Hyundai hatte in der Vorbereitung für die Rallye Italien besonders viel zu tun. Es standen nicht nur die üblichen Testfahrten an, sondern es musste auch der Aufbau eines neuen Boliden für Hayden Paddon bewältigt werden. Innerhalb von gerade einmal sieben Arbeitstagen gelang es den Mechanikern in der Fabrik in Alzenau, einen Ersatz für den bei der Rallye Portugal ausgebrannten i20 WRC zusammenzusetzen.

"Ich möchte allen im Team dafür danken, dass sie unser Auto für uns fertiggestellt haben. Hoffen wir, dass wir diese Mühen mit einem positiven Ergebnis belohnen können", sagte Paddon. "Wir hatten ein hartes Wochenende in Portugal, aber der Unfall beeinträchtigt in keiner Weise unser Selbstvertrauen - tatsächlich sind wir umso entschlossener, auf Sardinien wieder anzugreifen."

Waldbrand nach Paddon-Crash in Portugal: (00:31 Min.)

Die italienische Insel wäre ein idealer Ort, um die Scharte von Portugal auszuwetzen. Paddon bestritt dort 2014 seine erste Rallye für Hyundai und feierte 2015 seinen ersten Podestplatz in der WRC. "Das erste Podium vergisst man nie. Wir würden gerne zurückkommen und dieses Jahr ein weiteres einfahren", meinte Paddon. "Es ist dieses Jahr eine etwas andere Rallye. Tag 1 ist ziemlich neu, daher wird es eine andere Herausforderung sein. Dennoch kann die Startposition der Schlüssel sein."

Paddon startet an den ersten beiden Tagen gemäß des WM-Stands als Vierter vor Teamkollege Dani Sordo. Thierry Neuville hat aufgrund seiner bislang holprigen Saison den Vorteil einer späten Startposition. In Portugal schied er in den Top-5 liegend mit Benzinmangel aus. Hyundai versichert vor der Rallye Sardinien, dass das Problem gründlich untersucht und Maßnahmen gefunden wurden, wie es nicht noch einmal auftreten kann.

"Nach dem Benzinproblem in Portugal haben wir komplett durchgearbeitet, was schief gelaufen ist und wir sind bereit, nach vorne zu schauen", betonte Neuville. "Als Team sind wir trotz der Probleme bei der letzten Rallye frohen Mutes. Wir sind bereit, das hinter uns zu lassen und auf Sardinien um ein repräsentatives Ergebnis zu kämpfen."

Zwei Mal stand Neuville in Italien bereits auf dem Podium. Nach Platz zwei im Jahr 2013 fuhr er in der vergangenen Saison auf Rang drei. Sordo stand auf Sardinien ebenfalls bereits zwei Mal auf dem Podium, allerdings noch nicht mit Hyundai. Nachdem er drei Mal in Folge einen Podestplatz verpasst hat, schielt der Spanier auf sein erstes Treppchen der Saison. "Ich hoffe auf eine problemlose Rallye auf Sardinien, bei der wir unsere Fähigkeit, an der Spitze mitzukämpfen, zeigen können."

Hyundai-Vorschau auf die Rallye Italien: (02:32 Min.)

Wie in Portugal geht Hyundai auch in Italien mit vier Autos an den Start. Testpilot Kevin Abbring pilotiert erneut einen Hyundai i20 WRC der 2015er Spezifikation. Die Rallye Portugal lief für ihn alles andere als nach Plan, denn eigentlich sollte er bei seinen gerade einmal drei Starts in dieser Saison möglichst viele Kilometer abspulen. In Italien will der Niederländer nun versuchen, das nachzuholen und zudem seine Pace zu steigern.

"Ich bin froh, dass meine nächste Rallye mit dem Team so bald nach Portugal ansteht", gestand Abbring. "Wir hoffen, dass wir auf dem Rhythmus der vergangenen Rallye aufbauen und die Lektionen aus unseren Fehlern dort anwenden können." Abbring wird vor allem auf Steine achten, die ihm in Portugal gleich zwei Mal zum Verhängnis wurden. "Das Ziel für diese Rallye, was die Leistung und den Speed angeht, lautet, im Vergleich zu Portugal einen Zahn zuzulegen. Wir sind hier, um unser Selbstvertrauen aufzubauen und unsere Lernkurve voranzutreiben."