Volkswagen reist entspannt zum WRC-Finale in Großbritannien, schließlich hat man sämtliche Wertungen bereits vorzeitig für sich entschieden. Dennoch wollen es die Wolfsburger auch in Wales noch einmal krachen lassen und sich mit einem weiteren Erfolg aus dem Jahr verabschieden. "Die Rallye Großbritannien ist ein prestigeträchtiger WM-Lauf, den jeder Fahrer gern gewinnen möchte", betont Volkswagen Motorsport-Direktor Jost Capito. "Die Bedingungen sind mit denen keiner anderen WM-Rallye vergleichbar und bieten viele Herausforderungen. Neun von zwölf Rallyes haben wir für uns entschieden, gern wollen wir unseren Schwung dazu nutzen, auch den zehnten Siegerpokal nach Wolfsburg holen."

Womöglich als Favorit geht Jari-Matti Latvala in die Rallye, denn immerhin konnte der Finne die letzten beiden Auflagen für sich entscheiden. Gemeinsam mit seinem Co-Piloten Miikka Anttila hat Latvala jedenfalls noch einiges vor, denn so gilt es, die 14 Punkte Rückstand auf Thierry Neuville gut zu machen, der momentan auf dem zweiten Meisterschaftsrang liegt. Selbst im Falle eines Sieges bei der Rallye Großbritannien sowie dem zusätzlichen Gewinn der Powerstage ist das aus eigener Kraft allerdings nicht zu schaffen.

"Ich freue mich riesig auf die Rallye und kann sie ganz entspannt angehen. Natürlich möchte ich ums Podium kämpfen, weil es immer noch um den zweiten und dritten Platz in der Fahrer-Wertung geht", erklärte Latvala. "Das Wichtigste ist jedoch, dass wir keinen Druck haben, weil wir uns bereits die Hersteller-Weltmeisterschaft gesichert haben. Ich werde so schnell wie möglich fahren und die letzte Rallye in dieser Saison einfach genießen."

Ogiers schwache Bilanz

Während es für Latvala also noch um eine Verbesserung im Gesamtklassement geht, kann Champion Sebastien Ogier die letzte Ausfahrt des Jahres in vollen Zügen genießen. "Keine Taktik, nur Vollgas von der ersten Minute an. Volkswagen hat die Hersteller-Wertung gewonnen, Julien und ich die Fahrer- und Beifahrer-Wertung", freut sich der Franzose, der in Wales jeoch noch auf das erste Punktergebnis wartet. "Die Rallye gehörte nie zu meinen Lieblingsveranstaltungen, aber mit zunehmender Erfahrung wächst auch mein Selbstvertrauen hier", weiß Ogier um seine magere Bilanz Bescheid. "Es gibt womöglich keine bessere Art, die Saison zu beenden, als mit einem Sieg bei der Rallye in Wales. Das ist also mein Ziel."

Der dritte VW-Pilot im Bunde, Andreas Mikkelsen, hat eine ganz besondere Geste für seine Fans auf Lager: Er startet mit einer Sonderlackierung des Polo R WRC. Knapp 4.000 Fotos wurden via Internet gesammelt, die auf dem 315 PS starken Boliden platziert wurden. "Die Rallye Großbritannien ist ein besonderer Ort für mich. Ich war 17, als ich angefangen habe, Rallyes zu fahren. Ich habe aber die meisten Erfahrungen ein Jahr später und 2010 gesammelt, als wir in Wales die SWRC gewonnen haben", blickt Mikkelsen gerne zurück. "Es wäre super, wenn wir zum Abschluss der Saison ein gutes Resultat erzielen würden. Zurzeit fühle ich mich im Polo R WRC wohler als jemals zuvor."

Ogiers Unfälle bei der Rallye Wales: (04:00 Min.)