Dreifachsieg in Monte Carlo, Sebastien Loeb ausgeschaltet, Topfavorit in Schweden: Volkswagen ist der unumstrittene König im Rallyezirkus und scheint bereits unaufhaltsam in Richtung des nächsten Titels zu stürmen. Oder doch nicht? Teamchef Jost Capito bleibt skeptisch und glaubt sogar, dass es diese Saison einige neue Sieger geben kann. Als Kandidaten nennt er Kris Meeke, Robert Kubica, Ott Tänak und Elfyn Evans.

Daran schuld sind auch die neuen Regeln, die die Startreihenfolge erst am letzten Tag einer Rallye ändern. Aber auch die Gegner hätten sich im Vergleich zu 2013 weiterentwickelt. Capito glaubt an den britischen Rivalen in Citroen-Diensten: "Kris wird sehr stark sein. Er hatte letztes Jahr seine erste volle Saison und ist jetzt im zweiten Anlauf deutlich schneller. Aber auch Kubica wird besser; was er auf einigen Prüfungen abgeliefert hat, war unglaublich."

Auch die M-Sport-Piloten sind laut Capito reif. "Wenn man sich Elfyn ansieht: Seine Körpersprache ist eine ganz andere. Er ist selbstbewusst und stark. Und auch Tänak hat den Speed - die Jungs machen gute Schritte." Dies kombiniert mit den Regeländerungen könnte dazu führen, dass alle genannten Kandidaten Rallyes gewinnen können, "und ich würde nicht sagen, dass sie es nicht verdient hätten."

Traut dem Braten nicht: Capito rechnet mit starken Gegnern - Foto: Volkswagen
Traut dem Braten nicht: Capito rechnet mit starken GegnernFoto: Volkswagen

Wilson glaubt nicht an WM-Chance

Sein Gegenüber bei M-Sport, Malcolm Wilson, glaubt hingegen nicht, dass die VW-Ära so schnell beendet werde: "Sie können nicht geschlagen werden, außer es geschieht etwas. Sie haben die richtige Kombination aus Fahrzeug und Fahrern." Außerdem sei das Team perfekt aufgestellt und alles abgedeckt. "Ich bin hier realistisch; versteht mich nicht falsch, ich bin kein Verlierertyp und werde alles versuchen, um sie zu stoppen. Aber man schaue sich einfach mal das Monte-Carlo-Resultat an; es wird sehr schwer."

Capito will das aber nicht gelten lassen: So dominant, wie es schien, sei es nicht. "Es gefällt mir, was Malcolm sagt. Aber natürlich sind wir schlagbar - jeder ist das im Sport! Es war ein starkes Resultat, aber keine Dominanz von Beginn weg. Das Resultat kam durch die Fehler der anderen zustande." Volkswagen sei nicht angekommen und habe sofort dominiert, sondern die Gegner hätten Fehler gemacht.