Sebastien Ogier hat nach dem dritten Tag der Rallye Sardinien die Führung übernommen. Der Volkswagen-Pilot setzte am Nachmittag zwei Bestzeiten und liegt mit einer Gesamtzeit von 3:54:43.9 Stunden an der Spitze. Mit einem Rückstand von 2:13.6 Minuten folgt Hyundai-Pilot Hayden Paddon auf dem zweiten Rang. Das Podest wird vor dem Finaltag von Mads Östberg im Citroen komplettiert.

Hayden Paddon kämpfte um seinen ersten WRC-Sieg - Foto: Sutton
Hayden Paddon kämpfte um seinen ersten WRC-SiegFoto: Sutton

Drama um Paddon

Hyundai-Pilot Paddon war mit 9,3 Sekunden Vorsprung auf Sebastien Ogier in den Nachmittag gestartet. Während er sich zunächst noch gegen seinen Verfolger zur Wehr setzten konnte, folgte auf WP17 ein Dreher und der Führungsverlust. Es sollte aber noch schlimmer kommen. Nur eine Prüfung später traf er einen Felsen und beschädigte sich sein Auto.

Vor der längsten Prüfung des Tages versuchte Paddon noch, seinen Hyundai zu reparieren - mit mäßigem Erfolg: er kam 1:46 Minuten hinter Ogier ins Ziel. "Wir haben versucht, alles so gut wie möglich zu fixieren, aber als ich in die Prüfung fuhr, dachte ich, dass alles vorbei ist. Ich will nicht wie eine Drama-Queen wirken, aber als es passierte, hat es mir das Herz herausgerissen", sagte ein am Boden zerstörter Paddon.

Ogier zog indes an der Spitze unberührt von allen Problemen seine Kreise und baute seine Führung konstant aus. Vor den abschließenden vier Prüfungen am Sonntag hat der Weltmeister mehr als zwei Minuten Vorsprung und fährt seinem vierten Saisonsieg entgegen. "Das waren zwei fantastische Tage für mich. Ich sagte nie, dass die Führung unmöglich sei, aber ich wusste, dass meine Chancen sehr gering waren", strahlte er im Ziel.

Ott Tänak lag auf Podestkurs - Foto: Ford
Ott Tänak lag auf PodestkursFoto: Ford

Dramen im Podestkampf

Die rauen und felsigen Straßen forderten auch hinter Ogier ihren Tribut. Der zunächst Drittplatzierte Jari-Matti Latvala beschädigte sich durch einen losen Stein in der Mitte einer Straße den Stoßdämpfer. Durch den Schaden an seinem Volkswagen erreichte der Finne schließlich die folgende Prüfung zu spät und bekam 40 Sekunden Zeitstrafe. Auf den finalen 42 Kilometern von Monte Lerno versuchte er schließlich sein beschädigtes Auto ins Ziel zu bringen. Insgesamt acht Minuten Zeitverlust bedeuten vor dem Sonntag Rang sechs.

Kurzeitiger Profiteur: Ott Tänak. Der Ford-Pilot schob sich auf den dritten Rang nach vorne, bis ein Getriebeproblem seine Podestträume platzen ließ. Auf WP17 steckte Tänak im sechsten Gang fest und musste den Tag schließlich vorzeitig beenden. "Ich kann es nicht glauben. Wir sind auf Platz drei liegend ausgeschieden", war Tänak am tief enttäuscht.

Östberg auf Podestkurs

Des einen Leid, des anderen Freud: Durch die vielen Ausfälle rutschte Citroen-Pilot Mads Östberg mit mehr als drei Minuten Rückstand auf den dritten Rang. Der Norweger kämpfte aber ebenfalls mit einem Reifenschaden auf der finalen Prüfung. "Es war wieder ein schleichender Plattfuß", ärgerte sich Östberg, dem vor dem Sonntag 1:12 Minuten auf Rang zwei fehlen. "Ich denke nicht an das Duell mit Paddon. Ich mache mein eigenes Ding und versuche mit all meinen Platten einfach auf der Straße zu bleiben."

Ein weiterer Reifenschaden könnte das Ende seiner Podesthoffnung bedeuten, denn nur 31 Sekunden hinter dem Norweger wartet Thierry Neuville. Der Hyundai-Pilot setzte am Nachmittag eine Bestzeit und lag in allen anderen Prüfungen innerhalb der Top-5. Als einzig verbliebener Ford-Pilot komplettiert Elfyn Evans die Top-5.

Robert Kubica bleibt auch weiterhin ohne Glück - Foto: Sutton
Robert Kubica bleibt auch weiterhin ohne GlückFoto: Sutton

Kubica erneut ausgeschieden

Am Samstag startete Robert Kubica unter Rally2 erneut auf Sardinien. Über den Tag arbeitete sich der Pole wieder auf Rang 37 nach vorne, bevor der nächste Zwischenfall passierte. Auf WP17 handelte er sich einen Platten hinten rechts, ein beschädigtes Rad hinten links und einen Getriebeschaden ein. Sein Ford Fiesta blieb im fünften Gang stecken und schließlich beendete er den Tag vorzeitig.