Der längste Tag der Rallye Großbritannien, der für die Fahrer bereits um fünf Uhr morgens begann, hatte es in sich. Viel Regen und Wind und machten den Piloten das Leben schwer und forderten die gleichen Opfer wie am Vortag: Jari-Matti Latvala und Thierry Neuville. Weltmeister Sebastien Ogier hingegen hielt sich weiterhin schadlos und geht mit einer Führung von 35,7 Sekunden in den Finaltag in Wales. "Für uns war es ein großartiger Tag", berichtete er.

Von Kris Meeke auf Platz zwei droht Ogier kein Ungemach. "Es gibt keine Chance, Ogier in einem normalen Kampf abzufangen, daher bin ich zufrieden, wo ich bin", sagte der Citroen-Pilot. "Es war ein weiterer, starker Tag. Es bestand nie die Absicht, Ogier einzuholen. Wir haben getan, was wir tun mussten. Morgen liegt ein weiterer kniffliger Tag vor uns."

Platz drei belegt nach wie vor Andreas Mikkelsen, der an Tag zwei der Rallye Wales mit einem Reifenschaden und gebrochenem Dämpfer zu kämpfen hatte. Zudem hatte er für die Prüfung vor Sonnenaufgang keine zusätzlichen Lichter montieren lassen. Für die Prüfungen bei Dunkelheit am Abend entschied er sich dafür, da die Lichter zu hoch eingestellt waren, nützten sie jedoch nicht viel.

Hayden Paddon konnte trotz Beschädigungen weiterfahren - Foto: Sutton
Hayden Paddon konnte trotz Beschädigungen weiterfahrenFoto: Sutton

Frontalcrash zwischen Paddon und Prokop

Auf Platz vier fand sich Ott Tänak vor Dani Sordo wieder, der über Getriebeprobleme klagte. "Das gleiche Problem wie in Deutschland", schimpfte er und musste sogar einen Abstecher in eine Bande hinnehmen. Auch Teamkollege Hayden Paddon, der den Tag auf Position sechs beendete, hatte Probleme beim Schalten.

Ein noch größeres Problem hatte er allerdings nach der zwölften Wertungsprüfung. Auf der Verbindungsetappe schlug er den falschen Weg ein. Als er seinen Fehler bemerkte, wendete der Neuseeländer und stieß dann unglücklicherweise frontal mit Martin Prokop zusammen, der sich ebenfalls verirrt hatte. Während Paddon mit einem leichten Schaden davonkam, musste Prokop aufgeben.

Elfyn Evans reihte sich auf Platz sieben vor dem im Klassement abgerutschten Mads Östberg ein. Dieser hatte wie am Vortag Matsch im Auto, was die Pedale rutschig machte. Auf der elften Wertungsprüfung rutschte der Norweger in einen Graben und musste von den Zuschauern befreit werden. Stephane Lefebvre und Robert Kubica komplettierten die Top-10.

Überschlag von Neuville in Wales: (00:46 Min.)

Überschlag von Neuville kostet Ogier Zeit

Neuville hatte sich nach seinem Aus am Vortag mit der Bestzeit auf der ersten Prüfung des Tages zurückgemeldet. Auf der elften Prüfung war nach einem Überschlag jedoch erneut Endstation. Da sein Hyundai auf dem Dach mitten auf der Straße lag, büßte der nach ihm gestartete Ogier viel Zeit ein. Diese bekam er jedoch später von der Rennleitung gutgeschrieben, sodass er seine Führung nur kurzzeitig an Meeke verlor.

Latvala musste nach der zweiten Prüfung des Tages mit einer gebrochenen Antriebswelle aufgeben. Für Volkswagen gab es jedoch neben Platz eins und drei in der Tageswertung noch eine andere Tatsache positiv zu verbuchen: Ogier sicherte den Wolfsburgern die 500. Prüfungsbestzeit. Bei einer Gesamtzahl von 713 Prüfungen, die Volkswagen bestritten hat, macht das eine Bestzeitenquote von 70 Prozent aus.

Die Top-10 nach Tag 2:

1. Ogier (Volkswagen) 2:40:25.2 Stunden
2. Meeke (Citroen) +35.7 Sekunden
3. Mikkelsen (Volkswagen) +1:00.4 Minuten
4. Tänak (Ford) +2:41.1
5. Sordo (Hyundai) +2:55.8
6. Paddon (Hyundai) +3:13.9
7. Evans (Ford) +3:18.3
8. Östberg (Citroen) +4:21.9
9. Lefebvre (Citroen) +5:32.6
10. Kubica (Ford) +6:31.8