Es war die Rallye von Kris Meeke. Nach zwei Prüfungen hatte er am Donnerstagabend die Führung übernommen und lieferte sich fortan ein Sekundenduell gegen Weltmeister Sebastien Ogier. Die Führung wechselte insgesamt vier Mal auf zwölf Prüfungen. Der Citroen-Pilot sicherte sich vier Bestzeiten und war der einzig verbliebene Herausforderer von Ogier.

Auf Wertungsprüfung zwölf allerdings wendete sich das Blatt. Meeke - zu diesem Zeitpunkt auf Bestzeitkurs - cuttete in einer Rechtskurve bergab. Aus dem Boden ragte ein kleines Stück Beton heraus, das der Nordire genau mittig überfuhr. Der Citroen wurde leicht angehoben und bei dem Zusammenprall fiel der Ölwannenschutz des Wagens ab. Viel schlimmer allerdings: Das Getriebe nahm Schaden.

An der Reifenwechselzone nach der Prüfung angekommen, war die Rallye für den Nordiren schließlich beendet. Selbst Konkurrent Ogier hatte noch versucht, bei der Reparatur des Citroen zu helfen - alles vergebens. Zum Zeitpunkt seines Ausfalls lag Meeke 29,1 Sekunden hinter Ogier auf Rang zwei.

Kris Meeke muss seinen Traum vom Monte-Podium begraben - Foto: Abu Dhabi Total WRT
Kris Meeke muss seinen Traum vom Monte-Podium begrabenFoto: Abu Dhabi Total WRT

"Wenn man sich die TV-Bilder ansieht, muss man sagen, dass wir - gelinde gesagt - Pech hatten", erklärte Meeke im Nachhinein. "Wir schienen der gleichen Linie wie die anderen zu folgen, aber da war ein Stück freiliegenden Betons und wie auch immer, ich habe es erwischt. Es riss den Ölwannenschutz ab und beschädigte den Ladeluftkühler des Getriebes."

Chance vertan

Meeke bestreitet 2016 nur ausgewählte Rallyes für das Abu Dhabi World Rally Team im Citroen DS3 WRC. Der Nordire hat erst vor wenigen Wochen einen Dreijahres-Vertrag beim Citroen-Werksteam unterschrieben, das sich allerdings für 2016 aus der Weltmeisterschaft zurückgezogen hat, um den neuen Boliden für die Saison 2017 perfekt vorzubereiten.

Nun hat der 36-Jährige eine Chance auf ein gutes Ergebnis vertan. "Es war ein etwas merkwürdiger Zwischenfall, aber bitterlich enttäuschend, so auszuscheiden", sagte Meeke. "Wir haben es mit Schnee, Eis, überfriedende Nässe und Reifenwahl durch alle Herausforderungen geschafft, alles auf so hohem Level absolviert und mit Seb gekämpt."

Dennoch will er nun versuchen, die positiven Aspekte zu betrachten. "Seb war in bestimmten Bereichen ein bisschen stärker und ich hatte ehrlich gesagt damit zu kämpfen, ihn zu halten. Aber wir haben unser Bestes gegeben und ich denke, dass die Pace unsere stetigen Verbesserungen zeigt. Das ist ermutigend für die Zukunft." Da es am Samstagabend in Monte Carlo keinen Rallye2-Service gibt, ist die Rallye für den Nordiren endgültig zu Ende. Mitte Februar erhält Meeke bei der Rallye Schweden die nächste Möglichkeit, sich gegen Ogier durchzusetzen.