Welches Ziel kann noch bleiben, wenn man als Team bei der letzten Rallye die Plätze zwei und drei belegt hat? Dass der Sieg sehr schwer bleiben wird, dürfte klar sein, doch nach dem Doppelpodium durch Hayden Paddon und Thierry Neuville auf Sardinien ist Hyundai Motorsport bis in die Haarspitzen motiviert: Erstmals werden vier Fahrzeuge eingesetzt - neben den Stammfahrern Neuville, Sordo und Paddon steuert Kevin Abbring einen vierten Hyundai i20 WRC. Dazu erhält Paddon das Aufhängungs-Update, mit dem Sordo und Neuville bereits in Italien unterwegs gewesen sind.

Der Neuseeländer will nach seinem hervorragenden Sardinien-Resultat ganz auf dem Boden bleiben: "Das Resultat war fantastisch, aber wir werden nicht abheben. Wir müssen jede Rallye nehmen wie sie kommt und uns auf unseren Job konzentrieren." Auf die schnellen, schwungvollen Wertungsprüfungen in Polen freut er sich, auf den weichen Untergrund eher weniger, gerade was die zweite Durchfahrt bei Spurrillen betrifft. "Die Stages kommen meinem Fahrstil entgegen; ich freue mich drauf, wieder rauszugehen und zu sehen, was ich tun kann."

Thierry Neuville hat nicht nur zuletzt auf Sardinien wieder in die richtige Spur zurückgefunden, sondern konnte auch vergangenes Jahr in Polen mit Rang drei glänzen. "Wir haben sogar einige Bestzeiten gesetzt" erinnert sich der Belgier zurück. Auch er freut sich auf die schnellen Stages: "Wenn man perfekte und präzise Pacenoten hat, kann man hier richtig viel Spaß haben."

Für Kevin Abbring wird es in Polen deutlich wärmer als bei seinem ersten Einsatz - Foto: Sutton
Für Kevin Abbring wird es in Polen deutlich wärmer als bei seinem ersten EinsatzFoto: Sutton

Im Vorjahr nahm Dani Sordo nur an der Recce teil und wird daher seine erste Rallye Polen für Hyundai bestreiten. Da die Rallye aber ohnehin zu 90 Prozent neu ist, sollte das kein allzu großes Problem darstellen. "Schwer zu sagen, was uns erwarten wird", sagt der 32-jährige Spanier. "Wir werden schnelle Straßen haben - wie Finnland, nur schmaler und mit viel [losem] Schotter." Als einziger konnte er auf Sardinien nicht am Hyundai-Höhenflug teilnehmen, das will er in Osteuropa jetzt nachholen. "Es sollte eine sehr spaßige Rallye werden", kündigt er an.

Den Extra-i20 wird wie schon in Schweden der Niederländer Kevin Abbring steuern, doch Hyundai sieht dies als den ersten planmäßigen Einsatz seines vier Rallyes umfassenden Programms an. "Das waren recht spezielle Umstände in Schweden, das ist jetzt mein erster richtiger Einsatz für Hyundai." Er kann durchaus auf etwas Erreichtes in Polen verweisen, holte er doch 2009 einen Sieg in der JWRC. "Es wird toll aussehen mit vier Fahrzeugen nebeneinander im Service Park und ich hoffe, dass ich allen zeigen kann, wozu ich in der Lage bin."