Jari-Matti Latvala (Volkswagen Polo R) Ergebnis: Platz 2
Der Kampf um den Titel scheint für ihn vorbei zu sein, aber Platz zwei in Italien bringt Jari-Matti wieder in die Position, um den Vizetitel zu fahren. Schon früh sah es vielversprechend aus, als er am ersten Morgen die Führung übernahm und von seiner vorteilhaften Startposition profitierte. Ein mechanisches Problem bremste ihn am Freitag jedoch ein. Ein fehlerhaftes Differential bedeutete, dass es seinem Polo an der Vorderachse an Biss fehlte und am Ende des Tages lag er 11 Sekunden hinter dem führenden Thierry Neuville. Am Samstagmorgen konnte er die Lücke fast schließen, ehe Neuville auf WP13 beeindruckend Gas gab und den Großteil seiner harten Arbeit zunichtemachte. Da er am Nachmittag nicht wieder aufschließen konnte, lautete seine Mission am Sonntag, sich aus allem Ärger herauszuhalten und Punkte zu sammeln.

Hayden Paddon (Hyundai i20) Ergebnis: ausgeschieden
Paddon, für den auf das Hoch mit dem Debütsieg in Argentinien zwei Tiefpunkte in Portugal und nun auf Sardinien folgten, muss einem leid tun. Schon bevor er auf WP7 abflog, war es kein problemloses Event. Er hatte auf den ersten Prüfungen mit seinem Rhythmus zu kämpfen und brach dann die hintere Aufhängung, als er bei einem Dreher auf WP4 eine Mauer traf. Dass er auf WP5 und WP6 Drittschnellster war, ließ den Eindruck entstehen, dass er die Kurve bekommen hat - was er nachdrücklich nicht tat, als er in WP7 von der Linie abdriftete.

Paddon: Zweiter Crash in Folge - das Tief dauert an: (01:05 Min.)

Mads Östberg (Ford Fiesta RS) Ergebnis: ausgeschieden
Seine Rallye erstreckte sich nicht über die volle Distanz, dennoch konnte Mads etwas Positives mitnehmen. Erstens scheint sein mysteriöses Problem beim Runterschalten verschwunden zu sein. Zweitens befand er sich mitten im Kampf um das Podium, als er aufgeben musste. Er wäre sogar noch näher dran gewesen, wenn er am Freitagnachmittag nicht beschlossen hätte, einen Ersatzreifen mehr mitzunehmen als die anderen - eine unnötige Vorsichtsmaßnahme, wie er hinterher zugab. Ein kaputter Motor war ein hoher Preis für eine Kollision mit einem Stein, aber Mads kann mit seiner Leistung bis zu diesem Punkt zufrieden sein.

Kevin Abbring (Hyundai i20) Ergebnis: Platz 15
Abbring bekommt nicht viele Chancen, uns zu zeigen, was er kann. Daher konnten wir seine Enttäuschung nachvollziehen, als auf dem Weg zur ersten Prüfung am Freitag die Antriebswelle an seinem Auto brach. Er schleppte sich nur mit Vorderradantrieb durch die Vormittagsschleife und lag fast sieben Minuten hinter der Spitze, ehe sein Team Reparaturen vornehmen konnte. Danach ging es noch mehr auf und ab. Er fuhr am Samstagmorgen seinen ersten Prüfungssieg in der WRC ein und verhalf dem Team auf WP12 zu einem Doppelerfolg. Doch später zog er sich einen Reifenschaden und ein gebrochenes Getriebe zu. Am Sonntag gab es mehr Positives als Negatives, denn er wurde auf der live im Fernsehen übertragenen Power Stage Zweiter und fuhr seine ersten WRC-Punkte ein.

Hyundai zeigt die besten Sprünge der Rallye Sardinien: (01:07 Min.)

Ott Tänak (Ford Fiesta RS) Ergebnis: Platz 5
Bei dieser Rallye ging es für den Esten in erster Linie um die Reifen - vor allem darum, wie er aus den überarbeiteten Schotterreifen von DMACK das Maximum herausholt. Platz zwei auf der ersten Prüfung, nur drei Zehntel hinter Sebastien Ogier, war ein großartiger Start, aber er fand auf den rauen Straßen am Freitag schnell das Limit der neuen Reifen. Am Samstag kam er mit den Charakteristiken der Reifen besser zurecht, fuhr auf WP11 Bestzeit und kletterte um vier Positionen in die Top-5. Viele Lektionen gelernt für Polen.

Thierry Neuville (Hyundai i20) Ergebnis: Platz 1
So ziemlich das perfekte Comeback von Neuville, der schon zu lang in der WRC-Wildnis herumwanderte. An den ersten beiden Tagen machte er das Beste aus seiner Startposition und behauptete sich in einem engen Zweikampf mit Latvala, vor allem auf der zweiten Durchfahrt der saubereren Prüfungen, auf denen sein Hyundai hervorsticht. Er versetzte Latvala mit einer sagenhaften Zeit auf WP13, auf der er 10,8 Sekunden gutmachte, einen Schock. Aber der heftigste Schlag kam, als er auf der Wiederholung von Monte Lerno 3,2 Sekunden schneller war als Latvala, der sagte, er hätte nicht besser fahren können. Hervorragende Arbeit.