Bei peitschendem Regen, niedrigen Temperaturen und kräftigem Sturm setzten die neuen Rallye-Weltmeister Sébastien Ogier und Julien Ingrassia (Volkswagen) die Bestzeit im Zeittraining zum Finallauf der Rallye-Weltmeisterschaft. "Viel besser hätte die Rallye Großbritannien für uns nicht beginnen können", so Volkswagen Motorsport-Direktor Jost Capito.

Der Rallye-Weltmeister Ogier legte am Donnerstagvormittag den besten Start ins letzte Rallye-Wochenende des Jahres hin. Ogiers Teamkollegen Jari-Matti Latvala und Andreas Mikkelsen belegten die Plätze vier und neun. Der VW-Pilot war letztendlich 0,7 Sekunden schneller als Thierry Neuville im Ford Fiesta RS. "Die Zeit war gut, wir hatten keine Probleme und Erster im Qulifying zu sein, ist sicherlich kein Nachteil", sagte Ogier gegenüber der Autosport.

Neuville verpasste, aufgrund eines Fahrfehlers, die Chance auf die Bestzeit. "Ich versuchte zu viel in den ersten Kurven, konnte danach nicht weiter genug Druck in den schnellen Passagen ausüben und verlor dadurch einige wichtige Zehntel", so der Belgier enttäuscht. Die drittschnellste Zeit fuhr Neuvilles Qatar M-Sport-Teamkollege Evgeny Novikov. Mads Östberg und Mikko Hirvonen platzierten sich auf den Rängen fünf und sechs. Am Donnerstagabend steht dann die erste Wertungsprüfung auf der 25 Kilometer Gwydyr-Stage an.

Kubica mit WRC-Debüt

Am Donnerstag gab Robert Kubica sein WRC-Debüt. Der WRC2-Weltmeister fährt bei der Rallye Wales im Citroen DS3 neben dem Finnen Hirvonen und war am Donnerstagmorgen nur 0,4 Sekunden langsamer als sein Teamkollege. Der Pole fährt zusammen mit seinem neuen italienischen Beifahrer Michele Ferrara - für Kubica ist die kurzfristige Änderung seines Beifahrers jedoch nicht von Vorteil.

Kubica erstmals im WRC-Auto unterwegs - Foto: Sutton
Kubica erstmals im WRC-Auto unterwegsFoto: Sutton

"Einerseits freue ich mich auf die Herausforderung, aber mein Beifahrer spielt für mich eine große Rolle", gab Kubica zu. Lieber hätte der ehemalige Formel-1-Pilot seinen Co-Piloten Maciek Barran neben sich. "Ich war sehr an ihn [Barran] gewöhnt. Wir fuhren eine Menge Rallyes in diesem Jahr zusammen, verbrachte viel Zeit und bereiteten uns gemeinsam vor. Und in einem Tag ist all die Arbeit verschwunden."

Trotzdem gibt Kubica nicht auf und setzt volles Vertrauen in Ferrara. "Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich und Michele in der Lage sein werden, die Rallye ohne Probleme zu meistern", so Kubica optimistisch. "Die Rallye ist auch für ihn [Ferrara] eine große Herausforderung und keineswegs leicht von heute auf morgen mit einem neuen Fahrer und in einem neuen Auto eine Rallye zu bestreiten - es ist eine besondere Situation."