Toyota startet mit einem komplett neuen Boliden-Konzept in die neue WEC-Sasion. Der japanische Hersteller präsentierte am Donnerstag zum ersten Mal der Öffentlichkeit seinen neuen Rennwagen: den TS050 Hybrid.

Toyota setzt dabei auf ein völlig neues Antriebskonzept. Künftig wird ein 2,4-Liter-V6-Twinturbo-Motor mit Direkteinspritzung den LMP1-Prototypen befeuern. Zudem setzt Toyota beim Energierückgewinnungssystem zum ersten Mal Lithium-Ionen-Batterien ein, weshalb man auch erstmalig unter dem Reglement der 8 MJ Klasse starten kann.

Der Vorgängerbolide TS040 Hybrid war von 3,7-Liter-V8-Saugmotor angetrieben worden, bei der Rückgewinnung hatte man auf einen Superkondensator gesetzt und war nach 6-MJ-Reglement gestartet. "Wir spüren, dass wir in die 8MJ-Klasse müssen. Man kann das mit Superkondensatoren, machen aber das bringt Nachteile beim Gewicht", hatte Teamdirektor Rob Leupen schon im vergangenen Sommer angekündigt.

Neuer TS050: So geht Toyota auf den WEC-Sieg los: (01:27 Min.)

2016 keine Chance gegen Audi und Porsche

Im Vorjahr geriet Toyota technologisch gegenüber Audi und vor allem Porsche, die schon 2015 auf 8 MJ mit Batteriespeicher gegangen waren, ins Hintertreffen. In den acht Rennen der WEC gab es für die Japaner daher nur zwei dritte Ränge als einzige Podest-Ausbeute. Beim Highlight in Le Mans war man als Sechster und Achter komplett chancenlos.

Das neue Antriebskonzept für 2016 bedeutete für die Ingenieure aber auch optische Veränderungen am Chassis. Dieses wurde aufgrund der neuen Anforderungen der Kühlung, aber auch durch die Neuplatzierung der Antriebseinheit komplett neu gestaltet. Zudem überarbeitete Toyota auch die Fahrwerkskinematik, was künftig Vorteile beim Reifenverschleiß bringen soll.

Neuer Antrieb, neue Aerodynamik

"Wir haben jedes einzelne Teil verändert", wird Technik-Direktor Pascal Vasselon in der Presseaussendung zum neuen Auto zitiert. "In vielen Bereichen, wie zum Beispiel dem Antrieb oder der Aerodynamik, setzen wir überhaupt auf völlig neue Konzepte. Das hat zur Folge, dass sich auch das Aussehen unseres Auto etwa an der Front komplett verändert hat."

Mit einem höheren Entwicklungsbudget will man nach einer schwierigen Saison 2015 in den kommenden Monaten wieder an alte Erfolge anschließen. Toyota gewann seit Einführung der WEC im Jahr 2012 insgesamt zehn Rennen und feiert mit dem Gesamtsieg durch Sebastien Buemi und Anthony Davidson seinen größten Erfolg. Den Klassiker in Le Mans konnten die Japaner bis heute aber noch nicht gewinnen.

Die Frontpartie des Toyota TS050 Hybrid präsentiert sich optisch komplett verändert - Foto: Toyota
Die Frontpartie des Toyota TS050 Hybrid präsentiert sich optisch komplett verändertFoto: Toyota

2016 - das Jahr des Comebacks?

"Wir wollen wieder konkurrenzfähig sein. Unser Minimalziel lautet, uns wieder zurück ins Spiel zu bringen", so Vasselon. Gelingen muss das auch in einer etwas neuen Teamzusammensetzung. Während sich das erste Auto nach wie vor Buemi, Davidson und der Japaner Kazuki Nakajima teilen, musste im Schwesternauto der Abgang von Alexander Wurz kompensiert werden. Künftig wird Ex-F1-Pilot Kazuki Nakajima an der Seite von Mike Conway und Stephane Sarrazin den Wagen mit der Startnummer 6 fahren.

Die erste Chance zum direkten Vergleich mit Audi und Porsche erhält Toyota bereits am 25. und 26. März in Le Castellet bei den offiziellen Testfahrten der WEC. Das erste Rennen steht am 17. April im britischen Silverstone auf dem Programm.