Im ADAC Volkswagen Polo Cup startet die zweite Saisonhälfte mit einem Highlight - der sechste Saisonlauf der Tourenwagen-Schule findet auf dem engen und kurzen Stadtkurs von Nürnberg auf dem Norisring statt. Doch nicht nur die Strecke verspricht Spannung, sondern auch die Ausgangslage in der Gesamtwertung. Dort liegen Shane Williams und Alexander Rambow nur zwei Punkte auseinander und werden sich auch auf den sonst öffentlichen Straßen der fränkischen Großstadt duellieren.

Im vergangenen Jahr stand ich am Norisring auf dem Podium, vielleicht gelingt mir dieses Mal die Flucht nach vorn. Die anderen sind mir nämlich dicht auf den Fersen", berichtet der Tabellenführer aus Südafrika. Immer wieder gelingt es dem sympathischen Wiliams, die Fans zu begeistern. So überholte er im letzten Jahr vor der ersten Kurve gleich mehrere Fahrzeuge auf einen Schlag, um sich wenig später sein bis dahin bestes Resultat im Polo Cup zu sichern. Endgültig geplatzt ist der Knoten des Südafrikaners vor einigen Wochen in Oschersleben, als er seinen ersten Saisonsieg einfuhr - am Norisring soll am besten ein weiterer Folgen.

Shane Williams stand schon 2007 auf dem Podium - Foto: Volkswagen
Shane Williams stand schon 2007 auf dem PodiumFoto: Volkswagen

Im Rahmen des Austausch-Programms bekommt Shane Williams übrigens Unterstützung aus seinem Heimatland. Erstmals sind Mathew Hodges und Devin Robertson an den Start - aber können sie das hohe Niveau im deutschen Cup wirklich mitgehen? Wahrscheinlich wird alles auf eine moralische Beihilfe hinauslaufen.

"Der Norisring ist etwas ganz Besonderes: schnell, kurz und durchaus anspruchsvoll, dazu die tolle Atmosphäre und die beeindruckende Kulisse", weiß auch Volkswagen-Motorsportdirektor Kris Nissen. "Für unsere jungen Teilnehmer wird es eine große sportliche Herausforderung und eine tolle Erfahrung zugleich. Fahrer und Technik sind zu 100 Prozent gefordert." In den Anbremszonen zu den engen Haarnadelkurven am Dutzendteich und vor dem Grundig-Hochhaus erreichen die Bremsschreiben der Kleinwagen Temperaturen von fast 500 Grad Celsius. Doch nicht nur auf die Bremsen müssen die Fahrer ein Auge werfen, sondern auch auf die Gegner - Stian Paulsen sicherte sich 2007 beispielsweise den Sieg mit einem Überraschungsangriff in der letzten Kurve vor dem Ziel.

Mit jeder der zahlreichen Bodenwellen ist der Lokalmatador Elia Erhart vertraut. Der 20-Jährigen war vor zwei Jahren als Streckenposten aktiv und ist in dieser Saison zum zweiten Mal auf seiner Lieblingsstrecke im Einsatz. " Ich weiß, dass ich auf dem Norisring schnell bin", gibt der Franke selbstbewusst zu Protokoll. Im letzten Jahr wurden ihm die nassen Bedingungen im Qualifying zum Verhängnis, doch am Sonntag will Erhart zurückschlagen: "Dieses Jahr kann es theoretisch nur besser laufen, da ich mich zum einen nicht wieder in die Leitplanken drücken lasse und zum anderen im Vergleich zu 2007 mehr Erfahrung unter nassen Bedingungen habe."