Für Sebastien Ogier hätte der zweite Tag in Mexiko kaum besser laufen können. Nach dem Aus seines ärgsten Rivalen, Mads Östberg, liegt der VW-Pilot nun 3:32.4 Minuten vor Mikko Hirvonen. "Es war ein extrem guter Tag für uns", strahlte der Franzose. Auf der letzten Prüfung des Nachmittags wurde es aber nochmals spannend, als Zuschauer ein Gatter geschlossen hatten und beinahe alles vorbei gewesen wäre. "Am Schluss mit einem kleinen Adrenalinschub als wir in einer Wertungsprüfung wegen eines geschlossenen Gatters plötzlich eine Vollbremsung hinlegen mussten. Ich hoffe, dass wir die Zeit, die wir dort verloren haben, gutgeschrieben bekommen, wenn die Stewards die Onboard-Kameras ausgewertet haben", beschwerte sich Ogier und bekam Recht.

Sebastien Ogier war nach dem Gatter-Zwischenfall sauer - Foto: Sutton
Sebastien Ogier war nach dem Gatter-Zwischenfall sauerFoto: Sutton

Nach einer Zeitgutschrift für den Zwischenfall ging auch die Bestzeit auf Otates 2 auf das Konto des 29-Jährigen. Mit Ausnahme des Superspecials am Mittag, das Hirvonen für sich entschied, gewann Ogier damit alle Prüfungen des Tages und konnte sich seinen Speed selbst nicht erklären. "Obwohl wir heute kein Risiko eingegangen sind, haben wir sechs von sieben Wertungsprüfungen gewonnen - das hat mich ehrlich gesagt selbst überrascht", lachte der VW-Mann. Der Grund für diese Dominanz war schnell gefunden, denn der Polo funktionierte einfach perfekt. Wirklich freuen wollte sich der WM-Führende aber erst, wenn auch Guanajuatito absolviert und die Gefahr eines Ausfalls minimiert ist.

Für Jari-Matti Latvala ist der Wettkampf in Mexiko nach seinem Aus am ersten Tag ohnehin gelaufen, daher konzentriert er sich auf Abstimmungsarbeit für kommende Schotter-Rallyes. Um den besseren Vergleich zu haben, nahm er gemeinsam mit VW sogar eine Zeitstrafe in Kauf, um eine bessere Startposition zu ergattern - auf das Gesamtklassement hat dies ohnehin keine Auswirkungen mehr. "Ich bin bestens zurechtgekommen und fühle mich im Polo jetzt richtig wohl. Ich habe meinen Fahrstil bereits etwas umgestellt und versuche, noch präziser zu fahren", schilderte der Finne seine Eindrücke.

Jost Capito war auch am Ende des zweiten Tages voll des Lobes und honorierte, dass im Team ein Rädchen perfekt ins andere greifen würde. Besonders stolz ist der Motorsport-Direktor natürlich auf den Führenden. "Sebastien Ogier ist hier in Mexiko eine Klasse für sich. Er hat erneut eine fantastische Leistung gezeigt. Er hat einen perfekten Rhythmus gefunden und wir werden ihn morgen nicht einbremsen, sondern sein Tempo fahren lassen", verriet Capito, der aber auch von Latvalas starker Rückkehr nach dem Aus begeistert ist. "Mit ebenfalls starken Zeiten hat er gezeigt, dass er auf dem Niveau von Sebastien fahren kann."