nach missglücktem Reifenpoker (er zog gegengleich je einen Regen- und Trockenreifen vorne und hinten auf) mit Rang neun zufrieden geben. Der Laufsieg ging erneut an Solberg, der sich vor Timmy Hansen und Bakkerud durchsetzte. Dieser war in seinem Heat zwar hinter Kristoffersson ins Ziel gekommen, wurde nachträglich aber vor den Weltmeister gereiht wurde, da dieser Bakkerud während des Laufs mit einem Rammstoß ins Kiesbett geschickte hatte.

Nach dem letzten Vorlauf war Loebs Schicksal eigentlich besiegelt. Auf mittlerweile trockener Piste holte der Franzose nur Rang acht und verpasste damit als Gesamt-13. den Einzug in die Semifinalläufe. Q4 entschied Timmy Hansen vor Solberg, Kristoffersson und Ekström vor sich. Auch in der Gesamtwertung lag dieses Quartett nach der Qualifikation voran: Solberg setzte sich dort souverän vor Hansen, Kristoffersson und Ekström durch. Ebenfalls ins Semifinale schafften es Bakkerud, Niclas Grönholm, Robin Larsson, Janis Baumanis, Timur Timerzyanov, die beiden brandneuen Renault Megane von Jerome Grosset-Janin und Guerlain Chicherit sowie Peugeots Kevin Hansen.

Peugeot zog allerdings Kevin Hansen zurück, sodass Loeb doch noch ins Halbfinale aufsteigen konnte. Der Grund: Im Drei-Mann-Team der Franzosen sind nur Timmy Hansen und eben Loeb für die Konstrukteurs-Wertung punkteberechtigt.

Die Top-3 der Qualifikationsläufe:

Quali 1Quali 2Quali 3Quali 4Gesamt
1. Ekström (Audi S1) 1. Solberg (VW Polo) 1. Solberg (VW Polo) 1. T.Hansen (Peugeot 208)1. Solberg (VW Polo)
2. Solberg (VW Polo) 2. T.Hansen (Peugeot 208)2. T.Hansen (Peugeot 208)2. Solberg (VW Polo) 2. T.Hansen (Peugeot 208)
3. Kristoffersson (VW Polo)3. K.Hansen (Peugeot 208)3. Bakkerud (Audi S1)3. Kristoffersson (VW Polo)3. Kristoffersson (VW Polo)

Die WRX-Semifinali

Volkswagen untermauerte im ersten Halbfinale seine Vormachtstellung. Petter Solberg zog von Beginn an davon und feierte einen ungefährdeten Start/Ziel-Sieg. Dahinter schob sich Bakkerud im Audi in der ersten Kurve an Kristoffersson vorbei und hielt den WRX-Champion für viereinhalb Runden hinter sich. Im vorletzten Umlauf ging Kristoffersson auf die Jokerrunde und setzte sich somit knapp vor Bakkerud, der erst in der letzte Runde den Joker absolvierte. Die beiden VW und Bakkerud zogen ungefährdet ins Finale ein. Timerzyanov, Chicherit und Robin Larsson hatten keine Chance.

Im zweiten Lauf ging es deutlich spannender zu: Am Start verteidigtee Timmy Hansen die Führung, während Ekström auf Rang fünf zurückfiel. Loeb, Grönholm und Baumanis gingen aber allesamt in den ersten beiden Runden auf die Jokerrunde, Ekström erst einen Umlauf später. Er kam knapp vor Grönholm raus und hielt somit voll Kurs auf das Finale.

Dann wurde es hektisch: Zunächst ging in der 4. Runde Grosset-Janet im Megane auf die Jokerrunde und kollidierte beim Wiedereinbiegen auf den regulären Kurs mit Grönholm. Der Franzose musste durch das Kiesbett und fiel an das Ende des Feldes zurück. Als Hansen im vorletzten Umlauf aus der Jokerlap kam, sah alles nach einem fixen Sieg aus. Doch sein Peugeot rollte auf der letzten Runde aus. Somit konnte Ekström ungefährdet gewinnen.

Die beiden anderen Plätze wurden durch Hansens Defekt mit entschieden, denn während Grönholm und Baumanis dem Wrack außen ausweichen mussten, konnte Loeb innen durchschlüpfen und sich somit auf den letzten Metern vom fünften auf den zweiten Rang verbessern. Den Sprint um Rang drei entschied Grönholm knapp vor Baumanis für sich.

Ergebnis der Semifinali:

FahrerAutoZeit FahrerAutoZeit
1. Petter Solberg VW Polo4:42,350 1. Mattias EkströmAudi S14:43,579
2. Johan KristofferssonVW Polo4:45,236 2. Sebastien LoebPeugeot 2084:47,152
3. Andreas BakkerudAudi S14:45,477 3. Niclas GrönholmHyundai i204:48,686
4. Timur TimerzyanovHyundai i204:48,006 4. Janis BaumanisFord Fiesta4:49,200
5. Guerlain ChicheritFord Focus4:48,527 5. Jerome Grosset-JaninVW Polo4:49,863
6. Robin LarssonFord Fiesta4:52,149 6. Timmy HansenPeugeot 208out

Das Finale

Im Finale kam es bereits am Start zu einem Eklat. Ekström hatte die schnellste Reaktionszeit, kam aber mit leichtem Vorsprung Seite an Seite mit Solberg in die erste Kurve. Für den VW des Norwegers war kein Platz mehr und dieser knallte frontal in einen Reifenstapel, der durch die Luft geschleudert wurde. Solberg konnte zwar den Lauf beenden, zu mehr als dem letzten Platz reichte es aber nicht mehr.

An der Spitze entbrannte ein Kampf zwischen Ekström und Solbergs Teamkollegen Johan Kristoffersson um den Sieg. Mit einer starken Jokerrunde im vorletzten Umlauf hielt sich Ekström den eine Runde später auf den Joker gefahrenen Kristoffersson vom Leib und feierte seinen dritten Sieg in Barcelona in Folge.

Hinter dem Zweitplatzierten Kristoffersson schaffte es Loeb auf das Podium. Der Franzose war nach den ersten Kurven zwar nur Vierter, legte seinen Joker allerdings schon in der ersten Runde ein. Das spülte ihn sowohl vor Niclas Grönholm (Joker auf Lap 3) als auch vor Andreas Bakkerud (Joker auf Lap 5). Statt eines Aus nach der Qualifikation beendete Loeb dank der taktischen Unterstützung seines Teams den WRX-Auftakt somit auf dem Podium.

Stunden nach der Siegerehrung erhielt Ekström die Hiobsbotschaft: Disqualifikation und Streichung seiner im FInale errungenen Punkte für die Meisterschaft. Die Stewards sahen die Schuld für den Crash mit Solberg klar bei ihm. Somit erbte Weltmeister Kristoffersson den Sieg, Loeb Rang zwei und Ekströms Teamkollege Bakkerud den dritten Rang.

Ergebnis im Finale:

Pos.FahrerAutoZeit
1.Johan Kristoffersson VW Polo4:36,568
2.Sebastien LoebPeugeot 2084:37,783
3.Andreas BakkerudAudi S14:38,957
4.Niclas GrönholmHyundai i204:43,667
5.Petter Solberg VW Polo4:47,832
6.Mattias EkströmAudi S1disqualifiziert