Nach seiner ersten Pole und dem ersten Sieg auf dem EuroSpeedway scheint Thor Qualmann auch bei der vierten Saisonstation auf dem Norisring in Nürnberg blendet klar zu kommen. Im Qualifying des Volkswagen Polo Cup holte sich der Däne eine weitere Trainingsbestzeit und ließ seine 25 Kontrahenten hinter sich. Auf den Positionen zwei und drei konnten sich Andreas Simonsen und Shane Williams platzieren.

Mit einem fast schon riesigen Vorsprung von 0,122 Sekunden konnte Qualmann in 1:03.432 Minuten die Bestzeit setzen. "Ich bin sehr glücklich, dass ich eine weitere Pole holen konnte. Jetzt will ich wieder zeigen, dass ich schnell genug bin", so der Däne im Gespräch mit motorsport-magazin.com. Im ersten Drittel der Session sah es dabei für Qualmann gar nicht so gut aus - lange dümpelte er im vorderen Mittelfeld herum. "Dann bin ich in die Boxengasse abgebogen, um meine Reifen und Bremsen abkühlen zu lassen. Als ich wieder heraus gefahren bin, hatte ich ein klares Ziel, nämlich die Pole zu holen."

Für das Rennen rechnet sich der 18-Jährige einiges aus, ist sich aber auch bewusst, dass er seine Position nur schwer verteidigen kann. "Auf dem Norisring kann man leicht überholen, das wird mir nicht helfen. Aber es wäre toll, wenn mir das gelingen würde", sagte Qualmann, der sich auf ein hartes Rennen freut. Einen Angriff auf den Führenden würde Andreas Simonsen liebend gerne setzen. Dafür hat er extra seine Reifen gespart und ist nur acht Runden gefahren. "Ich bin in der ersten Reihe, damit bin ich zufrieden. Hier geht es wie immer sehr eng zu", berichtete der Skandinavier. Morgen von der linken, dreckigen Seite in das Rennen gehen zu müssen, wäre kein Problem. "Dafür stehe ich auf der Innenseite. Eigentlich ist es egal, von wo man losfahren muss."

Shane Williams wird jedenfalls von der dritten Position und damit von der rechten Seite in das morgige Rennen gehen. "Leider bin ich auf meiner schnellsten Runde von zwei Piloten aufgehalten worden. Sie haben mich zwar passieren lassen, aber ich musste nach innen und damit auf die dreckige Linie", beschwerte sich der südafrikanische Pilot. "Jetzt gilt es, einfach heile durch die erste Kurve zu kommen. Das Rennen wird sich erst danach entwickeln; vielleicht können wir Drei uns an der Spitze absetzen und die Positionen später ausfechten. Aber das hängt alles vom Start ab, denn man kann das Rennen nicht planen." Eines konnte Williams aber schon nach dem Zeittraining versprechen - im Rennen gilt: "Let's box..."

Als bester deutscher Pilot konnte sich Alexander Rambow mit Ablauf der Zeit auf den vierten Rang schieben. Dem Zehdenicker fehlten nur wenige Tausendstel auf den Tabellenführer Williams, auch in der Gesamtwertung trennt die beiden Fahrer mit zwei Punkten nur eine Winzigkeit. Rambow verdrängte in letzter Sekunde den Lokalmatador Elia Erhart, der sich lange Zeit Hoffnungen auf ein gutes Resultat machte: "Eigentlich wollte ich die Pole holen. Aber jetzt greife ich im Rennen an!"