Die Rallye Großbritannien, die vom 13. bis zum 16. November 2014 ausgetragen wird, stellte in den letzten Jahren meist das Saisonfinale dar. Die Fahrer- und die Herstellermeisterschaft sind zwar bereits an Sebastien Ogier und Volkswagen vergeben, für Spannung ist aber dennoch gesorgt. Jeder Fahrer möchte am Saisonende nochmals sein Können unter Beweis stellen, zudem sind noch nicht alle Cockpits für 2015 vergeben.

Seit dem Jahr 2013 ist der Service Park der Rallye Großbritannien in Deeside angesiedelt, das rund 25 Kilometer südlich von Liverpool liegt. Von dort aus starten die Piloten auf 23 Prüfungen, die sich auf 305,64 gewertete Kilometer verteilen. Die Etappen führen die Piloten durch Wälder sowie offene Areale und sind sehr schnell und flüssig. "Du brauchst ein Auto mit einem perfekten Setup. Die Balance muss absolut passen, denn du benötigst Grip, aber gleichermaßen Präzision", sagt Citroen-Pilot Kris Meeke.

Zwei Prüfungen finden in der Dämmerung statt - eine besondere Herausforderung - Foto: Sutton
Zwei Prüfungen finden in der Dämmerung statt - eine besondere HerausforderungFoto: Sutton

Bereits auf der ersten Etappe am Freitag werden knapp die Hälfte aller WP-Kilometer absolviert. Die Piloten bestreiten insgesamt acht Prüfungen, die zwischendurch nur von einem 15-minütigen Remote-Service in Newton unterbrochen werden. Am Samstag finden neun Prüfungen in der Nähe des Service Parks statt. Sie sind im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert, werden aber teilweise in umgekehrter Richtung gefahren. Die Besonderheit des zweiten Tages: Die beiden letzten Prüfungen werden in der Dämmerung ausgetragen.

Der Sonntag zeigt sich 2014 in neuem Gewand. Mit Alwen (10.04 km) und Brenig (10.81 km) kommen zwei neue, kompakte Prüfungen hinzu. Brenig wird am Ende der Rallye als Power Stage fungieren und stellt somit die letzte Prüfung der Saison 2014 dar. Am Finaltag findet kein zwischenzeitlicher Service statt.

Die größte Herausforderung der Rallye Großbritannien wird wie jedes Jahr das Wetter. Mitte November hat der Herbst bereits gnadenlos Einzug gehalten und Regen, Nebel und möglicherweise sogar Schnee stellen die Piloten vor eine schwierige Aufgabe. Die Schotterstraßen können sich in schlammige Trassen verwandeln, die kaum mehr Grip bieten. Die Kunst für die Fahrer liegt in der richtigen Einschätzung der Bedingungen, um plötzliche Grip-Veränderungen vorhersehen zu können.

2013 siegte Sebastien Ogier - Foto: Sutton
2013 siegte Sebastien OgierFoto: Sutton

Im Vorjahr gelang dieses Kunststück Sebastien Ogier am besten. Der Weltmeister sieht sich in der aktuellen Saison aber harter Konkurrenz gegenüber: Volkswagen-Teamkollege Jari-Matti Latvala. Der Finne ist der erfolgreichste aktive Fahrer bei der Rallye Großbritannien und feierte bereits zwei Siege in den Jahren 2011 und 2012. Ebenfalls hoch motiviert geht Mikko Hirvonen an den Start. Der Ford-Pilot siegte 2007 und bestreitet beim Saisonfinale gleichzeitig das Finale seiner Karriere in der WRC. Gute Chancen auf einen Podestplatz rechnet sich auch Kris Meeke aus. Der Nordire zeigte in der Saison 2014 aufsteigende Leistungen und kann sich der Unterstützung der Fans sicher sein.